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Steckt die Schweizer Filmbranche in einer Krise?

Filmrollen in Solothurn spüren nichts von einer Krise im Schweizer Film.

(Keystone)

Dieser Tage richten sich die Augen aller Filmbegeisterten wieder nach Solothurn, denn zum 36. Mal finden dort die Solothurner Filmtage statt. Man feiert das Schweizer Filmschaffen - ungeachtet der Tatsache, dass die Branche in einer Krise steckt und die Filmförderung vor sich hindämmert.

Wer einen Film produziert, braucht nicht nur eine gute Idee und gute Darsteller, sondern auch finanzielle Mittel. Schweizer Filmschaffende können jedoch kaum auf staatliche oder private Unterstützung hoffen. Dem Schweizer Filmschaffen kommt aber eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Dies kam aus einer Studie heraus, die der Verein "Zürich für den Film" kürzlich veröffentlicht hat.

Grosse volkswirtschaftliche Bedeutung

Gemäss der Studie erwirtschaftet die Schweizer Filmbranche durchschnittlich eine Bruttoproduktion von 1,3 Mrd. Franken. Rund 1'300 Unternehmen und 4'700 Beschäftigte sind in dieser Branche tätig. An öffentlichen und privaten Fördergeldern erhält der Film etwa 50 Mio. Franken. Seitens der öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone, Gemeinden) erhält die Filmbranche rund 30 Mio. Franken Fördergelder. Schätzungsweise 75 Mio. Franken fliessen jedoch als Mehrwert-, Billett-, Unternehmens- und Einkommenssteuer an den Staat zurück.

Im europäischen Vergleich zeichnet sich die Schweiz durch ein ausserordentlich breites Filmangebot sowie durch eine überdurchschnittliche Versorgung mit Kinos aus. Die Bevölkerung der Schweiz geht im Vergleich zu anderen europäischen Ländern häufiger ins Kino. Allerdings weist sie auch die höchsten Kinoeintrittspreise auf.

Die Zukunft der Schweizer Filmproduktion

Dass die Filmförderung seitens des Staates nicht optimal ist, weiss auch der Bundesrat und hat deshalb - nach fast vierzig Jahren - zuhanden des Parlaments diesen Winter den Entwurf für ein neues Bundesgesetz über Filmproduktion und Filmkultur verabschiedet. Der neue Gesetzesentwurf ist laut Andreas Iten, Präsident der Eidgenössischen Filmkommission, eine Anpassung an die heutigen Gegebenheiten; dies sei allerdings kein visionärer Schritt, vielmehr ein pragmatischer, wie es in der Schweiz fast immer der Fall sei.

Darüber dass das heimische Filmschaffen gefördert werden müsse, lässt Iten keine Zweifel: "Jedes Land muss seine eigene Geschichte erzählen können. Investitionen in die Kulturförderung sind Investitionen in die Zukunft.

Carole Gürtler, swissinfo

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