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Presseschau vom 19.12.2003

Die Frage, ob sich die Post weiter verändern darf, dominiert am Freitag einen guten Teil der Frontseiten der Schweizer Presse. Die Gemüter bewegt auch der Verkauf der Marken-Ikone Elmex an Colgate-Palmolive.

Dokumentiert wird auch Ruth Metzlers letzter Arbeitstag als Bundesrätin im Parlament.

Die Post bewegt die Gemüter. Dass der Nationalrat am Donnerstag die Initiative "Postdienst für alle" abgelehnt hat, gibt in zahlreichen Zeitungen zu Frontkommentaren Anlass. Eigenwirtschaftlichkeit bei flächendeckendem Angebot in jedem Dorf komme einer Quadratur des Kreises gleich, die nicht zu bewerkstelligen sei.

"Unnötiger Heimatschutz", titelt die AARGAUER ZEITUNG, "die Volksinitiative 'Postinitiative für alle' sollen wir an der Urne also ablehnen". Zumindest nach Ansicht von Bundesrat und Nationalrat – der Ständerat werde sich nächstes Jahr dazu äussern.

Der Entscheid sei knapp zustande gekommen, denn "bürgerliche Liberalisierer und linke Bewahrer halten sich praktisch die Waage". Doch die Wahrheit liege eben oft in der Mitte.

Tadel am Parlament



"Wie viele Postbüros braucht das Land?", fragt sich die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG im Kommentar auf ihrer Inlandfront. Und beginnt gleich mit einer Kritik am Parlament, das zwar den gelben Riesen in die unternehmerische Freiheit geschickt habe. Aber sofort protestiere, wenn dieser die betrieblich nötigen Einschnitte vornehmen wolle.

"Das bestehende Poststellennetz ist hoch defizitär und kann in dieser Form nicht wegen sozial- und regionalpolitischer Überlegungen aufrecht erhalten werden", schreibt die NZZ.

Romands so wenig vertreten wie Frauen?

Ein anderes Polit-Thema bringt der Westschweizer LE TEMPS auf: Kein Romand, so kommentiert das Blatt auf seiner Frontseite, sei unter den Präsidenten der zwölf permanenten parlamentarischen Kommissionen zu finden. "Jamais les francophones n'auront été de manière aussi spectaculaire évincés des responsabilités et du pouvoir réel de commissions qu'est la maîtrise de l'agenda des procédures – noch nie wurden die Romands derart von der Verantwortung und der Macht ausgeschlossen, die mit den Kommissionen verbunden ist, da über sie der Fahrplan für die Verfahren festgelegt wird."

LE TEMPS vergleicht die Situation der Romands in der eidgenössischen Politik, die bald sei wie jene der Frauen. Den Deutschschweizern wird vorgeworfen, diesen heiklen Sachverhalt wahrscheinlich gar nicht realisiert zu haben. Den Romands selbst wird eine "Absence de fortes personnalités" vorgehalten – ein Mangel an starken Persönlichkeiten.

Tele2 und Elmex



Wirtschaftlich bewegt die Vergabe einer vierten Mobilfunk-Konzession an Tele2: Von "gemischten Gefühlen" schreibt der Kommentator im BUND auf der Front. Und denkt schon an die zusätzlichen Antennen inklusive den Protest, den dies zumindest in den Städten nach sich ziehen werde. "Das verheisst nichts Gutes im Hinblick auf den definitiven Aufbau von UMTS – der nächsten Internetgeneration."

Dennoch: DER BUND empfindet die Mobiltelefon-Preise in der Schweiz als zu hoch. Der Entscheid der Kommunikationskommission (ComCom) sei deshalb grundsätzlich zu begrüssen. Die NZZ weiss, dass die Tele2-Tarife "mindestens 10% unter denjenigen der Konkurrenz liegen sollen".

Die Gemüter werden auch durch den Verkauf einer weiteren Schweizer Marken-Ikone an die Amerikaner aufgewühlt: Das Familienunternehmen Gaba, Hersteller der Schweizer Traditionszahnpasta Elmex, geht an den US-Konzern Colgate-Palmolive über. Der Marktführer in der Schweiz sei den Amerikanern eine Milliarde Franken wert, schreibt die BERNER ZEITUNG.

Metzlers letzter Tag



Ein ans Gegenteil von strahlender Zahnpasta-Werbung ermahnendes Thema, das sich ebenfalls durch den Blätterwald zieht: Fotos vom letzten Arbeitstag der Bundesrätin Ruth Metzler, diesmal mit schmalen Lippen und "keiner Spur ihres sonst üblichen Strahlens", wie der BLICK schreibt. "Zum Abschied trug sie Schwarz."

Die BERNER ZEITUNG widmet ihr nochmals den Frontkommentar: "Keine Ikone", titelt sie und schreibt, dass "ihre Abwahl nichts mit ihrer durchaus respektablen Arbeit zu tun" habe. "Aber Metzler taugt nicht zur Ikone. Sie war nie Vorkämpferin für die Gleichberechtigung". Sie habe, wie viele jüngere Frauen, dies für selbstverständlich genommen. Dass sie sich mehr für die Frauen hätte einsetzen müssen, so der Kommentator, "hat sie erst gemerkt, als es zu spät war".


swissinfo, Alexander Künzle

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