Presseschau vom Dienstag 27. 8. 2002

Das Verbot der baskischen Partei Batasuna beschäftigt heute die Kommentatoren der meisten Zeitungen.

Die Themenbandbreite reicht weiter über die Erd-Konferenz in Johannesburg, verirrte Polizeikugeln, Betteleien und eine sich in Entwicklung befindliche Super-Pille.

Die spanische Justiz und Politik verdrängen den politischen Arm der baskischen Terrororganisation ETA in den Untergrund.

Mit

"Basta Batasuna"

bringt es LE TEMPS auf den Punkt.

Der Berner BUND ist da schon skeptischer:

"So logisch das Parteiverbot (...) ist - der Lösung des Konflikts dient es nicht."

Aber:

"Auf dünnem Eis"...

bewegt sich die spanische Regierung laut der AARGAUER ZEITUNG. Der bekannte Untersuchungsrichter Baltasar Garzon, der schon den chilenischen Ex-Diktator Pinochet zu unfreiwilligen Ferien in Grossbritannien gezwungen hat, scheint für Spanien zum legalen Rettungsanker zu werden:

"Garzon hat dermassen handfeste Beweise (...), dass er bereits erreicht hat, alle Parteigelder einzufrieren. Und Beweise sind in einer Demokratie zweifellos unverzichtbar, um eine Partei zu verbieten",

sagt die AARGAUER ZEITUNG.

"Europa muss Bush unter Druck setzen"

verlangt der BLICK, der den US-Präsidenten als

"arroganten Vertreter der amerikanischen (Wirtschafts-) Interessen"

brandmarkt. Damit Europa den US-Kampf gegen den Terrorismus weiterhin unterstütze, müsse es eine Gegenleistung verlangen:

"Den umfassenden Schutz unserer Welt. Dazu gehört auch der Umweltschutz."

In dieselbe Kerbe haut auch die BERNER ZEITUNG, die in ihrem Kommentar zu Sinn und Unsinn des Johannesburger Erdgipfels meint:

"Gemessen an den hochfliegenden Visionen sind die Resultate bescheiden. Das wird so lange bleiben, als die 'reichen' Gesellschaften (...) sich wegen Rezession oder Terror bedroht fühlen. Und auch so lange, als in den USA eine Führung am Werk ist, die sich mehr für ihren Krieg gegen den Irak und für die Interessen von Industrielobbys interessiert (...)"

Betteln ist für Millionen Menschen die einzige Einnahmequelle. Damit sich Herr und Frau Schweizer in die Situation eines Bettlers, einer Bettlerin versetzen können, werden zwar nicht die Steuern erhöht, aber - und so titelt der BUND:

"An der Expo darf man Bettler spielen"

Die Expo.02-Leitung erlaubt in Zusammenarbeit mit der Winterhilfe allen Expo-Besuchern und Besucherinnen den Erwerb einer 'Bettellizenz'. Dem Betteln auf der Arteplage steht darauf nichts mehr im Wege.

Der BUND kommentiert:

"Das Spiel der Expo mit der Armut soll provozieren und Diskussionen auslösen. (...) Innerhalb der stilisierten Scheinwelt Expo (...) verkommt das Experiment aber zu einem Gag. (...) Mancher kommt wohl eher auf die Idee, die Aktion sei eine inszenierte Selbstironie der Expo, die ständig um Geld betteln muss."

Der TAGES ANZEIGER prangert

"Amtliche Fehlschüsse"

Dieser Inhalt wurde am 27. August 2002 - 10:45 publiziert

an und zielt damit auf den Zürcher Stadtpolizisten, der sein Ziel, einen Einbrecher, verfehlt hat und statt dessen einen Passanten schwer verletzte.

Der TAGI weiss:

"Wenn Beamte auf flüchtende Schwerverbrecher schiessen, treffen sie selten. (...) Amtliche Schüsse auf Flüchtende verkommen zur Lotterie."

Deshalb fordert der TAGI-Kommentator:

"Polizisten dürfen zwar weiter in Notwehr, nicht mehr aber auf Flüchtende schiessen".

Doppelt frohe Kunde erreicht uns aus den USA: Der TAGES ANZEIGER berichtet über eine US-Biotech-Firma, die eine Pille entwickelt, welche Viagra weit in den Schatten stellen soll:

"Sie verleiht nicht nur eine perfekte Bräune, sie sorgt auch dafür, dass die Hautfarbe (...) in angenehmer Umgebung zur Schau gestellt werden kann - im Schlafzimmer. Das Medikament beflügelt nämlich auch noch die sexuelle Potenz, (...) wirkt als Appetitzügler und gegen Akne."

Frustrierte Shareholder können also künftig in die aufstrebende Firma und respektive oder in die Wunderpillen investieren.

Etienne Strebel

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