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Presseschau vom 22.04.2003

Nach den Ostertagen machen internationale Themen in den Schweizer Zeitungen Schlagzeilen: Sars in China, Garner in Irak, der Papst in Rom.

Dieser Inhalt wurde am 22. April 2003 - 08:43 publiziert

Die neue Offenheit in China wird nur vorsichtig positiv beurteilt.

"Die Lungenentzündungs-Epidemie Sars verursacht in Asiens Millionenstädten eine gespenstische Stimmung: Hotels stehen leer, Airlines streichen Hunderte von Verbindungen, Geschäftspartner werden gemieden wie die Pest."

So beschreibt die BASLER ZEITUNG die aktuelle Situation.

"China korrigiert seine Haltung zu Sars, gibt Fehler zu und schickt zwei hochrangige Politiker in die Wüste", schreibt der TAGES-ANZEIGER und kommentiert:

"Der Druck auf Peking wirkt. (...) Die Idee, dass man als Politiker seinen Bürgern Rechenschaft schuldet, ist dem kommunistischen Apparat fremd. Warum also passiert es diesmal? Nicht etwa, weil das eigene Volk danach verlangt, sondern weil das Ausland es fordert. Und weil es Peking nun an den Geldbeutel geht."

LE TEMPS titelt: "Le virus de la transparence frappe la Chine - das Virus der Transparenz erfasst China."

Doch auch die Genfer Zeitung ist nicht wirklich optimistisch:

"Die Prävention von Sars könnte die Gelegenheit sein, um eine gute Dosis Reformen in einen bereits kranken und für Viren anfälligen Körper zu injizieren. Sind sie wohl dazu fähig?"

Auch die Luzerner Zeitung hofft, es sei "das Ende der Augenwischerei".

USA vor immensen Aufgaben in Irak

Hoffnung und nur wenig Vertrauen: Diese Haltung treffe auch für die aktuelle Situation von Jay Garner zu, den Chef der US-Verwaltung in Irak. Er trage ein besonders brisantes Handikap, erinnert die BERNER ZEITUNG:

"Der Freund Donald Rumsfelds ist durch seine Verbindungen zum rechts gerichteten Jewish Institute for National Security Affairs als Anhänger von Sharons kompromissloser Politik gegen die Palästinenser bekannt. Damit ist er bei der arabischen Bevölkerung im ganzen Mittleren Osten schlechthin unglaubwürdig."

Für den BUND ist klar, dass die USA "in irakischen und internationalen Augen verantwortlich sind, wie Irak aus den Verwüstungen des Krieges herauskommt".

Es seien noch viele Fragen offen, so der BUND. Würden die USA Sicherheit schaffen ohne sich unbeliebt zu machen? Würden sie die Leiden des Volkes endlich lindern, eine Zivilgesellschaft aufbauen können und die Suche nach Massenvernichtungswaffen glaubwürdig durchführen?

"Lauter Fragen, die nach internationaler Beobachtung rufen, am besten durch die UNO."

Garner stehe "vor immensen Aufgaben", schreibt die AARGAUER ZEITUNG.

"Die Ajatollahs machen bereits gegen die Besatzer mobil - die Zeitbombe hat zu ticken begonnen. Garner und den amerikanischen Besatzern bleibt nicht viel Zeit, sie zu entschärfen."

Handlungsbedarf sei dringend gegeben. Denn, so die AZ, "bisher gabs nur schöne Worte".

swissinfo, Eva Herrmann

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