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Presseschau vom 12.01.2004

Die Delegiertenversammlungen der drei bürgerlichen Bundesrats-Parteien FDP, CVP und SVP schmücken die Frontseiten und -Kommentare der Montagspresse.

Der Cheftrainer der Schweizer Skifahrer, Karl Frehsner, darf trotz heftiger Kritik bleiben – aber wohl nur bis Ende der Saison.

Aus der Krise manövrieren: Das galt übers Wochenende sowohl für die bürgerlichen Mitte-Parteien als auch für die Schweizer Skifahrer. "Die beiden Mitteparteien, Opfer der zunehmenden Polarisierung und eigenen Hilflosigkeit, wollen das Wahljahr 2003 als Tiefpunkt in ihrer Geschichte verstehen", schreibt die BERNER ZEITUNG.

Doch dass in den beiden Parteien der Freisinnigen und Christlichdemokraten "bereits jetzt Kritik an der jeweiligen Vorgehensweise ertönt", sei kein gutes Zeichen. Zusammenhalt zu schaffen werde also nicht einfacher.

Partei-Delegierte gegen Partei-Fraktion?

Der TAGES-ANZEIGER dokumentiert dies gleich am Fall des Entscheids zum Avanti-Gegenvorschlag über eine zweite Gotthard-Röhre, den die CVP-Delegierten letztes Wochenende getroffen haben. Sie stellten sich "überraschend" mit grosser Mehrheit gegen den Avanti-Gegenvorschlag des Bundesrates. Dabei hatte ihm die CVP-Parlaments-Fraktion im letzten Jahr "überwiegend zugestimmt".

Der Westschweizer LE TEMPS bringt die Situation populärer auf den Punkt und liess einen CVP-Delegierten noch kurz vor der Versammlung prophezeien: "ça va être le bordel – das gibt noch ein Riesen-Durcheinander". Das Hauptproblem dieser Partei besteht laut der Westschweizer Zeitung darin, dass bis heute keine neue Identität geschmiedet werden konnte - "après s'être émancipé de l'Eglise catholique dans les années 70 – nach der Emanzipation von der katholischen Kirche in den siebziger Jahren".

Blocher focht "für die in Bern"

Ruhiger ging es demgegenüber an der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zu und her. Der Neu-Bundesrat Christoph Blocher trat erstmals "vor seiner SVP gegen sie an", wie die BASLER ZEITUNG schreibt: "Tapfer vertrat er die Argumente der Landesregierung gegen die 'Verwahrungs-Initiative'. Er unterlag mit 398 zu 16 Stimmen." Nur einmal, so die BAZ, sei er "doch noch aus der neuen Rolle gefallen", weil ihm eine Bemerkung entfuhr.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG bewertete Blochers Début als "politisch korrekt". "Moderat und korrekt, aber nicht nur linientreu war dabei der erste Auftritt von Justizminister Blocher." Zur Parolenfassung bezüglich der Verwahrungs-Initiative schreibt die NZZ: "Blocher wahrte dabei zwar einigermassen die Kollegialitäts-Etikette, machte aber aus seiner Seele sichtlich keine Mördergrube".

Zur Delegiertenversammlung der Freisinnigen fragt sich die NZZ: "Aufbruch zu neuen Ufern?" Und DER BUND kommentiert: "Bei der FDP heisst die PR-Formel, die Mut machen soll, 'Avenir radical', bei der CVP 'Erneuerung 2007'. Beides will Zukunft suggerieren. Aber die Zukunft der beiden Verliererparteien ist ungewiss."

Die Ohnmacht verstärke sich durch die Einsicht, "dass die Korrekturmöglichkeiten beschränkt sind", so DER BUND. Fahre die FDP einen schneidigen Rechtskurs, vertäube sie die offenen Liberalen in ihrer Wählerschaft. Setze sie die Prioritäten umgekehrt, verliere sie Rechtsfreisinnige.

Gegenüber der CVP habe es die FDP sogar noch schwerer, sich thematisch von der SVP abzugrenzen.

Ende der Spekulationen um Frehsner

Nicht abgrenzen jedoch kann sich der Cheftrainer der Schweizer Skifahrer, Karl Frehsner, von den schlechten Resultaten der Schweizer Skirennfahrer. "Spät, aber gerade noch rechtzeitig hat Swiss-Ski den Spekulationen um Karl Frehsner ein Ende gesetzt", so DER BUND. Die Diskussion um Frehsner sei zu einem Thema nationalen Interesses geworden.

"Die Entlassung eines bei den Fahrern nicht umstrittenen Cheftrainers mitten in der Saison hätte ausser zusätzlichen Kosten kaum etwas bewirkt", schreibt DER BUND weiter. Denn der Niedergang der Skination Schweiz hätte schon vor Frehsners Comeback 2002 begonnen.

Die Boulevard-Zeitung BLICK, welcher DER BUND die Schuld für die ganze Spekulation aufbürdet, findet den Entscheid zwar richtig, Frehsner noch bis Ende Saison im Amt zu belassen.

Doch ruhig werde es für Gian Gilli, den Chef Leistungssport im Verband Swiss Ski, jetzt aber nicht. Die alpine Schweiz müsse die richtige Richtung für die Olympiade 2006 in Turin einschlagen.

swissinfo, Alexander Künzle

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