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Presseschau vom Dienstag 20.08.2002

Joseph Deiss' Standpauke, Osama bin Ladens Vermächtnis, die Apartheid-Sammelklage sowie die Schaffung alternativer Facharzttitel.

Dieser Inhalt wurde am 20. August 2002 - 10:25 publiziert

Die Kommentare in den Schweizer Zeitungen erstrecken sich heute über ein weites Feld.

Der BUND beschäftigt sich mit den sogenannten "Terror-Tapes" von Osama bin Laden, welche der US-Nachrichtensender CNN zur Zeit in Raten ausstrahlt:

"Die 'Videothek des Terrors' zeigt das Ausmass der Indoktrination der von Osama bin Laden und seiner Führungsequipe rekrutierten Terroristen - so genannte Schläfer, deren Zahl auf Zehntausende geschätzt wird."

Der BUND findet aber auch, dass die Bänder ein gefährliches Vermächtnis des bis jetzt noch nicht aufgespürten Terrorbosses sind:

"Wird es in voller Länge ausgestrahlt, dann findet bin Laden neue Nachahmer. Zurückhaltung wäre angebracht."

Ins Gewissen geredet

In der NEUE LUZERNER ZEITUNG geht es um die Standpauke, die Aussenminister Joseph Deiss seinen Botschaftern in Bern hielt:

"Mit markigen Worten wurden den Botschaftern die Leviten gelesen - und nicht zuletzt gegen aussen Führungsstärke demonstriert."

Nach Ansicht des Kommentators kommt "Mr. Nice Deiss" nicht so leicht davon: "Nach den Pleiten und Pannen im EDA liegt noch einiges im Argen."

Dass sich der Aussenminister nicht direkt, sondern nur in Anspielungen zum Fall Borer geäussert hat, wird nicht goutiert:

"Den offenbar mit diplomatischem Fingerspitzengefühl verwechselten Anspielungen Deiss' fehlt es an Fairness gegenüber dem ehemaligen Schweizer Botschafter in Berlin."

Die NLZ zieht trotzdem einen versöhnlichen Schluss:

"Der Leistungsausweis von Bundesrat Deiss ist besser als sein gegenwärtiger Ruf."

Ungerechtfertigte Sammelklagen?

Die Sammelklage zur Entschädigung von Apartheidopfern beurteilt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG als nicht gerechtfertigt. Sie pocht einerseits auf die Nicht-Zuständigkeit des US-Gerichts:

"Es ist schwer einzusehen, weshalb ein US-Gericht sich der Auseinandersetzung zwischen Schweizer Banken und südafrikanischen Bürgern annehmen sollte."

Auf die Frage, ob die Klage inhaltlich gerechtfertigt sei, meint die NZZ:

"Die Unternehmen verstiessen mit ihrem Handeln weder gegen nationales noch internationales Recht."

Die Behauptung, "Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zu Südafrika aufrecht erhielten, hätten die Apartheid verlängert," wird in der NZZ kategorisch verneint. Und weiter:

"Vermutlich war es gerade die spezifische Mischung aus Sanktionen auf der einen und funktionierenden Wirtschaftsbeziehungen auf der anderen Seite, die den Boden für den friedlichen Regiemewechsel in Südafrika gelegt hat."

Gesundheitskosten im Griff?

Die BERNER ZEITUNG beschäftigt sich mit dem Bemühen, die explodierenden Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen. Lob erhält die Berner Regierung, die mit der Schaffung des Spitalfacharzttitels jungen Ärzten und Ärztinnen erlaubt, sich in einem Spital anstellen zu lassen, ohne gleich leitende Funktionen übernehmen zu müssen:

"Das ist vor allem für junge Ärzte eine attraktive Alternative zur Eröffnung einer eigenen, kostspieligen Praxis."

Ein möglicher Wermutstropfen wird jedoch nicht verschwiegen:

"Führt die Einführung des Spitalfacharztes dazu, dass die initiativsten und tüchtigsten Ärzte die Herausforderungen der 'freien Wildbahn' vorziehen? Und die weniger tüchtigen im Spital bleiben?"

Etienne Strebel

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