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Rich: Verfahren gegen Holding eröffnet

Marc Rich, hier zusammen mit seiner Ex-Frau Denise, verabscheut die Schweizer Geldwäscherei-Gesetzgebung.

(Keystone Archive)

Die Kontrollstelle für Geldwäscherei hat ein Verfahren gegen die Holding des Zuger Rohstoffhändlers Marc Rich eröffnet. Es soll untersucht werden, ob die Holding unter das Geldwäschereigesetz fällt.

"Ein entsprechendes Verfahren ist eingeleitet worden, es geht aber nicht darum, dass Marc Richs Holding verdächtigt würde, Geld zu waschen", bestätigte Daniel Eckmann, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD), einen entsprechenden Bericht des "SonntagsBlick".

Es gehe vielmehr darum, ob Richs Tätigkeit Rohwarenhandel sei oder nicht. Handle es sich um Rohwarenhandel, müsse er sich entweder einer Selbstregulierungs-Organisation anschliessen oder eine Bewilligung der Kontrollstelle für Geldwäscherei einholen. Gemäss Gesetz droht dem Geschäftsmann ansonsten eine Busse von bis zu 200'000 Franken. Kein

"Rechtsstaat à la carte"

"Die Androhung von Richs Anwalt, man verlagere die Geschäftstätigkeit ins Ausland, falls die Holding unter das Geldwäschereigesetz fällt, kann für die gesetzesanwendende Behörde natürlich nicht relevant sein", gab Eckmann zu bedenken.

Richs Anwalt André A. Wicki hatte in einem Interview im "Blick" vom Samstag erklärt, Rich müsse in diesem Fall nach London ziehen oder sein Geschäft schliessen (swissinfo berichtete).

Wicki sprach von einem "unsinnigen Gesetz". Beim Handel mit Öl und Metall gehe es oft um Stunden. Da gehe es nicht an, dass man die Kunden und Lieferanten zuerst durchleuchten müsse.

"Wenn die grossen Rohstoffhändler wegziehen, würden alleine in Zug hunderte von Millionen an Steuerfranken verloren gehen", machte Richs Anwalt geltend. Auch Hunderte Arbeitsplätze seien in Gefahr.

Auf derartige Drohungen gehe man gar nicht ein, erklärte Eckmann seinerseits am Sonntag. Einen "Rechtsstaat à la carte" könne und wolle sich die Schweiz nicht leisten. Dies mache nicht zuletzt alle Anstrengungen zunichte, eine vorbildliche Missbrauchsbekämpfung aufzuziehen, sagte Eckmann.

swissinfo und Agenturen

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