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Phonak kehrt ins Rennen zurück

Nach dem Skandal die Rehabilitierung: Phonak darf auch dieses Jahr an den grossen Rennen mitfahren. Keystone

Das Schweizer Rad-Team Phonak hat seinen Rekurs gewonnen. Damit kann es 2005 an allen wichtigen Rennen teilnehmen, auch an der Tour de France.

Dieser Inhalt wurde am 01. Februar 2005 - 17:43 publiziert

Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne gab der Berufung Phonaks gegen die Aussperrung von allen bedeutenden Rennen jedoch nur zum Teil statt.

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hiess am Dienstag die Berufung von Phonak gegen ein Urteil der Lizenzkommision des Internationalen Radsport-Verbands (UCI) gut, die das Team im November 2004 wegen ungeklärter Doping-Fälle von der ProTour ausgeschlossen hatte.

Lizenz für nur zwei Jahre

Das Team des Schweizer Hörgeräte-Herstellers Andy Rihs erhält die Lizenz ab sofort - mit einer Einschränkung: Statt der erhofften vier Jahre wird das Team vorläufig für zwei Saisons zugelassen. Die Prozesskosten gehen zu Lasten des Radsport-Weltverbands, der Phonak ausserdem mit 10'000 Franken entschädigen muss.

Phonak-Patron Rihs zeigte sich hoch erfeut über die Nachricht aus Lausanne: "Wir waren immer überzeugt, dass unser Team von der Klasse her in die ProTour gehört. Jetzt sind die rechtlichen Hürden beseitigt, und wir können dies nun sportlich auf höchstem Niveau beweisen."

Der neue Phonak-Manager John Lelangue sprach von einer schönen Überraschung. "Das ist quasi unser zweiter Saisonsieg." Der Belgier hat bereits angekündigt, dass die Equipe noch verstärkt werde. Momentan stehen 24 Fahrer unter Vertrag, was für ein ProTour-Team dem Minimum entspricht.

Die Verbannung

Die UCI hatte Phonak am 22. November mitgeteilt, dass dem Team die Lizenz für die ProTour verweigert werde. Phonak war angekreidet worden, auf die Dopingfälle von Tyler Hamilton und Santiago Perez nicht angemessen reagiert zu haben.

Statt die Fahrer fristlos zu entlassen, setzte Phonak ein Gremium von Experten ein, das die Verlässlichkeit der Testmethode unter die Lupe nahm. Von der Untersuchung erhoffte man sich eine Reinwaschung der beiden Fahrer.

Bis dato sind keine Resultate an die Öffentlichkeit gedrungen, die Sache scheint im Sand zu verlaufen. Ein Indiz, dass der Test doch hieb- und stichfest ist?

Die ungeklärten Doping-Fälle

Das CAS hat dem Team Recht gegeben, weil die Lizenzkommission die Fälle Hamilton und Perez behandelte, als seien sie abgeschlossen. Obwohl die Dopingvergehen von den wenigsten Beobachtern angezweifelt werden, war diese Haltung nicht korrekt.

Zum relevanten Zeitpunkt, dem 12. November 2004, waren die Dopingfälle nicht so weit fortgeschritten, dass die Sanktion der UCI gerechtfertigt gewesen wäre. Juristisch gesehen, sind Hamilton und Perez lediglich des Blutdopings verdächtigt. Die Verfahren sind noch immer nicht abgeschlossen und die Fahrer bis heute nicht gesperrt.

Das überrissene Urteil

Das CAS spricht deshalb in seiner Urteilsbegründung von unverhältnissmässiger Behandlung - auch im Vergleich mit anderen Teams. Am ethischen Verhalten hatte das CAS im Gegensatz zur UCI ebenfalls nichts auszusetzen. Die im Lizenzverfahren bemängelten Formalitäten in den Verträgen der Fahrer wurden als für eine Lizenzverweigerung nicht ausreichend taxiert.

Keinen Einfluss auf das Urteil hatte gemäss CAS-Generalsekretär Matthieu Reeb die Tatsache, dass sich Phonak wenige Tage nach der Anhörung vor der Lizenzkommission von Hamilton und Perez sowie Anfang Januar von Teammanager Urs Freuler und Sportdirektor Alvaro Pino getrennt hat. Der Fall wurde anhand der Faktenlage behandelt, wie sie sich am 12. November 2004 präsentierte.

Die ProTour 2005

Der Neuanfang von Phonak kann jetzt unter jenen Voraussetzungen in Angriff genommen werden, die den sportlichen und finanziellen Möglichkeiten des Teams entsprechen. Denn das Urteil ist für Phonak gleichbedeutend mit der Startgarantie für sämtliche Rennen der ProTour.

Die "geschlossene Gesellschaft" der inklusive Phonak 20 Equipen umfasst 27 der wichtigsten Eintages- und Etappenrennen. Im Kalender figurieren mit Giro d'Italia, Tour de France und Vuelta auch die drei grossen Rundfahrten. Von den Schweizer Rennen haben Tour de Suisse, Tour de Romandie und Züri Metzgete ProTour-Status. Lanciert wird die Serie am 6. März mit dem Prolog zu Paris - Nizza.

swissinfo und Agenturen

Fakten

August 2004: Der Schweizer Phonak-Fahrer Oscar Camenzind wird des Dopings mit EPO überführt.

September 2004: Dem amerikanischen Phonak-Fahrer Tyler Hamilton wird Blut-Doping vorgeworfen.

Oktober 2004: Der spanische Phonak-Fahrer Santiago Perez wird positiv getestet.

November 2004: Der Internationale Radsport-Verband schliesst Phonak von der ProTour aus.

Januar 2005: Der Internationale Sportgerichtshof gibt dem Rekurs des Rad-Teams statt. Es wird wieder in die ProTour aufgenommen.

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