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SAir: Turbulenzen ohne Ende

Wohin nur führt der Weg der Swissair und der SAirGroup?

(Keystone)

Der Scherbenhaufen bei der SAirGroup ist komplett: Nicht nur SAirLines-Chef Moritz Suter gibt sein Amt auf. Fast der gesamte Verwaltungsrat tritt gestaffelt bis 2002 zurück. Er stehe damit zu seiner Verantwortung, teilte das Gremium an Freitag (09.03.) mit.

Die SAir gerät vollends in eine Schieflage. Für das laufende Jahr zeichnen sich Verluste von mehreren Hundert Millionen Franken ab. Die Probleme mit den defizitären Partner-Gesellschaften in Belgien (Sabena) und Frankreich (Air Littoral, Air Liberté und AOM) sind ungelöst.

Nun zieht der Verwaltungsrat, der letztlich für die gescheiterte Expansionsstrategie der letzten Jahre verantwortlich ist, die Konsequenzen. Er bereite das Terrain für eine erfolgreiche Neuausrichtung vor. Ziel sei ein gesundes Unternehmen und insbesondere eine qualitativ erstklassige und profitable Swissair.

Rückzug in Etappen

Auf die kommende Generalversammlung (GV) treten folgende fünf Verwaltungsräte zurück: Gerhardt Fischer, Paul-Antoine Hoefliger, Thomas Schmidheiny, Vreni Spoerry und Gaudenz Staehlin. Gleichzeitig sollen drei neue VR-Mitglieder vorgeschlagen werden. Namen wurden nicht genannt.

Ein Jahr später treten neben Präsident Honegger auch die Verwaltungsräte Benedict Hentsch, Andres F. Leuenberger und Lukas Mühlemann ab. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten die Airline-Beteiligungen und die Bilanz bereinigt und die Strategie neu ausgerichtet sein, hiess es weiter.

Als einziges Mitglied bleibe Nestlé-Finanzchef Mario Corti dem Verwaltungsrat weiterhin erhalten. Die Gesamt-Erneuerung sei bereits am 2. März - und damit noch vor dem überraschenden Rücktritt Suters - beschlossen worden, schreibt das Führungsgremium.

Weitere Auskünfte gab es nicht. Honegger wurde in der Mitteilung wie folgt zitiert: "Wir stehen zu unserer Verantwortung und werden mit aller Kraft die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft für das Unternehmen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen."

Kein Problem gelöst

Bei Analysten löste der Rücktritt des Verwaltungsrats unterschiedliche Reaktionen aus. "Damit ist die Grundlage für einen Neuanfang geschaffen", sagte Britta Simon von der Bank Sarasin. Andere Stimmen beurteilten die Lage negativ. Der jetzige Verwaltungsrat sei für die Belegschaft immer noch besser, als eine völlige Unklarheit über die künftige Führung.

"In der heutigen Situation kann es nur besser werden", kommentierte der Aviatik-Spezialist Sepp Moser den Rücktritt in der Tagesschau von SF DRS. Allerdings sei damit noch kein einziges Problem gelöst. Corti dürfte nach Ansicht Mosers neuer Verwaltungsratspräsident werden.

Die SAir habe mit diesem Entscheid dem öffentlichen Druck nachgegeben, sagte Patrik Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, der Nachrichtenagentur sda. Immerhin sei auch der Verwaltungsrat hinter der von Bruggisser verfolgten Strategie gestanden.

Dass Verwaltungsratspräsident Eric Honegger der SAir noch bis im Frühjahr 2002 erhalten bleibt, nahm Schwendimann mit Erleichterung zur Kenntnis. Seine politische Erfahrung sei für die SAir bedeutend.

Rückblende

Der Flugkonzern SAir war seit vergangenem Jahr zunehmend unter Druck geraten. So erwies sich die vom zurück-getretenen SAir-Chef Philippe Bruggisser forcierte Expansionsstrategie als Flop.

Die belgische Sabena, an der die SAir 49,5 Prozent hält, machte im vergangenen Jahr rund 305 Mio. Franken Verlust. Die drei französischen Gesellschaften Air Littoral, Air Liberté und AOM machten im vergangenen Jahr 625 Mio. Franken Verlust. Der Aktienkurs der SAirGroup ist seit Monaten massiv auf Sinkflug.

swissinfo und Agenturen


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