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Presseschau vom Freitag 23.08.2002

Lobende Worte gibt es kaum in den Freitags-Zeitungen. Das Vorgehen der Regierung beim Mindestzinssatz der beruflichen Vorsorge wird kritisiert, mit Sorge blicken die Zeitungen auf aktuelle Wirtschaftszahlen.

Dieser Inhalt wurde am 23. August 2002 - 09:10 publiziert

Patentrezepte gebe es nicht, so der Tenor.

Die Sommerpause ist definitiv vorbei, am Donnerstag kam die Regierung zu ihrer ersten Klausursitzung zusammen. Allerdings nicht nur das:

"Bundesrat setzt sich wieder in die Nesseln", schreibt die AARGAUER ZEITUNG. Thema ist einmal mehr die berufliche Vorsorge: Der Bundesrat ist auf seinen vorsommerlichen provisorischen Entscheid, den Mindestzinssatz auf 3% zu senken, zurück gekommen und hat sich nun auf 3,25% geeinigt. Allerdings: Auch das ist kein definitiver Entscheid, sondern ein Vorschlag.

"Peinlich" sei das ganze Vorgehen, findet der TAGES-ANZEIGER. Und fragt: "Weiss der Bundesrat eigentlich, was er will?"

Irrungen ortet auch LE TEMPS, "les errances du Conseil fédéral". Mit dem neuen Entscheid sei noch lange nicht alles klar, noch müsse sozusagen die politische Bombe entschärft werden:

"Il lui reste cependant à désamorcer la bombe politique dont il a allumé la mèche avant l'été."

Von einer "Trial-and-Error-Politik" schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. "Zweite, verbesserte Auflage", so bezeichnet die NZZ den materiellen Entscheid, der übrigens in verschiedenen Zeitungen durchaus positiv gewürdigt wird. Aber eben, im Vordergrund steht das Vorgehen. Die NZZ:

"Statt ruhig und überlegt die Anpassung vorzunehmen, wirft der Bundesrat nun zum zweiten Mal einfach eine Zahl in die Runde, quasi um die Reaktionen erneut abzuwarten. Es ist nicht einzusehen, weshalb er nach dem bereits schlecht vorbereiteten Vorgehen vor der Sommerpause jetzt nicht sämtliche Konsultationen (...) durchführt, um dann den endgültigen Entscheid zu fällen und wieder Ruhe einkehren zu lassen."

Hilfeschrei im Boulevardblatt

Nichts von eitel Sonnenschein auch in der Schweizer Wirtschaftswelt:

"Wir leiden", wird Johann Schneider-Ammann, Präsident der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, in der BERNER ZEITUNG zitiert. Denn:

"Industrie sauer auf Banken", titelt die BZ. Die Banken hätten die Zinssenkung nicht weitergegeben, so die Kritik. Die Kommentatorin teilt diese nicht uneingeschränkt:

Es würde "niemandem nützen, wenn die Banken sich durch einen sorglosen Geldverleih in Probleme hineinmanövrieren würden, wie das zu Beginn der 90er Jahre der Fall war, als Kredite in Milliardenhöhe abgeschrieben werden mussten".

Auch der BLICK hat keine Patentrezepte. "Wieder 1000 Jobs weg, weniger Aufträge, miese Prognosen" - es sei eine schwarze Woche gewesen, so das Boulevardblatt. Und titelt hilflos: "Hilfe, unsere Wirtschaft schlittert in die Krise!"

Laure Wyss: Eine "vielseitige Pionierin" ist tot

"Unsentimental, klar und radikal" - so beschreibt die BERNER ZEITUNG die am Mittwoch verstorbene Autorin Laure Wyss.

"Sie war eine Pionierin - im Schweizer Journalismus ebenso wie als Feministin der ersten Stunde. In Laure Wyss hat die Schweiz eine ihrer engagiertesten und vielseitigsten Autorinnen verloren", so die BZ weiter.

"Eine Kämpferin für die Menschlichkeit ist tot", titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG. Im TAGES-ANZEIGER, wo die engagierte Journalistin und Autorin jahrelang gewirkt hatte, wird sie mit einer ganzen Seite gewürdigt. Denn sie habe geschrieben, "was wahr ist".

Zürich mal nicht "erste Geige"

Am Samstag feiert der Kanton Zürich seinen Kantonaltag an der Expo.02. Ein Grund für die BASLER ZEITUNG, sich mit dem ungeliebten Zentrum der Schweiz auseinander zu setzen.

"Zürich präsentiert sich am Samstag an der Expo.02 weder als Wirtschaftszentrum noch mit heimischer Folklore, sondern als weltoffener Kulturkanton und kommt somit quasi auf Samtpfoten daher", so die Würdigung der BAZ. Es sei "ein Grossereignis, bei dem Zürich einmal nicht die erste Geige spielt".

Eva Herrmann

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