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Presseschau vom 30.11.2002

Das Ende der Durststrecke im Bildungssektor ist für die Schweizer Presse ebenso ein Thema wie die registrierte Partnerschaft für Schwule und Lesben.

Dieser Inhalt wurde am 30. November 2002 - 11:00 publiziert

Als Sport-Sponsor wider Willen entpuppt sich eine Schweizer Grossbank.

Schwule und Lesben sollen künftig ihre Partnerschaft beim Zivilstandsamt registrieren können. Bei den Themen Fortpflanzungstechnologie und Adoption bleiben sie jedoch draussen vor.

"Eine Ehe ist die registrierte Partnerschaft trotz staatlichem 'Segen' aber nicht, höchstens eine Ehe 'zweiter Klasse' ", findet die BASLER ZEITUNG. "Denn Heiraten im klassischen Sinne und eine Familie gründen dürfen Schwule und Lesben (noch) nicht."

Die Schwulen- und Lesbenorganisationen sprechen deshalb von einer guten Vorlage mit Schönheitsfehlern. Die BAZ weiss auch warum: "Vielmehr dürfte der Hauptgrund dafür, dass die Vorlage etwas zaghaft ausgefallen ist, wohl in deren Mehrheitsfähigkeit liegen. (...) Denn eine wirkliche Schwulen- oder Lesben-Ehe würde derzeit noch auf zuviel Widerstand stossen."

Auch die BERNER ZEITUNG meint: "Dass Schwulen und Lesben die Adoption von Kindern verwehrt werden soll, erfüllt den Wunsch nach völliger Gleichberechtigung nicht. Mehr als ein Schönheitsfehler ist das aber zurzeit nicht. Indem der Bundesrat das Fuder nicht überlädt, nimmt er den Gegnern von vornherein kräftig Wind aus den Segeln."

Mehr für die Bildung tun

Der TAGES ANZIEGER begrüsst, dass "mehr Geld für den Denkplatz Schweiz" ausgegeben werden soll. Damit gemeint ist der von der Landesregierung beantragte 17,3 Mrd.-Franken-Forschungskredit.

"Die Alarmsignale waren nicht zu überhören", nimmt der TAGI Reaktionen von Professoren und Bildungspolitikern auf: "Wenn die Schweiz nicht mehr Geld in ihre grauen Zellen investiert, rutscht sie als Denkplatz in die zweite Liga ab. Mit verheerenden Folgen für den Wohlstand des Landes."

Der TAGI ist von den positiven Auswirkungen des staatlichen Unterstützungswillens allerdings noch nicht ganz überzeugt:

"Bis das Bildungsland Schweiz den Turnaround geschafft hat, wird es dauern. Und für die grossspurig angekündigte Bildungsoffensive bräuchte es bedeutend mehr Geld.

Wer steigt aufs Treppchen?

Die Bundesratswahl vom 4. Dezember ist ein wichtiges Thema. Für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG bieten Ministerwechsel in anderen Ländern selten bis nie Anlass zu Direktübertragungen des Fernsehens. In der Schweiz ist das eben anders.

Die NZZ hat Statistiken konsultiert um diesen Umstand zu erklären: "Bisher waren in der Schweiz nur gerade 105 Magistratspersonen für 154 Jahre Bundesstaat vonnöten. In dieser Beziehung wenigstens ist der Staat günstiger als manch eine via Headhunter teuer zusammengekaufte Unternehmensleitung.

Den SVP-Bundesratskandidaten Toni Bortoluzzi im Visier, meint die NZZ: "Soll ein weiterer SVP-Politiker als Bundesratskandidat mehrheitsfähig werden, braucht es berechenbare Persönlichkeiten, die willens und fähig sind, nach der Wahl etwas Abstand zur eigenen Partei und zu deren 'reinen Lehre' zu nehmen. (...) Die Landesregierung ist als Kollegialbehörde eben erheblich mehr als ein Quotenrat."

Sport und Geld: Siamesische Zwillinge

Die BLICK-Titelseite zeigt einen bass erstaunten UBS-Chef Marcel Ospel und ein Bild des Fussballclub FC Wil. Die Schlagzeile: "Hallo Herr Ospel, das ist Ihr Team!"

Die Erklärung folgt sogleich: "Mit 10 Mio. Franken ist die Grossbank Hauptsponsor des FC Wil - und sie wusste nichts davon. FC-Wil-Präsident Andreas Hafen hat die UBS um satte 48 Mio. Franken betrogen. Knapp ein Viertel davon floss in die Klubkasse."

Was oder wer mit dem vielen Geld bezahlt oder unterstützt wurde, ist sicherlich Thema in den nächsten Ausgaben des Boulevard-Blattes.

swissinfo, Etienne Strebel

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