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Slam Poetry und Literatur

Auch dieses Jahr sollen sich junge Lesende in Basel fürs Buch begeistern.

(www.buchbasel.ch)

Kaum ist die 18. Genfer Buchmesse Vergangenheit, hat die "BuchBasel" zum zweiten Mal ihre Tore geöffnet. Am Rhein setzt man vor allem auf Jugendlichkeit und die Namen bekannter Autoren.

Die Pläne der Organisatoren für die Zukunft bleiben anspruchsvoll.

Die "BuchBasel" ist seit der Premiere vor einem Jahr tüchtig gewachsen: 350 Verlage - ein Viertel mehr - sind angekündigt und auch die Ausstellungs-Fläche ist gewachsen. "Wir erwarten auch mehr Besucherinnen und Besucher als vergangenes Jahr", sagt Messeleiter Stephan Lips. Im letzten Jahr waren 28'000 Menschen angereist.

Jugendliteratur von Rap bis Kult

Am angegliederten Literaturfestival werden dieses Jahr 350 Autorinnen und Autoren erwartet. Bekannte Namen sind der Brite Ken Follet, der Deutsche Martin Walser oder der in der Schweiz geborene Mario Adorf. Die literarische Schweiz vertreten Urs Widmer, Hugo Loetscher, Peter von Matt, Bruno Steiger und Martin Suter.

Besonders Kinder und Jugendliche sollen dieses Jahr fürs Buch begeistert werden, am Kinder- und Jugend-Buchfestival. "Unterhaltungskünstler sollen ihnen das Lesen und die Literatur näher bringen", sagt Lips. Der Sänger Gölä – neu Burn genannt - ist mit seinem Buch vor Ort. Dazu kommen Comics, Slam Poetry, Webliteratur und Kultbücher der letzten 50 Jahre. Das Jugendprogramm läuft unter dem provokativen Motto "Verschwende deine Jugend".

Ein Literatur-Freund provoziert

Keineswegs die einzige Provokation aus Basel. Vor einem Jahr hob Matthyas Jenny, umtriebiger Literatur-Vermarkter und Vater der Autorin Zoé Jenny, die "BuchBasel" aus der Taufe. Er legte seine Messe aufs selbe Datum wie die traditionsreiche Genfer Buchmesse – eine berechnete Provokation. "Das war kein freundlicher Akt", kommentiert René Grüninger, Sprecher der Genfer Buchmesse. "Wir hätten Basel nicht gebraucht."

Der Schweizer Publizist Jürg Altwegg fasste den daraufhin entbrannten Streit im Schweizer Feuilleton für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" so zusammen: "Die 'BuchBasel' wurde als Verstoss gegen den föderalistischen Konsens empfunden. Sie stellt die Präsenz der deutschsprachigen Verlage in der französischsprachigen Schweiz in Frage und bedroht einen zentralen Aspekt der Genfer Veranstaltung, die stets bestrebt war, eine nationale Brückenfunktion wahrzunehmen."

Verlage setzen auf Genf – vorerst

Davon will Jenny gar nichts wissen: "Ich mache diese Messe nicht gegen Genf, sondern für die Literaturinteressierten hier. Ich zerstöre gar nichts. Genf hatte 17 Jahre lang Gelegenheit, einen gesamtschweizerischen Literaturanlass durchzuführen – sie haben es nicht geschafft und sie werden es nie schaffen."

Kritik an Genf, die in der Deutschschweiz auf offene Ohren stösst. "Mehr als zehn Jahre sind wir Genf treu geblieben, aber der Anlass hat den Brückenschlag zwischen den Landesteilen nicht geschafft", sagt Ruth Geiger vom Zürcher Traditions-Verlag Diogenes. Im letzten Jahr sei der Entscheid noch gegen Basel gefallen. "Dieses Jahr sind wir sowohl in Genf, als auch in Basel."

Offenbar drehte der Wind in mehreren Chefetagen zugunsten von Basel. Neu in Basel ist die deutsche Verlagsgruppe Random House, zu der die Verlage Bertelsmann, Heyne uns S. Fischer gehören.

Kleine Schweiz mit (zu) grossen Messen

Dabei stellt sich die Frage, ob die kleine Schweiz für zwei Buchmessen überhaupt gross genug ist. "Man kann überhaupt nicht genug fürs Buch machen", meint Geiger von Diogenes bejahend. Ähnlich äussert sich Grüninger von der Genfer Buchmesse: "Die 'BuchBasel' ist völlig neu und noch sehr klein. Sie wird sich erst beweisen müssen."

Anders tönt es bei Rowohlt. Dort schaut man über die Schweizer Grenze. "Eine dritte Buchmesse im deutschsprachigen Raum - neben Frankfurt und Leipzig - würde nur dann Sinn machen, wenn für die Schweiz ein tragfähiges Messekonzept vorgelegt würde", sagt Verlags-Sprecherin Rosemarie Simanowski. "Die von den Messe-Organisatoren vorgeschlagene kleine Lösung kommt für uns überhaupt nicht in Frage."

Terminkollision geht weiter

Die Organisatoren fühlen sich trotz aller Kritik auf Erfolgskurs und planen den Ausbau: "Das Potential ist noch nicht ausgeschöpft, es können noch mehr Verlage kommen", sagt Messeleiter Lips. Platz gebe es in Basel genug und man überlege sich, in grössere Hallen umzuziehen.

"BuchBasel"-Gründer Jenny wird weiter provozieren: 2005 soll die Messe gleichzeitig mit den Solothurner Literaturtagen stattfinden.

swissinfo, Philippe Kropf

Fakten

"BuchBasel":
07. Mai bis 09. Mai
Publikumsmesse mit 350 Verlagen und 300 Autoren.

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In Kürze

Die "BuchBasel" findet zum zweiten Mal statt. Mit Rap, Comics, Webliteratur und Kultbüchern sollen auch Jugendliche fürs Buch begeistert werden.

Dazu beitragen sollen auch Auftritte von Unterhaltungs-Künstlern wie Burn, ehemals Gölä.

Der Newcomer am Rhein konkurrenziert die traditionsreiche Genfer Buchmesse.

Im vergangenen Jahr entbrannte ein Streit, ob diese Konkurrenz den Zusammenhalt der Schweiz über die Sprachgrenzen bedrohe.

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