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Pawel Borodin: Kaution bezahlt

Pawel Borodin ist zwar auf freiem Fuss, muss aber auf Vorladung jederzeit in Genf zu Vernehmungen erscheinen. Keystone

Der frühere Kreml-Verwaltungschef Pawel Borodin ist gegen eine Kaution von 5 Mio. Franken freigekommen. Den Entscheid fällte die Genfer Anklagekammer am Donnerstag (12.04.). Das Geld soll von der russisch-weissrussischen Union stammen.

Dieser Inhalt wurde am 12. April 2001 - 19:09 publiziert

Der am Donnerstag gegen Kaution von 5 Mio. Franken aus der Haft entlassene frühere Kreml-Stabschef Pawel Borodin hat die Kaution bereits geleistet. Sein Anwalt Domique Poncet sagte, dass das Geld kurz vor 16.30 dem Gericht gezahlt worden sei. Das Geld stammt von der russisch-weissrussischen Union, deren Sekretär Borodin ist.

«Wir gehen vom Prinzip aus, dass ein russischer Bürger, dessen Schuld nicht bewiesen ist, nicht im Gefängnis bleiben sollte», sagte Regierungssprecher Alexej Wolin. Nach Hinterlegung der Kaution kann der 54-jährige Borodin reisen, wohin er will. Borodins Pressesprecher Iwan Makuschok hofft, dass Borodin schon am Freitag nach Russland zurückkehren könne.

Anklagepunkt fallengelassen

Die Genfer Anklagekammer hatte dem Antrag von Borodins Verteidigung nachgegeben, ihn gegen eine Kaution aus der Haft zu entlassen. Sie liess den Anklagepunkt der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation fallen. Der Vorwurf der Geldwäscherei reichte nicht aus, um Borodin im Gefängnis zu behalten.

Der Entscheid wurde von Borodins Anwalt, Dominique Poncet, als «Sieg auf der ganzen Ebene» bezeichnet. Die Anklagekammer habe damit klar gemacht, dass es sich nur um eine Geldwäscherei-Affäre handle. Selbst wenn gewisse Punkte des Dossiers auf Geldwäscherei schliessen liessen, müsse auch das erst noch bewiesen werden.

Der Genfer Staatsanwalt Bernard Bertossa betonte vor Journalisten, die Ermittlungen würden weitergeführt. Vieles hänge nun von Borodins Kooperationsbereitschaft ab. Natürlich könne Borodin nach Russland zurückkehren, müsse aber bei Vorladungen zu Vernehmungen in Genf erscheinen.

Bertossa hatte eine Haftverlängerung um drei Monate gefordert. «Mir kann niemand weis machen, dass Pawel Borodin nach Genf zurückkehrt, wenn er erst einmal in Russland ist», hatte er am Dienstag vor Gericht erklärt.

Borodin anwesend

Borodin war bei der Verkündung des Entscheids der Genfer Anklagekammer im Saal anwesend. Am Montag hatte er sich über Schmerzen in der Brustkorbgegend beklagt und war vom Gefängnis Champ-Dollon ins Spital überführt worden. Dort hatte er sich seither aufgehalten.

Borodin soll den zwei Tessiner Firmen Mercata und Mabetex Renovationsaufträge im Kreml zugeschanzt haben. Er und seine Familie sollen dafür rund 45 Mio. Franken kassiert haben.

Die Genfer Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen in dem Fall im Frühjahr 1999 aufgenommen. Am 17. Januar 2001 wurde Borodin auf Grund eines internationalen Haftbefehls in New York festgenommen. Am vergangenen Samstag wurde er in die Schweiz geflogen.

swissinfo und Agenturen

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