Komponist Mauricio Kagel erhält Siemens-Musikpreis - Förderpreise für Schweizer Komponisten

Der deutsch-argentinische Komponist Mauricio Kagel erhält in diesem Jahr den mit 250'000 Mark dotierten Preis der Ernst von Siemens Stiftung. Zwei Schweizer Komponisten wurden mit Förderpreisen ausgezeichnet.

Dieser Inhalt wurde am 26. Januar 2000 - 15:38 publiziert

Der deutsch-argentinische Komponist Mauricio Kagel erhält den diesjährigen Internationalen Musikpreis der Ernst von Siemens Stiftung. Der mit 250'000 Mark dotierte Preis gehört zu den weltweit begehrtesten Auszeichnungen in diesem Bereich.

Überreicht wird der Preis am 20. Juni 2000 von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München, wie die Stiftung am Mittwoch (26.01.) mitteilte.

Der 1931 in Buenos Aires geborene und seit 1957 in Köln lebende Kagel gehört zu den vielseitigsten Schöpfern moderner Musik und machte sich auch als Dirigent, Musikpädagoge und Regisseur einen Namen.

Instrumentales Theater

Musikalisch lässt sich Kagel nur schwer einordnen. Er verfremdet historisch-musikalische Vorlagen und gilt als Meister der An- und Umdeutung. Der Komponist besitzt nach Meinung der Jury keine Scheu, mit allen nur möglichen Klängen und Geräuschen - auch aus der Alltagswelt - zu arbeiten.

Mimik, Gestik und Musik werden integriert in ein "instrumentales Theater". Er verwendet auch Geräusche wie Hundegebell, Strassenlärm und Glockengeläut, um "nichts Akustisches auszuschliessen", wie er einmal sagte.

Als Komponist ist Kagel Autodidakt und hat nie ein Konservatorium besucht. Er bildete sich durch privaten Musikunterricht, lernte Klavier, Cello und Orgel spielen. 1950 gründete er mit anderen die "Cinematheque Argentine".

Seit 1957 in Deutschland

Er schrieb Filmmusik, arbeitete als Dirigent am Teatro Colon in Buenos Aires und auch als Foto- und Filmredaktor. 1957 kam er als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Köln und blieb in Deutschland.
Von Kagels Filmen wurde vor allem die Satire "Ludwig van" zum Beethoven-Jahr 1970 bekannt. Für sein Stück "Der Tribun" erhielt er den Hörspielpreis der Kriegsblinden, die Stadt Frankfurt ehrte ihn mit der Mozart-Medaille.

Der Professor an der Kölner Musikhochschule (1974 bis 1997) hat in vielen Aufsätzen über die Neue Musik geschrieben. Seine Werke würzt er nicht selten mit Humor. Davon zeugen allein Titel wie "Kantrimusik", "Die Erschöpfung der Welt", "Sankt-Bach-Passion" oder "Rrrrrrr...", 41 Musikstückchen für diverse Instrumente, deren Titel alle mit "R" beginnen.

Förderpreis an Schweizer

Förderpreise in Höhe von insgesamt einer Million Mark gehen unter anderem an die Komponisten Hanspeter Kyburz und Andrea Lorenzo Scartazzini aus der Schweiz sowie an Augusta Read Thomas aus den USA.

SRI und Agenturen

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