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Künstler-Dialog in Basel

Joan Mirò: Ausschnitt aus der Wandmaleri für das Terrace Plaza Hotel, Cincinnati, 1947. (Bild: Cincinnati Art Museum)

(swissinfo.ch)

Kurt Schwitters, Hans Arp, Alexander Calder und Joan Mirò: In drei Basler Museen sind 450 Werke dieser Künstler der klassischen Moderne zu sehen.

Zentrales Thema der vernetzten Ausstellungen sind Dialog und Freundschaft zwischen Künstlern.

Das Kunstmuseum Basel dokumentiert in "Schwitters Arp" die enge Freundschaft von Kurt Schwitters (1887 - 1948) und Hans Arp (1886 - 1966). Die beiden zählen als Schlüsselfiguren zu den grossen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Zusammen traten sie an Dada-Abenden auf, schufen Holzreliefs oder schrieben einen grotesken Roman.

In acht Räumen treffen die beiden Künstler aufeinander, gehen auseinander, kommen wieder zusammen. Arp hatte Schwitters - in Anlehnung an Picasso - die Technik der Collage vermittelt.

Deutlich kommt zum Ausdruck, welche Freiheiten die Collage-Technik eröffnete. Bisherige Gesetze, Strukturen lösten sich auf. Man spielte, schuf nach Lust und Laune, alles wurde möglich.

"Konstellation nach den Gesetzen des Zufalls geordnet" (1929) heisst ein Werk Arps. Die Kunst schwebte gewissermassen in luftigen Sphären so wie Arps etwas erhöht platzierte Reliefs "Turmuhr" (1924) und "Bart-Nase, Mund-Nase" (1924).

Provokation durch Müll

Das Tinguely-Museum nennt die seit 1971 erste Ausstellung über Kurt Schwitters in der Schweiz "MERZ – ein Gesamtweltbild". Den Begriff "Merz" hatte der Künstler 1919 dem Schriftzug "Kommerz- und Privatbank" entnommen.

Er hatte das Geldinstitut in seine Teile aufgelöst und ein Stück davon in dadaistischer Manier subversiv und spielerisch in sein künstlerisches Programm umfunktioniert.

Schwitters bevorzugte Technik in Kunst und Poesie war die Collage. Er zerstückelte Wörter, Sätze, Zeitungen, Fotografien und andere Materialien des Alltags, um sie zusammen mit Abfällen und Fundobjekten zu neuen Bildern, Plastiken, Reliefs zu montieren.

Damit reagierte Schwitters kreativ auf die verheerenden Zerstörungen des Ersten Weltkriegs. Seine Kunst baute die Welt wieder zusammen, neu und anders. Provokativ stellte er fest, dass man auch "mit Müllabfällen schreien" könne.

Vorbild für Jean Tinguely

Im Zentrum der Ausstellung steht der "Merzbau", Schwitters Lebenswerk, das er 1923 in Hannover begann und das 1943 von einer Brandbombe vollständig zerstört wurde.

Das Tinguely-Museum hat eine begehbare Rekonstruktion der monumentalen Raum-Assemblage in Auftrag gegeben. Als Grundlage dienten Fotografien von 1933.

Schwitters war in der Schweiz wenig bekannt, für den extrovertierten Schweizer Künstler Jean Tinguely jedoch ein grosses Vorbild.

Zirkusfreunde Miró und Calder

Eine weitere, enge Künstlerfreundschaft zeigt die Fondation Beyeler mit "Calder – Mirò" in einer Ausstellung der ästhetischen Sonderklasse. Hier treffen der spanische Maler Joan Mirò (1893 – 1983) und der US-amerikanische Bildhauer Alexander Calder (1898-1976), der Schöpfer der berühmten Mobiles, aufeinander. Auch sie verband eine jahrzehntelange Freundschaft.

Beide Künstler müssen wunderbare Väter gewesen sein. Zirkus, Spiel und Poesie zählten zu ihren Leidenschaften. Miró war wie Paul Klee auch ein märchenhafter Geschichtenerzähler, was die Titel seiner surreal-fantastischen "Constellations" zeigen.

Die Zusammenarbeit im Terrace Plaza Hotel in Cincinnati anlässlich Miròs erster Amerikareise im Jahr 1947, sein monumentales "Cincinnati Mural Painting" und Calders Mobile "Twenty Leaves and an Apple", die erstmals ausgeliehen werden, bilden den Höhepunkt der Ausstellung in Riehen.

swissinfo und Karl Wüst, sda

Fakten

Kurt Schwitters: 1887 – 1948
Hans Arp: 1886 – 1966
Joan Mirò: 1893 – 1983
Alexander Calder 1898 – 1976.

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In Kürze

"Calder – Mirò" in der Fondation Beyeler in Riehen:
Joan Mirò und Alexander Calder lernten sich 1928 im Paris der Avantgarde kennen. Daraus entwickelte sich eine enge Freundschaft, die erst 1976 mit dem Tod Calders endete.

"Schwitters Arp" im Kunstmuseum Basel:
Kurt Schwitters und Hans Arp verband seit 1918 eine enge Freundschaft und ein reger Ideen-Austausch. Die beiden bleiben sich verbunden bis zu Schwitters Tod 1948.

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