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Tag der Trauer und der Solidarität

Trauer und Solidarität für die Todesopfer der Flutkatastrophe. Keystone

Die Katastrophe in Südasien hat bereits über 150'000 Tote gefordert, darunter mehrere 100 Schweizer. In der Schweiz ist der Mittwoch nationaler Trauertag.

Dieser Inhalt wurde am 29. Dezember 2004 - 16:50 publiziert

Gleichzeitig führt die Glückskette als humanitäre Sammelplattform der Schweizer Medien, angeführt durch die SRG SSR idée suisse, einen nationalen Spendentag durch.

Remigio Ratti, Direktor des Radios und Fernsehens der italienischen Schweiz (RTSI), nimmt als Präsident der Stiftung Glückskette Stellung zu Fragen, die Spenderinnen und Spender immer wieder bewegen.

swissinfo: Können Spenderinnen und Spender sicher sein, dass über die Glückskette gesammelte Spenden wirklich den Hilfsbedürftigen in Asien zu Gute kommen?

Remigio Ratti: Die Glückskette ist nicht selber ein Hilfswerk, sondern sammelt Spenden und leitet sie an anerkannte Hilfswerke wie beispielsweise Caritas weiter.

Unterstützt werden auch Organisationen, deren Professionalität bekannt ist und die direkt vor Ort tätig sind. So kann man sicher sein, dass im Katastrophenfall die Gelder an die richtige Adresse gelangen.

swissinfo: Kontrollieren Sie die Verwendung der Spenden?

R.R.: In Notsituationen müssen die Gelder sehr schnell fliessen. Da können wir nicht zuerst eine Woche Abklärungen betreiben. Aber wir versuchen natürlich, das Risiko so gering wie möglich zu halten.

Später gibt es Kontrollen, häufig auch sehr detaillierte, die von Dritten ausgeführt werden. Wir verlassen uns da auf die Meinung von Experten. Auf der Grundlage der jeweiligen Rapporte können wir dann unsere Politik anpassen.

swissinfo: Sind ihnen Fälle von Missbrauch bekannt?

R.R.: Nein, ich habe keine Kenntnis über eklatante Fälle.

swissinfo: Welcher Anteil fliesst von einem gespendeten Franken in ein Hilfsprojekt?

R.R.: Das ist unser starker Punkt. Die Glückskette verwaltet nur das Geld, wir haben also keine grossen Organisations- oder Projektkosten.

Wir gehen davon aus, dass wir für jeden erhaltenen Franken dank der Kapitalerträge sogar etwas mehr als einen Franken an die Hilfsorganisationen weiter leiten können. Unsere eigenen Verwaltungskosten können wir aus den Zinsen oder aus grossen Schenkungen decken.

swissinfo: Die Hilfswerke können jedoch nicht jeden Franken in Projekte umsetzen.

R.R.: Sicherlich, weil ein Teil in die Organisation abfliesst. Die Glückskette ihrerseits sammelt jedoch nur und sorgt dafür, dass das Geld in gute Hände fällt.

swissinfo: Vor Jahren sammelte die Glückskette für das von einem Unwetter verwüstete Gondo im Wallis 74 Millionen Franken, doch nicht alle Spenden wurden am Ort eingesetzt. Wie ist das möglich?

R.R.: In diesem Fall gab es nicht nur Gondo, sondern auch andere verwüstete Gebiete in der Schweiz und im angrenzenden Italien. Alle erhielten Geld.

Es wurde zudem vor Weihnachten die Stiftung "Lebensraum Simplon Süd" für eine nachhaltige Entwicklung gegründet. Von den 74 Millionen Franken sind bisher 66 Millionen Franken investiert. Der Rest bleibt für derartige Ereignisse in den Schweizer Bergen reserviert.

Gondo war auf alle Fälle ein aussergewöhnliches Sammelereignis. Denken Sie nur, dass wir bei der Sammelaktion "Kinder - Opfer des Krieges" nur 11 Millionen Franken gesammelt haben.

swissinfo: Braucht es auf den Spenden Vermerke wie "Seebeben" oder kann man auch allgemeine Spenden geben?

R.R.: Das ist gut möglich. Dann fliessen die Gelder in allgemeine Projekte wie soziale und finanzielle Notfallsituationen in der Schweiz.

swissinfo: Wenn aber ein Vermerk angegeben ist, müssen die Gelder zweckgebunden eingesetzt werden?

R.R.: Dies ist gesetzlich so. Wenn der Spender "Bam" angibt, muss die Spende im Erdbebengebiet Bam verwendet werden, beim "Seebeben" ist es analog. Der Wille des Spenders ist zu respektieren.

swissinfo-Interview: Gerhard Lob

Fakten

45 Mio. Franken hat die Glückskette bis zum Beginn des nationalen Spendentags vom Mittwoch für Opfer des Seebebens in Asien gesammelt.
1946: Dank einer Radiosendung entsteht die Glückskette.
1983: Die Glückskette erhält die Rechtsform einer Stiftung.
Sitz ist Genf, regionale Büros in Bern und Lugano.
Nationaler Spendentag: Mittwoch, 5.Januar 2005,
Postkonto: 10-15000-6.

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In Kürze

Die Glückskette ist selber kein Hilfswerk, sondern die humanitäre Sammel-Plattform der Schweizer Medien, angeführt durch die SRG SSR idée suisse.

Die operationelle Arbeit führen erfahrene Schweizer Hilfswerke nach genauen Abmachungen aus. Die Glückskette arbeitet heute auf diese Art mit rund 30 Hilfswerken zusammen.

Präsident der Glückskette ist im Moment der Direktor des Schweizer Radios und Fernsehens italienischer Sprache (RTSI), Remigio Ratti.

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