Peter Studer neuer Präsident des Schweizer Presserates

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Der frühere Fernseh-DRS- und Tages-Anzeiger-Chefredaktor Peter Studer wird Präsident des Schweizer Presserates. Er löst Anfang März den Medienwissenschaftler Roger Blum ab, der das Gremium zehn Jahre lang präsidierte.

Dieser Inhalt wurde am 07. Februar 2001 - 18:07 publiziert

Der 65-jährige freie Publizist und Jurist Peter Studer ist am Mittwoch (07.02.) vom Stiftungsrat mit fünf zu vier Stimmen gewählt worden. Sein Konkurrent war René Bortolani. Der ehemalige Chefredaktor des "Magazins" und der "Schweizer Familie" und heutige Tamedia-Ausbildungschef galt als Kandidat der Chefredaktoren-Konferenz.

Studer war von Herbst 1990 bis Herbst 1999 Chefredaktor des Schweizer Fernsehens DRS. Zuvor war er fast zehn Jahre lang Chefredaktor des "Tages-Anzeigers" und dann publizistischer Leiter der Geschäftsleitung der Zeitung. In den Journalismus eingestiegen war Studer 1963, beim TA arbeitete er lange als In- und Ausland-Redaktor. Studer ist Co-Autor des Handbuchs "Medienrecht für die Praxis", das sich mit Rechts- und Ethikfragen in den Medien befasst.

Knapp gewählt

Die Wahl Studers fiel mit nur einer Stimme mehr als Gegenkandidat Rene Bortolani knapp aus. Die Mediengewerkschaft comedia kritiserte erneut die Kandidatur Studers.

Für die Wahl Studers habe gesprochen, dass er Jurist sei. Zudem sei er als freischaffender Publizist unabhängig und deshalb keinem Medienhaus verpflichtet, begründete der Stiftungsrat die Wahl des 66-Jährigen. Bortolani dagegen sei als Ausbildungsleiter der Journalisten der Tamedia AG tätig.

Im zwölfköpfigen Presserat sitzen bereits zwei Mitglieder der Tamedia. Der Wahl war eine längere Diskussion vorangegangen. Schliesslich wurden fünf Stimmen an Studer und vier an Bortolani vergeben. Drei Mitglieder des Presserates
waren bei der Wahl abwesend.

Der Presserat besteht aus 21 Mitgliedern, 15 Berufsjournalisten und sechs Publikumsvertretern. Sie arbeiten fast ehren- oder zumindest nebenamtlich. Er steht dem Publikum und den Medienschaffenden als Beschwerdeinstanz für medienethische Fragen zur Verfügung.

Das Budget beträgt 135'000 Franken pro Jahr. Die Aufgabe von Studer wird es sein, eine solidere finanzielle Grundlage für den Presserat zu schaffen.

Der Presserat wurden 1972 vom Schweizerischen Verband der Journalistinnen und Journalisten (SVJ) initiiert. Ende 1999 wurde eine neue Trägerschaft gegründet, der neben dem SVJ auch die Mediengewerkschaft comedia, das Syndikat Schweizer Medienschaffender (SSM) und der Verein "Konferenz der Chefredaktoren" angehören.

swissinfo und Agenturen

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