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Luftschadstoffe: Kantone machen Regierung Beine

Vorher/Nachher: Feinstaubfilter in der Stadt Zürich neu (links) und nach 24 Stunden.

(Keystone)

Die Kantone fordern den Bundesrat auf, den bereit liegenden Aktionsplan gegen Feinstaub und Sommersmog (Ozon) schnell umzusetzen.

Die kantonalen Umweltdirektoren kritisierten, dass temporäre Massnahmen wie Geschwindigkeits-Beschränkungen seien nur Notmassnahmen seien.

Er liegt parat, in den Schubladen des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK): Der Aktionsplan für den Kampf gegen Feinstaub und Sommersmog (Ozon). Die Kantone haben die Regierung nun aufgefordert, den Plan "sofort" umzusetzen.

Die Schadstoffe müssten an der Quelle bekämpft werden, forderten die kantonalen Umweltdirektoren am Donnerstag in Bern. Temporäre Massnahmen wie Geschwindigkeits-Beschränkungen auf Autobahnen und Verbote seien nur Notmassnahmen, kritisierten sie.

Um der Forderung mehr Gewicht zu geben, wird der Vorstand der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) beim Bundesrat direkt intervenieren.

Regierung bremst Umweltministerium

Es sei bedauerlich, dass der Bundesrat den Aktionsplan des Departements von Umweltminister Moritz Leuenberger "noch immer nicht behandelt und keinerlei Beschlüsse gefasst hat". Für die langfristige Schadstoffbekämpfung an der Quelle oder die Einführung finanzieller Anreize sei der Bund zuständig.

Zu den vom UVEK vorgeschlagenen Massnahmen gehören unter anderem die rasche Einführung der Filterpflicht für alle Dieselmotoren, ein Bonus für umweltfreundliche Lastwagen bei der Schwerverkehrsabgabe und strengere Vorschriften für die Holzverbrennung.

Eigene Massnahmen

Die Kantone wollen aber auch selber etwas für mehr saubere Luft beitragen: Die Konferenz beschloss gemeinsame Informations- und Interventionskonzepte gegen Feinstaub und Sommersmog.

Sie sollen bei kritischer Wetterlage regional umgesetzt werden, wie die Konferenz weiter mitteilte. Die Grundlagen und technischen Details werden in den nächsten Monaten ausgearbeitet und konkretisiert.

Die Feinstaub-Konzentration in der Luft liegt besonders im Winter über den Grenzwerten. Bei der so genannten Inversionswetter-Lage gibt es zwei Luftschichten, die sich nicht durchmischen: eine untere, wo es kalt und neblig ist, während über dem Nebel wärmere Temperaturen herrschen.

Sommersmog bezeichnet eine hohe Belastung der Luft mit Ozon, das aus der Reaktion von Schadstoffen mit Wärme entsteht.

Umfassendes Paket

Bei den temporären Massnahmen dürfe nicht allein der Privatverkehr im Zentrum stehen. Es seien alle Verursacher mit einzubeziehen. In kritischen Situationen seien etwa Beschränkungen, Feuerverbote, Sperrzonen und -zeiten und andere administrative Anordnungen möglich. Ferner könne die Benützung des öffentlichen Verkehrs gefördert werden.

Dass Massnahmen wie die Temporeduktion auf Autobahnen etwas bringen, konnten die Kantone Anfang Februar feststellen: Die Feinstaubbelastung reduzierte sich bis zehn Prozent.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Bei der Luftverschmutzung wird zwischen Winter- und Sommersmog unterschieden.

Wintersmog besteht heute meist aus Feinstaub-Partikel, den so genannten PM10. Sie dringen bis in die Lunge der Menschen vor und können dort Krebs erzeugen.

PM10 wird vor allem durch Dieselmotoren, Industrie und Heizungen ausgestossen.

Im Sommer reagieren die Luftschadstoffe unter der wärmenden Sonneneinstrahlung. Die schädliche Wirkung des Sommersmogs entsteht in der Atmosphäre, wo Ozon gebildet wird.

Ozon ist ebenfalls schädlich für den Menschen.

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