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Presseschau vom 31.12.2003

Terroristen, Bundesräte und Manager – alle kommen in der letzten Ausgabe der Schweizer Zeitungen in diesem Jahr vor. Und fürs Jahr 2004 wird ihnen nicht nur Gutes prognostiziert.

Die polarisierte Schweiz sei dafür selbstbewusster geworden, meint eine der Tageszeitungen.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG konstatiert, dass das Jahr 2003 die Schnelllebigkeit unserer Zeit vor Augen führe: "Die zu Jahresbeginn geführten Debatten über die Notwendigkeit eines Krieges gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein scheinen eine Ewigkeit zurückzuliegen. (...) Der prophezeite Flächenbrand im gesamten Nahen und Mittleren Osten ist ausgeblieben."

Terrorangst zum Sylvester

Friedlicher sei die Welt aber nicht geworden, meint die NZZ, zählt die Anschläge des Terrornetzes der Kaida in den letzten Monaten auf und kommt zum Schluss: "Der Krieg im Irak hat den Kampf gegen den Terrorismus nicht zum Vornherein leichter gemacht. (...) Viele Muslime sehen in der amerikanischen Politik einen Kreuzzug gegen den Islam. (...) Wenn der Westen nachhaltig gegen den Terrorismus vorgehen will, muss er den politisch-ideologischen Kampf um die Köpfe und Herzen der Araber aufnehmen."

Zumindest in diesen Tagen wird das nicht geschehen: "Angst vor Terroranschlag wächst", titelt der Zürcher TAGES-ANZEIGER, "Terroralarm in Europa" schlägt der BUND aus Bern Alarm.

Nachhaltig schlechte Wirtschaft?

Etwas Aufmunterung gibt es im BUND wenigstens im Wirtschafts-Teil: "Zum Jahresausklang das Jahreshoch. Die erste Baisse des dritten Jahrtausends an der Schweizer Börse ist überwunden."

Für die BERNER ZEITUNG ist das kein Grund zum Feiern. Sie schaut nach Italien, wo der Milch-Konzern Parmalat fatal an den Zusammenbruch der Winterthurer Erb-Gruppe und die gegroundete Swissair erinnert: "Der italienische Staat wird sich wohl finanziell an der Rettung von Parmalat beteiligen müssen. Und damit wird der Druck in der Schweiz steigen, nach Swissair auch bei Swiss ein Auge zuzudrücken – sollte es zu einer Notsituation kommen. (...) Immer mehr Anleger sind stark verunsichert und scheuen jegliche Risiken – das kann für die Wirtschaft nicht gut sein."

"Liebe Mitbürger, arme Mitbürgerinnen"

Nicht gut für die ganze Schweiz waren die Bundesratswahlen im Dezember - wenigstens im Genfer LE TEMPS und vor allem für die Frauen. In Chapattes Karikatur wendet sich der Bundespräsident Pascal Couchepin ans Schweizer Volk: "Chers Concitoyens, pauvres Concitoyennes – Liebe Mitbürger, arme Mitbürgerinnen"

Und im Hintergrund der Zeichnung verströmen unter Girlanden und drei Weihnachtskugeln die Bundesräte Blocher und Merz gute Sylvester-Stimmung.

Ende der Problem-Verdränger

In einer solchen ist auch das Massenblatt BLICK. Auf der Front prangt eben jener Bundesrat Merz mit Champagnerglas in der Hand und verkündet im Interview: "2004 wird besser, wenn wir nur genug Mut haben."

Damit dürfte er auf der Linie des BLICK-Chefredaktors liegen, der schreibt: "2003 war das Ende der Problem-Verdränger mit ihrer 'Alles-wird-gut'-Lüge. Das Volk wählte Menschen, von denen es glaubt, dass sie hinstehen und die Probleme beim Namen nennen."

Polarisierte, selbstbewusste Schweiz

Auf ein Problem macht bereits der TAGES-ANZEIGER aufmerksam, und zwar schon heute. Das Land sei politisch polarisierter denn je. Und alle wollten sich Gehör verschaffen: "Ob empörte Frauen, die jene Fraktionen geisseln, welche Ruth Metzler abgewählt haben, ob Manager, die den Wirtschaftsminister der Unfähigkeit bezichtigen, ob Homosexuelle, die auf ihren Rechten bestehen, ob Motorradfahrer, die sich gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen wehren."

Der TAGI schliesst daraus: "Schweizer und Schweizerinnen sind selbstbewusst geworden – und mit ihnen auch viele Ausländer, die im Mikrokosmos Schweiz leben."

swissinfo, Philippe Kropf

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