Swiss Re: 200 Millionen-Verlust

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Der Rückversicherungskonzern geht für 2001 von einem Verlust von etwa 200 Mio. Franken aus. Hauptgrund: Die Schäden in den USA nach dem 11. September.

Dieser Inhalt wurde am 26. Februar 2002 - 11:03 publiziert

Für die Versicherungs-Branche war 2001 kein gutes Jahr. "Die Ereignisse des 11. September werden als der grösste Schadenfall in die Geschichte der Assekuranz eingehen", bilanziert Swiss Re in der Mitteilung vom Dienstag.

Die Schäden nach den Anschlägen vom vergangenen 11. September in den USA sind gemäss Swiss Re denn auch der zentrale Grund für den Millionen-Verlust. Erwähnt werden als weitere Gross-Schäden der Enron-Bankrott und der Tropensturm Allison.

Es ist das erst Mal seit beinahe 140 Jahren, dass der Rückversicherer in die roten Zahlen gerutscht ist.

Beinahe 3 Milliarden nach 11. September

Swiss Re - weltweit der zweitgrösste Rückversicherer - gehört zu denjenigen Unternehmen, die sehr stark unter den Folgen der Terroranschläge litten: Während anfangs von einer Schadenssumme von etwas über einer Milliarde Franken gesprochen wurde, musste der Betrag später deutlich nach oben korrigiert werden.

Zurzeit geht Swiss Re von Schäden in der Grössenordnung von 2,95 Mrd. Franken aus. Zur teilweisen Deckung hat das Unternehmen Schwankungs-Rückstellungen in der Höhe von einer Milliarde Franken bereitgestellt. In den Jahren 2002 und 2003 will der Rückversicherer seine Schwankungs-Reserven wieder auffüllen.

Im Geschäft mit Lebensversicherungen rechnet Swiss Re mit einer Schadensumme von 150 Mio. Franken; trotzdem soll die in diesem Bereich angestrebte Umsatzrendite von neun Prozent erreicht werden.

Zudem Einbruch an Aktienmärkten

Verschärft wurde die Lage durch den Einbruch an den Aktienmärkten, der die Erträge aus Kapital-Anlagen sinken liess. Dennoch erwartet Swiss Re für 2001 Kapitalgewinne von etwa 8,4 Mrd. Franken, sieben Prozent mehr als ursprünglich anvisiert.

Wegen niedrigerer Erträge aus Kapital-Anlagen und tieferen Aktienanteils im Anlageportfolio wird die angestrebte Durchschnittsrendite von 7,0 auf 6,7 Prozent reduziert. Das so genannte Combined-Ratio-Ziel im Nicht-Leben-Geschäft wurde von 107 auf 104 Prozent reduziert.

Aktienkurs gibt nach

Die Verlust-Ankündigung von 200 Millionen überraschte die Finanzanalysten. Diese waren laut Zürcher Kantonalbank von einem Gewinn in kleiner dreistelliger Millionenhöhe ausgegangen. Die Börse reagierte negativ auf den Verlust der Swiss Re.

Dennoch unveränderte Dividende

Doch für dieses und die folgenden Jahre sieht Swiss Re günstigere Aussichten. Die Runde der Vertrags-Erneuerungen für 2002 sei im Nicht-Leben- und im Financial-Services-Geschäft zu besseren Bedingungen, resp. deutlich höheren Prämiensätzen abgeschlossen worden.

Swiss Re verzeichne bedeutende Prämiensteigerungen und bessere Konditionen in allen Sparten. Insgesamt belaufe sich die durchschnittliche Steigerungsrate auf gut 15 Prozent.

Wegen der günstigen Aussichten schlägt die Geschäftsleitung dem Verwaltungsrat trotz des erwarteten Verlusts eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 2,50 Franken je Aktie vor.

Der Verlust wirke sich nicht auf die seit 1869 regelmässig erfolgende Dividendenzahlung aus, heisst es in der Mitteilung. Detaillierte Angaben zum Geschäftsjahr 2001 werden am kommenden 10. April veröffentlicht.

swissinfo und Agenturen

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