Seco setzt auf Freihandelsabkommen

Seco-Chef Jean-Daniel Gerber setzt auf Welthandel und innere Reformen. Keystone

Wegen dem Stillstand der Doha-Runde über ein neues Welthandelsabkommen setzt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auf Freihandelsabkommen.

Dieser Inhalt wurde am 22. Oktober 2006 - 13:09 publiziert

Diese müssten als "zweitbeste Lösung" angestrebt werden, sagte Seco-Chef Jean-Daniel Gerber.

Derzeit würden die Verhandlungen mit Kanada wieder aufgenommen, sagte Gerber in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" (neuste Ausgabe). Man wolle innerhalb des nächsten halben Jahres zu einem Ergebnis kommen. Der strittige Punkt aus Schweizer Sicht sei, dass Kanada gewisse landwirtschaftliche Konzessionen verlange.

Weiter führe die Schweiz Verhandlungen mit Thailand, Ägypten und den Mitgliedern des "Gulf Corporation Council" - das sind Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Kuwait, Oman und Qatar. Gespräche über ein mögliches Freihandelsabkommen würden zudem mit Japan geführt.

Motor in Schwung

Im eigenen Binnenmarkt habe die Schweiz wichtige Neuerungen unter Dach und Fach gebracht, sagte Gerber: Beispiele seien die Personenfreizügigkeit mit der EU, die Schuldenbremse oder das neue Binnenmarkt- und das Wettbewerbsgesetz.

Der derzeitige Aufschwung hänge allerdings zum grössten Teil mit der stark wachsenden Weltwirtschaft zusammen: "Wir haben immer noch einen grossen Reformbedarf." Die Schwächen ortet Gerber etwa im zu teuren Gesundheitswesen, der Landwirtschaft und der zunehmenden Staatsverschuldung.

Das Seco arbeitet laut Gerber derzeit Vorschläge für ein nachhaltiges Wachstumspaket aus, das auch soziale und Umweltfaktoren berücksichtigen soll. Ein zweites Wachstumspaket war im Februar vom abgetretenen Wirtschaftsminister Joseph Deiss angekündigt worden.

swissinfo und Agenturen

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