Plädoyer für eine umweltverträgliche Euro 08

Fussballfans sollen mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, fordert die SP. Keystone

Die sozialdemokratischen Parteien der Austragungsorte werfen der UEFA vor, an der Fussball-EM in der Schweiz und Österreich beim Umweltschutz sparen zu wollen.

Dieser Inhalt wurde am 24. November 2006 - 17:47 publiziert

Sie verlangen deshalb, dass der wegen des Mehrverkehrs generierte CO2-Ausstoss kompensiert sowie Essen und Trinken in Mehrweggeschirr gereicht werden soll.

Die Forderungen der SP haben in den vier Städten grosses Gewicht. Linke und Grüne sind in den jeweiligen Parlamenten stark vertreten - und die Regierungen von Basel, Bern, Genf und Zürich sind gar in links-grüner Hand.

Trotz Millionensubventionen wolle der europäische Fussballverband UEFA an der Fussball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich beim Umweltschutz sparen, teilten die vier Parteien der Austragungsorte am Freitag mit.

Die UEFA beabsichtige, sowohl auf eine CO2-Kompensation als auch auf Mehrweggeschirr in den Stadien zu verzichten, hiess es.

Das dürfe nicht sein: Fussballspiele führten zu Mehrverkehr und viel Abfall. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen müsse mit dem öffentlichen Verkehr bewältigt werden.

Wo dies nicht möglich sei, müsse der CO2-Ausstoss durch den Kauf von Zertifikaten kompensiert werden. Insgesamt soll der Anlass CO2-neutral sein.

Nicht mit Helikopter

Auch die Verschiebung von Prominenten per Helikopter, wie sie an der Fussball-WM 2006 in Deutschland praktiziert wurde, erntete Kritik. Auch wichtige Persönlichkeiten könnten Bahn und Bus benützen, sagte Michael Aebersold, Co-Präsident der SP Stadt Bern, in Bern. "Wir wollen keine Beckenbauer, die mit dem Helikopter von Spiel zu Spiel fliegen."

Die Abfallproduktion wollen die sozialdemokratischen Parteien der Austragungsorte mittels Recycling gering halten. In und um die Stadien müsse für Essen und Trinken Mehrweggeschirr verwendet werden, forderte Thomas Baerlocher, Präsident der SP Basel-Stadt.

In Deutschland habe dieses System funktioniert. Die Mehrwegbecher seien sogar zu einem beliebten Erinnerungsstück geworden. Und Teller habe es kaum gebraucht; die Wurst sei jeweils auf einem Stück Brot gereicht worden.

UEFA: Sind umweltbewusst

Die UEFA wehrt sich gegen die Vorwürfe der Sozialdemokraten. "Für uns ist Umweltschutz im Rahmen der Euro 08 ein Thema, das wir ernst nehmen", sagte Euro-08-Chef Martin Kallen. Da die Verhandlungen mit den Austragungsstädten noch liefen, nehme er aber keine Stellung zu Details.

Die SP möchte auch verhindern, dass die Euro 08 zu einem "Militäranlass" wird. Der Einsatz der Armeeangehörigen soll diskret ablaufen und auf klar definierte Aufgaben beschränkt werden.

Gemäss den Plänen des Bundesrats sollen an der Europameisterschaft in den vier Schweizer Austragungsorten bis zu 15'000 Soldaten im Einsatz stehen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Fussball-Europameisterschaften werden in der Schweiz und Österreich vom 7. bis 29 Juni 2008 ausgetragen.
In der Schweiz sind 15 Matches in Basel, Bern, Genf und Zürich vorgesehen.
182 Mio. Fr. öffentliche Gelder sind bislang für die Euro 2008 gesprochen worden.
Der Anlass dürfte Umsätze von rund 500 Mio. Fr. auslösen.

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