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Schweiz bleibt noch wettbewerbsfähig

Wettbewerbsnachteil: Die zunehmende Bürokratie in der Schweiz. swissinfo.ch

Die Schweiz hat laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) erneut an Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst. Sie ist vom siebten auf den achten Rang abgerutscht.

Dieser Inhalt wurde am 13. Oktober 2004 - 16:49 publiziert

Finnland wurde zum zweiten Mal in Folge zum wettbewerbsstärksten Land erkoren.

Die am Donnerstag veröffentlichte Hitparade der wettbewerbsfähigsten Länder wird zum zweiten Mal in Folge von Finnland angeführt.

Der so genannte Global Competitiveness Report wurde vom WEF bei über 8700 Führungskräften erhoben und umfasst 104 Länder.

In der jüngsten Rangliste liegt die Schweiz an achter Stelle und büsste damit im Vergleich zum Vorjahr einen Platz ein.

Kaum Teuerung, keine Korruption

Die Detail-Resultate zeigen, dass die Schweiz bezüglich Kreditwürdigkeit weltweit an der Spitze liegt. Gleiches gilt laut der Erhebung ferner bei der Ausrüstung mit PC's und bei der firmeninternen Ausbildung.

Kaum Hemmnisse für das unternehmerische Umfeld erblicken die befragten Führungskräfte in der Schweiz wegen der Teuerung und der Korruption. Zudem würdigten sie die politische Stabilität.

Landwirtschaft als Problem

Am problematischsten wurden umgekehrt die Ineffizienz der Schweizer Bürokratie, der Zugang zum Kapitalmarkt und das restriktive Arbeitsrecht eingestuft.

Und bei der Frage nach den Kosten der Agrarpolitik liegt die Schweiz bloss an 93. Stelle.

Experte nicht überrascht

Beat Kappeler, Wirtschaftsfachmann und Publizist, erstaunen die Ergebnisse der WEF-Umfrage nicht, auch wenn sie nicht durch Zahlen belegt, sondern einzig durch eine Befragung ermittelt worden seien. Kappeler findet den achten Rang der Schweiz gar "schmeichelhaft".

Dass die Schweiz immer weiter zurückfalle, ist für Kappeler beunruhigend. Für ihn haben sich die Bedingungen für die Wirtschaft zum Beispiel in Irland oder in den osteuropäischen Ländern wesentlich verbessert.

Kappeler verweist gegenüber swissinfo auf die zunehmende Bürokratisierung der Schweiz hin: "Wir schaffen immer mehr bürokratische Hürden und Vorschriften. Die Reden der Politiker, dies zu ändern, sind für mich nichts anderes als Nebelwände."

Wahnsinn von Reglementierung

Ein gutes Beispiel dafür seien die Baubewilligungen, die ein halbes Jahr auf sich warten liessen. Und seien sie einmal da, könne alles mittel Einsprachen endlos verzögert werden.

"Es gib einen Wahnsinn von Reglementierungen. So dürfen Mütter künftig in der Schweiz keine Kinderkrippen mehr führen. Sie müssen die notwendigen Diplome vorweisen."

Wir hätten immer noch die 70er-Jahre im Kopf. Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland oder Frankreich.

Die politischen und administrativen Entscheidungswege seien lang geworden und sie würden in Zukunft immer länger werden." Wir haben nur noch den tertiären Sektor im Kopf, wir sind Verwalter geworden und sollten Macher sein."

Finnland vor USA

Als wettbewerbsfähigste Nation wurde wie im Vorjahr Finnland eingestuft. Die USA und Schweden folgten ebenfalls unverändert auf den nächsten Plätzen.

Taiwan verbesserte sich um einen Rang an die vierte Stelle und überholte damit Dänemark.

Im Falle Finnlands würdigten die Befragten vor allem die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Qualität der öffentlichen Einrichtungen sowie die Innovationskraft.

Die USA konnten sich dank der technologischen Überlegenheit an zweiter Stelle behaupten.

Nachbarn hinter der Schweiz

Von den Nachbarländern der Schweiz behaupteten sich Deutschland und Österreich auf den Plätzen 13 und 17.

Frankreich rutschte um einen Rang an die 27. Stelle ab. Italien fiel um weitere sechs Plätze auf Rang 47 zurück und liegt damit auch hinter den meisten neuen EU-Mitgliedern.

Das Land, das im Jahre 2001 noch an 26. Stelle lag, erlebte in allen Bereichen eine Zurückstufung. Besonders markant verschlechterte sich im Urteil der Befragten die Qualität der öffentlichen Institutionen in Italien, wie zum Beispiel die Unabhängigkeit der Gerichte.

Afrika am Schluss

China liegt auf Rang 46, zwei Plätze schlechter als letztes Jahr. Auch Russland konnte seine schwache Position nicht verbessern und figuriert unverändert auf Platz 70.

Ganz am Schluss der Hitparade liegen die afrikanischen Länder Tschad und Angola. Nur wenig besser wird die Lage in Bangladesch, Äthiopien, Paraguay und Simbabwe eingestuft.

IMD: nicht mehr Top Ten

Der Vergleich des WEF mit dem vom Lausanner Managementinstitut IMD erstellten Jahrbuch über die Wettbewerbsfähigkeit der Länder zeigt erhebliche Unterschiede.

Dort rutschte die Schweiz dieses Jahr erstmals aus den Top Ten auf Platz 14 ab. Finnland erreichte bloss die achte Stelle.

Angeführt wird die IMD-Hitparade von den USA, Singapur und Kanada, welches im WEF-Ranking erst auf Rang 15 folgt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Top-Ten des WEF-Ranking:

01. Finnland
02. USA
03. Schweden
04. Taiwan
05. Dänermark
06. Norwegen
07. Singapur
08. Schweiz
09. Japan
10. Island

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