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Presseschau vom 19.01.2003

Jetzt doch die UNO: Dass die Amerikaner nach den jüngsten Anschlägen in Irak plötzlich auf die Weltorganisation setzen, wird kritisch beleuchtet in den Zeitungen vom Montag. Kofi Annan sei nicht zu beneiden.

Weitere Themen betreffen die mühsame Geldsuche der Fluggesellschaft Swiss und Kundgebungen rund um das bevorstehende Weltwirtschaftsforum in Davos.

US-Vizekönig Paul Bremer brauche also Hilfe, und die suche er bei der UNO, kommentiert die BASLER ZEITUNG den Bittgang des amerikanischen Irak-Verwalters Paul Bremer. Der Grund sei klar:

"Aus purem Eigeninteresse, nämlich um Bushs Wiederwahl nicht zu gefährden, hofft die US-Regierung auf UNO-Unterstützung."

Die Bush-Regierung habe sich selbst in die Lage des Bittstellers manövriert. UNO nur dann, wenn es gar nicht mehr anders gehe.

UNO für den Wahlkampf manipulieren



Trotz aller Bereitschaft der Vereinten Nationen, bei der Lösung der Probleme in Irak mitzuwirken, sei die UNO auch recht misstrauisch gegenüber den amerikanischen Motiven für die neuerliche Annäherung, schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Schliesslich solle die Weltorganisation nun einen Prozess gut heissen, von dessen Entwicklung sie bewusst ausgeschlossen worden war. Und:

"Es ist auch zu hören, Washington wolle die UNO im Zusammenhang mit dem Wahlkampf manipulieren."

Der UNO falle ein schweres Los zu, schreibt die Genfer Zeitung LE TEMPS, und es könne nicht mit raschen Ergebnissen gerechnet werden. Aber die Ausgangslage sei anders:

"Les Etats-Unis et les Nations unies savent qu'ils ont besoin l'un de l'autre."

Die Vereinigten Staaten und die UNO seien sich bewusst, dass sie einander brauchten. Für Die Bush-Administration sei dies relativ neu.

"Swisscom bettelt für Swiss"

Seit Monaten verströme Swiss-Chef André Dosé Zuversicht, schreibt die BERNER ZEITUNG, BZ: Der betriebsnotwendige Bankkredit in Höhe von gegen einer halben Milliarde Franken stehe demnächst bereit, wiederhole Dosé eins ums andere Mal – bloss geschehen sei bis dato nichts:

"Doch an seiner Stelle lehnt sich diesmal Swisscom-Chef Jens Alder zum Fenster hinaus. Er hat die Rolle des Koordinators unter den privaten Grossaktionären übernommen und klärt ab, inwiefern diese bereit sind, der Swiss ein weiteres Mal unter die Arme zu greifen."

Dies ist laut BZ mehr als seltsam. Denn einerseits werde im Departement Leuenberger betont, der Bund – mit gut 20 Prozent grösster Swiss-Aktionär – sei nicht angefragt worden. Andererseits trete als Koordinator der Geldsuche der Chef des dem Bund am nächsten stehenden Swiss-Aktionärs auf.

Auch die Boulevardzeitung BLICK spricht von einem

"neuen Akt im Endlos-Theater um den Kredit für die Swiss."

Swisscom-Chef Jens Alder versuche bei den privaten Grossaktionären 80 Millionen Franken Darlehen locker zu machen – und telefoniere sich die Finger wund.

"Kreatives Chaos"

Am Weltsozialforum in Mumbai herrsche zwischen Wolkenkratzern und Slums, Palmen und Müllbergen ein schier unüberblickbares Durcheinander, schreibt der Zürcher TAGES-ANZEIGER. Der Gegensatz zum Weltwirtschaftsforum in Davos, wo Politik hinter verschlossenen Türen gemacht werde, könnte kaum grösser sein:

"Immer mehr Menschen fühlen sich ausgegrenzt. Das beweist die wachsende Internationale der Globalisierungskritiker."

Es sei Zeit, so der TAGI, dass die Mächtigen in Davos sich ihren Anliegen öffnen würden.

"Hier die handverlesene Elite, dort eine breite Bewegung",

beschreibt das ST. GALLER TAGBLATT gewollt pauschalisierend das WEF Davos und das Weltsozialforum in Mumbai. Beide Veranstaltungen würden aber erstklassige Plattformen bieten, um Forderungen durch zu setzen. Fazit des Blattes:

"Damit die Armut beseitigt und nachhaltige Entwicklung Wirklichkeit wird, braucht es einen neuen politischen Willen, sowohl im Norden wie im Süden. Dialog – und damit sowohl Davos wie Mumbai – sind Mosaiksteine auf dem Weg dahin.

swissinfo, Monika Lüthi

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