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Junge wollen Berufsarmee

71 Prozent der Bevölkerung sind grundsätzlich für die Beibehaltung der militärischen Landesverteidigung. Keystone

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer sind dafür, dass die Milizarmee durch eine Berufsarmee abgelöst wird. Bei den 18-29-Jährigen sind dies bereits 57 Prozent. Im Durchschnitt ist die Zustimmung zu Miliz- oder Berufsarmee etwa je gleich gross.

Dieser Inhalt wurde am 22. August 2000 - 17:38 publiziert

Dieses Ergebnis ergab eine am Dienstag (22.08.) veröffentlichte Befragung, die von der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und der Militärischen Führungsschule an der ETH-Zürich durchgeführte wurde.

Im August 1999 befürwortete nur eine Minderheit von 46 Prozent die Milizarmee. Inzwischen ist die Anhängerschaft einer Berufstruppe genau gleich stark geworden, wie eine Umfrage im Februar bei 1202 stimmberechtigten Personen in allen Sprachregionen ergab. Die Fehlerquote wird mit drei Prozent angegeben.

Die Autoren der Studie, Karl Haltiner und Professor Kurt Spillmann, wollen
dieses Resultat nicht überbewerten. Das Milizsystem sei weiterhin tief im Volk verankert. Es handle sich bei den Jungen wohl mehr um eine Haltung "Ja, aber ohne mich". Eine Aussage zum Grad der Professionalisierung der Armee XXI sei daraus nicht abzuleiten.

Pragmatisches Neutralitätsverständnis

Einen ähnlichen Unterschied zwischen Jung und Alt zeigt die Zustimmung zur militärischen Landesverteidigung. Sie ist unverändert hoch bei 71 Prozent. Bei den Jungen liegt der Anteil indes nur bei 56 Prozent, bei den 30-59-Jährigen bei 71 Prozent, bei den Älteren gar bei 87 Prozent.

Die Aussage, die Schweiz gebe zu viel für ihre Verteidigung aus, hat zwischen 1986 und 1999 stets mehrheitlich Zustimmung gefunden. Eine gewisse Trendwende scheint sich indessen abzuzeichnen. Seit August 1999 bemängeln lediglich noch 50 Prozent die (mehrheitlich überschätzte) Höhe der Verteidigungsausgaben.

Die Zustimmung zur Neutralität liegt derzeit bei hohen 83 Prozent. Das traditionalistische Neutralitätsdenken weicht indes zunehmend einem pragmatischen Neutralitätsverständnis. So halten 67 Prozent der Befragten die Bewaffnung bei Friedenseinsätzen im Ausland für mit der Neutralität vereinbar.

UNO vor EU vor NATO

Beim so genannten Index der internationalen Kooperationsbereitschaft spricht die Studie von einer eigentlichen Pattsituation. Je ein Drittel der Befragten sind Isolationisten, "sanfte" oder "harte" Öffnungswillige. Nur die "harten" Öffnungswilligen sind bereit, Souveränitätseinbussen hinzunehmen.

Erstmals seit 1994 haben die Isolationisten anteilmässig wieder leicht zugelegt. Die Autoren zweifeln aber, ob es sich um eine eigentliche Trendwende oder eine kurzzeitige Schwankung handelt. Der "Österreich-Effekt" - die Sanktionen der EU gegen die neue Regierung in Wien - könnte das Resultat verfälscht haben.

Die Zustimmung zu einem EU-Beitritt ging von 57 auf 48 Prozent zurück. 57 Prozent der Befragten befürworten dagegen einen Beitritt zur UNO, 71 Prozent sagen Ja zu Schweizer UNO-Truppen. 47 Prozent stehen einer Annäherung an die NATO positiv gegenüber, einem NATO-Beitritt würden jedoch nur 28 Prozent zustimmen.

swissinfo und Agenturen

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