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Schloss Leuk wird internationales Kulturzentrum

Weit weg von den Ballungszentren entsteht im Schloss Leuk ein Kulturzentrum von internationalem Format. Ein zweitägiges Fest mit Stars wie Richard Long und Mario Botta läutet am Wochenende die erste Umbauphase des Schlosses ein.

Dieser Inhalt wurde am 17. August 2000 - 15:58 publiziert

Einst wurden hier missliebige Ritter und Hexen gefoltert, geköpft und gevierteilt. Nun soll es zu einem Ort des offenen Geistes und der Avantgarde werden: Schloss Leuk, ursprünglich ein romanischer Turm, später eine Meierwohnung, noch später Bischofschloss, schliesslich Kulturzentrum mit Botta-Stempel soll "Sinne und Seele fordern und fördern".

Aufpolierte Tradition, aufgehobene Landschaft

Star-Architekt Mario Botta stellt die Verbindung zwischen dem 800jährigen Kulturgut und der Moderne her, indem er das Schloss stil- und fachgerecht restauriert. Seine Visionen sind Teil des Leuker Sommerevents.

Auch die polykulturelle Modeschöpferin Christa de Carouge lässt sich von der Geschichte anregen: In ihrer mitternächtlichen Performance treten rund um ein gigantisches Gewand starke Frauen, quasi moderne Hexen, auf.

Wieweit "Welttheater"-Autor Thomas Hürlimann am Sonntag während der Matinée-Lesung auf das Schloss und seine bewegte Historie eingeht, ist noch nicht bekannt.

Unbestrittener Stargast der Leuker Schlosstaufe ist der weltbekannte britische Land-Art-Künstler Richard Long. Er wandelt derzeit als "Artist in Residence" durch den Pfynwald und sammelt Inspirationen und Steine. Im Illgraben hat er die Elemente aufgesogen und aufgehoben, aus denen das Kunstwerk für Leuk entsteht. Ein Fotoband und weitere Werke sollen aus seinem Leuker "Walk" hervorgehen.

Potente Paten

Selten werden einem Kulturzentrum so grandiose Taufgeschenke wie ein Botta-Bau und ein Long-Kunstwerk in die Wiege gelegt. Für eine erste Bauphase müssen zehn Millionen und für die zweite noch einmal soviel aufgebracht werden. Laut Carlo Schmidt vom Stiftungsrat haben Kanton und Gemeinde fünfeinhalb Millionen zugesichert, für den Rest werden Sponsoren in der Wirtschaft gesucht. Das Interesse am hochkarätigen Projekt sei gross, die Summe für die erste Bauphase schon in greifbarer Nähe. Im schlimmsten Fall könne auf die zweite Bauphase verzichtet werden.

Mit verantwortlich für die erfolgreiche Mäzen-Suche ist ein "strategisch günstiger" Stiftungsrat mit grossem Beziehungsnetz. In ihm sitzen neben regionalen und nationalen Politikern "von der SP bis zur FDP" unter anderen auch potente Paten wie die Alt-Nationalräte Ernst Mühlemann (Stiftungspäsident) und François Loeb, FIFA- Präsident Sepp Blatter, Architekt Mario Botta und die Direktion einer noblen Automarke.

Doch da die Stiftung nicht nur der hohen Kunst sondern auch dem Gemeinwohl verpflichtet sein will, kann jeder für einen Beitrag ab 100 Franken mitbestimmendes Vereinsmitglied werden.

swissinfo und Agenturen

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