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Presseschau vom 11.10.2003

Dass die Krankenkassen-Prämien auch nächstes Jahr steigen, nehmen die Kommentatoren der Schweizer Presse schon fast als gegeben hin.

Stark unter Beschuss gerät allerdings Gesundheitsminister Couchepin, der die schlechte Botschaft nicht selber überbringen mochte.

"Chaot Couchepin", titelt der BUND und schreibt: "Pascal Couchepin, der grosse Zampano, verärgert diesmal durch sein Schweigen. Weil er nicht Verkünder der schlechten Nachricht sein wollte, hat sich der Gesundheitsminister geweigert, Anfang Oktober die höheren Krankenkassenprämien für das nächste Jahr selber anzukündigen, wie dies [seine Vorgängerin] Ruth Dreifuss jeweils getan hatte."

Die Konsequenz laut dem TAGES-ANZEIGER: "Die Wut auf Pascal Couchepin wächst". Besonders stossend: "Aufs Mal erhöht [Couchepin] die Grundfranchise und kürzt die Prämienrabatte für die Wahlfranchisen. Ausserdem teilt er die Prämienregionen neu ein. (...) Vor diesem Hintergrund ist es mutlos, wenn Bundesrat Pascal Couchepin die Prämiensteigerung nicht mehr selber bekannt geben will."

"Krankenkassen-Schock"

Die Auswirkungen seines Tuns beschreibt der BLICK so: "Krankenkassen-Schock. Schätzungsweise vier Millionen Versicherte werden eine bis 30 Prozent höhere Rechnung erhalten. Manche sogar bis 40 Prozent."

Das angerichtetete Chaos ist für den welschen LE TEMPS nur noch eine "Kakophonie der Prämien-Ankündigungen". Denn es gebe "Beaucoup de chiffres", aber "peu de certitudes". Also zwar viele Zahlen, aber wenig Gewissheiten.

NZZ mit Spar-Tipps

Pragmatisch gibt sich die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG: Sie gibt Tipps, wie man sparen kann: Krankenversicherung wechseln, Versicherungsform ändern, beispielsweise sich einer HMO-Gruppenpraxis anschliessen, Franchise erhöhen oder die Unfalldeckung streichen, wenn diese schon über den Arbeitsgeber läuft.

Auch die AARGAUER ZEITUNG empfiehlt diese Möglichkeiten. "Prämie senken ist möglich", schreibt sie, moniert aber auch: "Leider bieten nur recht wenige Kassen gute Lösungen wie HMO oder Bonus-Versicherungen an." Darum gilt für die AZ bei den Prämien: "Hoch – aber vielleicht noch höher."

Voraussichtlich wird sich daran auch in Zukunft nicht viel ändern. Nur wenige Leute nehmen sich die Mühe, die Krankenkasse zu wechseln oder anzupassen. In der Stadt Zürich liegt damit die voraussichtliche monatliche Prämie fürs kommende Jahr bei ungefähr 300 Franken, in der Stadt Genf, Spitzenreiter in Sachen Krankenkassen-Prämien, gar um die 400 Franken.

Couchepins Weitblick - nur bei der AHV

Pascal Couchepin hätte also etwas zu tun. "Stattdessen geniesst er seine Reisen als Bundespräsident", schreibt der TAGI. "Wenn es um die AHV geht, reichen seine Pläne bis ins Jahr 2025. Bei den Krankenversicherungen wären wir schon zufrieden mit einem Blick ins Jahr 2010."

swissinfo, Philippe Kropf

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