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Presseschau vom 26.1.2004

Das WEF 2004 hat seine Tore geschlossen, die Global Leaders sind abgereist. Die Kommentare in den Schweizer Zeitungen fallen optimistischer und versöhnlicher aus als auch schon.

Begrüsst wird insbesondere der Schritt des WEF hin zur Öffnung. Bedauert wird jedoch die schwache Präsenz der Europäer.

DER BUND gibt dem WEF Nummer 34 gute Noten: "Der Einbezug nichtwirtschaftlicher Themen, das Open Forum, die besser kaschierten Gitterzäune, die weniger aggressiv wirkende Polizei- und Militärpräsenz......mögen dazu beigetragen haben, dass die Ausgabe 2004 versöhnlicher und zahmer erschien."

Doch das vom WEF-Vordenker Klaus Schwab erlassene "Krawatten-Verbot" könne nicht darüber hinwegtäuschen, "dass die Gräben zwischen den Gewinnern und den Verlierern der Globalisierung noch tief und die grossen, in Davos thematisierten Probleme ungelöst bleiben".

Zurückhaltend positiv gibt sich auch die BASLER ZEITUNG, welche die Frage aufwirft: "Ein guter Jahrgang? Schwer zu sagen. Die meisten gehörten Kommentare sind freundlich. Klar ist, dass die Stimmung gegenüber dem letzten Jahr deutlich besser geworden ist."

Aber, warnt die BAZ: "Die Gewitterwolken haben sich noch nicht verzogen."

"Der gezähmte Geist"

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG schreibt von einem "gezähmten Geist von Davos". Dass es dieses Jahr kaum zu Ausschreitungen kam, habe mit der Redimensionierung des Anlasses und der Schaffung des "Open Forum" zu tun. Und:

"Gleichzeitig haben die (meisten) Globalisierungsgegner erkannt, dass Davos nicht die richtige Zielscheibe ist. Denn auch das WEF ist ein globalisierungskritisches Forum."

Die AARGAUER ZEITUNG gibt WEF-Gründer Klaus Schwab den Rat, darüber nachzudenken, ob das WEF seinen quantitativen Zenit nicht überschritten habe und es "im Sinne der Lösung der Weltprobleme" nicht effizienter wäre, den Umfang der Veranstaltung einzuschränken.

Das Blatt schlägt stattdessen vor, "mit willigen Köpfen Lösungsansätze zu vertiefen, um sie möglichst auch realisieren zu können".

"Davos – ein Juwel"

Geradezu euphorisch gibt sich der Zürcher TAGES ANZEIGER, für den "Davos ein Juwel ist" und das WEF in diesem Jahr seinen "einmaligen Stellenwert" zurückerobert habe.

Zudem biete das WEF für die Schweiz und insbesondere für ihre Regierung einmalige Chancen. "Die Schweiz wird als Gastgeber-Land, das die Sicherheit des Unikats WEF zu garantieren hat, während fünf Tagen sichtlich ernst genommen – als Gesprächspartnerin und Teil der globalisierten Welt."

Auch für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG ist die vorschreitende Öffnung in Davos und das Open Forum ein Thema, wünschbar wäre jedoch eine stärkere Beteiligung von CEOs schweizerischer Unternehmen, so die NZZ:

"Es ist bedauerlich, wenn sich ein Podium zu einem sozial-partnerschaftlichen Thema aufgrund von Absagen von Arbeitgeberseite fast ausschliesslich aus Gewerkschaften zusammensetzt."

"Europa, wo bist du?"

Die beiden Genfer Zeitungen LE TEMPS und TRIBUNE DE GENEVE bemängeln insbesondere die schwache Präsenz der Europäer am diesjährigen Weltwirtschaftsforum. Sie hätten das Feld den USA überlassen, schreibt die TRIBUNE DE GENEVE: "L'Amérique triomphante à Davos – Amerika triumphiert in Davos."

Die USA seien keinen Deut von ihrer bisherigen Strategie abgewichen. Und die "axe du bien – die Achse des Guten", (Frankreich, Russland, Deutschland), die sich einem Krieg gegen Irak widersetzt hätten, seien "sehr diskret" geblieben.

Und LE TEMPS fragt in seinem Titel: "Europe, où es-tu? – Europa, wo bist du?" Laut der Genfer Zeitung haben sich die Europäer schlecht verkauft und ihre Chance nicht gepackt:

"Les grandes voix ont été rares – die grossen Stimmen waren dünn gesät."

swissinfo, Gaby Ochsenbein

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