Mit Masern im Bett

Die Masern: Hohes Fieber, Husten, Ausschlag. Keystone

Sprunghafter Anstieg von Masernerkrankungen in der Schweiz: Jetzt raten deutsche Kinderärzte Touristen zur Impfung.

Dieser Inhalt wurde am 09. April 2003 - 14:53 publiziert

Man soll die Situation in der Schweiz nicht übertreiben, sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es empfiehlt aber grundsätzlich die Schutzimpfung.

Rund 200 Menschen sind an Masern erkrankt, wie das BAG am Mittwoch bestätigte. In einem Fall kam es zu einer Hirnhautentzündung. Es handle sich aber nicht um eine gesamtschweizerische Epidemie, sagte Hanspeter Zimmermann von der Sektion Impfstoffe des BAG gegenüber swissinfo.

Die Massenausbrüche seien auf die Kantone Wallis und Schwyz beschränkt. "Deshalb soll man die Lage nicht übertreiben", so Zimmermann.

Schutzimpfung überprüfen

Vor einem Ferienaufenthalt in der Schweiz sollten Erwachsene und Kinder den Impfschutz gegen Masern überprüfen, rät der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte in Deutschland. "Unabhängig, ob jetzt ein Ausbruch besteht oder nicht: Wir empfehlen für alle Kinder die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln", so Zimmermann.

Ausser im Wallis und in Schwyz sind laut BAG nun auch vereinzelt Fälle in Zürich, Tessin und Genf aufgetreten. Die Mehrheit der an Masern erkrankten Kinder und Jugendlichen habe keine Schutzimpfung gehabt.

Die weitere Entwicklung der Masern-Erkrankungen ist laut Zimmermann schwierig abzuschätzen. Man müsse davon ausgehen, dass noch weitere Menschen erkranken. Die Durchimpfung in der Schweiz sei ungenügend, sagt er. "Solche Ausbrüche sind zu erwarten, sie werden auch in Zukunft vorkommen."

Pro und Kontra Schutzimpfung

Weshalb impfen nicht alle gegen Masern? "Ein wichtiger Grund dürfte sein, dass viele Eltern diese Krankheit in ihrer Kindheit ohne grössere Probleme durchgemacht haben. Sie denken nicht daran, dass bei Masern auch Komplikationen auftreten können, wie Lungen- oder Mittelohren-Entzündungen", glaubt Zimmermann. Selten trete auch eine Hirnhautentzündung auf.

Im weiteren habe sich eine Gruppe von Ärzten gebildet, die sich kritisch mit dieser Impfung auseinandersetze. "Diese Ärzte raten von der Impfung bei Kleinkindern ab und empfehlen, die Kinder erst im Jugendalter impfen zu lassen, falls sie noch keine Masern gehabt haben."

Aber immerhin seien in der Schweiz doch 80 Prozent der Kleinkinder gegen Masern geimpft. So trete diese Krankheit gegenüber früher seltener auf. "Von daher sind Masern auch weniger gut bekannt und die Vorsorge ist dementsprechend weniger verbreitet", so Zimmermann.

Lieferengpass

Im Gegensatz zum Dreifachimpfstoff bestehe beim Einzelimpfstoff gegen Masern seit einem Jahr ein Lieferengpass, bestätigte Zimmermann. "Der Umsatz der Einzelimporte ist sehr gering, und von daher - so nehme ich an - ist dies für die Firmen nicht sehr interessant." Seit längerer Zeit stelle man bei Einzelimpfstoffen eine sinkende Nachfrage fest.

Die Masern treten laut BAG zu rund 80 Prozent bei Kindern im Alter bis zu 16 Jahren auf. Die Krankheit beginnt mit starkem Fieber und Husten. Dann tritt der typische Masernausschlag auf.

swissinfo, Alina Kunz Popper

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