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Presseschau vom 02.10.2003

Das brüske Nein der Türkei zum geplanten Besuch von Aussenministerin Calmy-Rey wird noch einmal thematisiert. Fazit: Ankara habe sich mit der Ohrfeige selbst blamiert.

Kommentiert wird auch die bedingte Haftstrafe für CVP-Ständerat und Strassen-Rowdy Filippo Lombardi.

Die Reaktion von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey auf den unfreundlichen türkischen Akt sei ebenso subtil wie souverän ausgefallen, lobt die BASLER ZEITUNG. Dies zeige im Übrigen, wie weit Ankara von der Normalität der modernen, europäischen Diplomatie entfernt sei:

"Aussenministerin Calmy-Rey hat dies mit einem einzigen Satz entlarvt. Sie sagte, sie halte die Reaktion für übertrieben, denn auf die demokratische Entscheidung der Waadtländer habe der Bundesrat keinen Einfluss ..."

Die türkische Botschaft in Bern spricht jetzt von einer Verschiebung des Besuchs "aus technischen Gründen", hebt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG hervor, und über die geplatzte Reise sei in der türkischen Presse am Mittwoch kein Wort zu lesen gewesen.

Ankara schadet sich selbst



Für den Berner BUND ist die temporäre Ausbootung der Schweizer Aussenministerin an sich lediglich ein diplomatischer Zwischenfall, mit dem sich in Bern leben lässt, denn:

"Nicht die Schweiz und auch nicht die Waadt sind durch die Strafmassnahme Ankaras diskreditiert, sondern die Türkei hat sich – einmal mehr – selber eine Blösse gegeben."

Das Land verdränge seit Jahrzehnten die Tatsache, dass unter dem jungtürkischen Regime des Osmanischen Reichs mehr als eine Million Armenier in den Tod getrieben wurden, weil diese christliche Minderheit angeblich eine tödliche Gefahr im morschen Reich darstellte.

Schwer trage die offiziell um Modernität bemühte Türkei an der Last dieses dunklen Kapitels ihrer Geschichte, schreibt auch die NEUE LUZERNER ZEITUNG:

"So sehr, dass das Land darob sogar heutige nationale Interessen übersieht."

Andere Massstäbe im Tessin?

Als milde bewerten die Zeitungen die 20 Tage bedingt für den CVP-Ständerat und Wiederholungstäter Filippo Lombardi, der im April trotz Führerauweis-Entzug am Steuer eines Autos mit Tempo 115 statt der erlaubten 80 km/h erwischt worden war.

Lombardi könne vorläufig aufatmen, schreibt der Zürcher TAGES-ANZEIGER: Gut zwei Wochen vor den eidgenössischen Wahlen sei sein Fall mit einem so genannten Strafbefehl entschieden worden, und

"da der Ständeratskandidat diesen akzeptiert, ist der Fall abgeschlossen und kommt nicht vor Gericht."

Im Tessin werde offenbar mit anderen Ellen als üblich gemessen, folgert die BERNER ZEITUNG, BZ. Wie die Kantonalpartei bedaure Lombardi zwar seine zahlreichen Verstösse gegen das Gesetz und gelobe Besserung:

"Ständerat will er aber bleiben. Zur Wiederwahl tritt er mit dem Segen der Partei an."

Auch der BLICK kritisiert den Umstand, dass die lokale CVP zu ihrem Sünder hält, einem "Raser, einem Blaufahrer, einem, der ohne Führerschein am Steuer sitzt."

Die Stones sind da



Viele Zeitungen berichten über die grosse Rock-Party rund um die Rolling Stones, die am Abend im Zürcher Letzigrund-Stadion steigt. Nicht nur die Bühne sei einmalig, auch die Eintrittspreise. Es werde ein "Klassentreffen in alter Frische" erwartet. Das könne ja, laut LE TEMPS, nur "Satisfaction" geben für die 42'000 Fans:

"Comment de pas obtenir satisfaction?"

swissinfo, Monika Lüthi

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