Rüstungsholding des Bundes will europäischen Markt erschliessen

Künftig will die RUAG u.a. den Bereich Helikopter- und Flugzeug-Unterhalt ausbauen. Keystone

Die Rüstungsholding des Bundes RUAG SUISSE will sich den europäischen Rüstungsmarkt erschliessen. Zugleich soll die Gruppe auch künftig als Anbieterin von Produkten für die Schweizer Armee fest im wehrtechnischen Bereich verankert bleiben.

Dieser Inhalt wurde am 10. Mai 2000 - 14:24 publiziert

Die privatisierte Rüstungs- und Industriegruppe RUAG SUISSE hat sich eine neue Konzernstrategie gegeben. Kernpunkte sind eine grössere Unabhängigkeit vom Bund als Auftraggeber und eine stärkere Position im europäischen Rüstungsmarkt.

Konzernchef Toni J. Wicki wies am Mittwoch (10.05.) an der Bilanzpressekonferenz in Bern auf die weltweiten Veränderungen im Rüstungsbereich hin und sprach im Hinblick auf das Schweizer Reformprojekt Armee XXI von "dunklen Wolken am Horizont". Auf den drohenden Umsatzrückgang ihrer Hauptkundin Eidgenossenschaft habe die RUAG deshalb mit einer neuen Strategie reagiert.

Die RUAG werde die von der Armee verlangten Bereiche sichern, andere ausbauen oder sogar ausweiten, sagte Wicki. Gewisse Bereiche würden aber desinvestiert. Wicki erwähnte dabei die mögliche Schliessung einzelner Standorte, betonte aber, dass ein solcher Entscheid letztlich eine politische Frage sei.

Zudem will die RUAG das Geschäft mit Drittkunden wesentlich ausbauen. Laut Wicki soll in den nächsten fünf Jahren der Anteil am Umsatz auf 30 Prozent gesteigert werden. Auch die internationale Position der Gruppe soll gestärkt werden. Im Visier hat die RUAG den europäischen Rüstungsmarkt.

Kooperationen mit europäischen Partnern

Im Vordergrund stehen der Unterhalt von Flugzeugen und Helikoptern sowie der Bereich Simulatoren. Expandieren will die Gruppe aber auch bei Führungs-, Informations- und Kommunikationssystemen sowie in den Bereichen Kleinkaliber-Munition und Waffen.

Schliesslich strebt die RUAG auch "zweckmässige Kooperationen" mit primär europäischen Partnern an. So kann nach Einschätzung von Wicki beispielsweise eine Raketenabwehr nur im Verbund mit Nachbarn realisiert werden. Damit sei auch die Rolle der Eidgenossenschaft als Hauptaktionärin der RUAG vorgegeben. Denn erst mit grösseren Kooperationen stelle sich die Frage nach der Öffnung des Kapitals für Dritte.

Gelungener Start ins laufende Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr 1999 bezeichnete Wicki als "zufriedenstellend". Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die RUAG einen Rückgang des Umsatzes um 4,1 Prozent auf 926 Mio. Franken. Dafür sei das Unternehmensergebnis mit 42,5 Mio. Fr. rund 10 Prozent höher ausgefallen als budgetiert.

Auch der Start ins laufende Jahr sei gelungen, führte Wicki weiter aus, die RUAG sei auf dem budgetierten Kurs. Der erwartete Umsatz werde in etwa demjenigen des Jahres 1999 entsprechen.

Die RUAG SUISSE ist seit Anfang 1999 eine private AG und besteht aus folgenden vier Gesellschaften: Die SE Schweizerische Elektronikunternehmung AG mit Sitz in Bern, die SF Schweizerische Unternehmung für Flugzeuge und Systeme AG mit Sitz in Emmen, die SM Schweizerische Munitionsunternehmung AG mit Sitz in Thun sowie die SW Schweizerische Unternehmung für Waffensysteme AG in Thun.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen