Keine Fehler gemacht!

Die Uefa-Inspizienten Zavrl (Slowenien), Müller und Schmid (Deutschland, von links) blicken in Zürich von einem Hochhaus Richtung Stadion Letzigrund. Keystone

Bis am Freitag reisten die Inspektoren der Uefa durch Österreich und die Schweiz. Die beiden Länder bewerben sich gemeinsam für die Fussball-EM 2008.

Dieser Inhalt wurde am 22. August 2002 - 20:15 publiziert

Den hohen Herren wurde der Rote Teppich ausgerollt. Überall war ausgesuchte Höflichkeit Pflicht.

Ein kurzer Empfang beim Schweizer Bundespräsidenten Kaspar Villiger, anschliessend lädt Verteidigungs- und Sportminister Samuel Schmid die Uefa-Inspektoren zum Nachtessen in den Lohn, den Landsitz der Schweizer Regierung in der Nähe von Bern. Mit dabei auch die österreichische Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer.

Was sonst nur Staatsgästen widerfährt, konnten die Delegierten des Europäischen Fussballverbandes Uefa in Bern geniessen. Mit einer Polizei-Eskorte wurden sie durch die Bundesstadt geleitet.

Die Herren wurden buchstäblich auf Händen getragen, denn sie sollen die gemeinsame Kandidatur der beiden Länder Schweiz und Österreich im besten Licht betrachten können und davon berichten.

Denn "eines der grössten Sportereignisse der Welt", so Ralpf Zloczower, der Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) gegenüber swissinfo, "soll 2008 in der Schweiz und in Österreich stattfinden".

Präsentation ohne Pannen

Die Uefa-Delegation besuchte erst rund drei Tage Österreich, dann war sie in der Schweiz. Man dürfe sagen, dass es eine sehr gute Präsentation war, sagte Zloczower. "Wir haben keine Fehler gemacht." Auch der österreichische Fussballbund-Präsident Friedrich Stickler zeigte sich befriedigt. Beide Länder hätten das wunderbar gemacht. "Wir passen perfekt zueinander", sagte Stickler zu swissinfo.

Entscheid im Dezember

Klagenfurt, Salzburg, Innsbruck und Wien heissen die Spielorte in Österreich. In der Schweiz sind es Zürich, Basel, Bern und Genf. Ausser in Basel bauen alle Schweizer Städte neue Stadien.

In Bern wurden die Uefa-Inspektoren auf die Baustelle für das neue Wankdorf-Stadion geführt. "Die sollen sehen, dass bei uns gebaut wird und nicht nur Stadien im Computer präsentiert werden", sagte Ralph Zloczower.

Ein Helikopter-Flug von Bern nach Genf und der Besuch des Stadions "La Praille" bildeten den Schlusspunkt der Inspektionstour. Die Arena in Genf wird 30'000 Zuschauer fassen und am 14. März 2003 eröffnet werden. Ob das alles genügt, um die EM in die beiden Länder zu holen, wird sich weisen.

Am 13. Dezember 2002 fällt der Entscheid. Dann wird das Exekutiv-Komitee der Uefa den Austragungsort der Fussball-Europameisterschaft 2008 bestimmen.

Die Kandidatur Schweiz/Österreich steht im Wettbewerb mit sechs andern Austragungsorten. "Wie der Entscheid auch ausfallen wird", sagte Ralph Zloczower, "ich zweifle nicht daran, dass fair entschieden wird".

Politischer Entscheid möglich

Auch wenn die Kandidatur der beiden Länder Schweiz und Österreich eine gute Kandidatur ist, es kann im Dezember auch ein politischer Entscheid gefällt werden. Und wie die Entscheidungsträger der Uefa, die Delegierten, "beeinflusst" werden, kann heute niemand wissen.

Deshalb sind auch die andern Bewerber nicht ausser Acht zu lassen. Da ist Griechenland und die Türkei. Zwei ehemalige "Erzfeinde", die sich gemeinsam um die Austragung der EM bewerben.

Für die Türkei ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg in die Europäische Union (von der die Schweiz nichts wissen will). Weiter bewerben sich Russland, Ungarn und Bosnien-Herzegowina.

Sieben Kandidaturen

Die Schweiz und Österreich bewerben sich gemeinsam. Dann Schottland/Irland, weiter steht die Kandidatur Nordic (Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden) zur Wahl. Diese drei Bewerbungen werden allgemein als "Favoritentrio" bezeichnet.

Doch seit die Kandiatur Sion 2006, die im Vorfeld als beste Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2006 verkauft wurde, gegen Turin den Kampf um die Austragung verlor, ist man in der Schweiz vorsichtig geworden. "Es genügt nicht, nur eine gute Kandidatur zu präsentieren, wir müssen auch Lobbying betreiben", sagt der Schweizer Fussballpräsident.

Urs Maurer

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