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Umsatz, Borer & Boulevard

Zeitschriften sind ein wichtiges Standbein des Ringier Konzerns

(Keystone Archive)

Ringier, der grösste Schweizer Medienkonzern, hat 2001 den Umsatz gesteigert. Bewegt hat an der Medienkonferenz jedoch vor allem die "Borer-Story".

Was als vermeintliche Erst-April-Geschichte begann, hat sich seither für Schweizer Verhältnisse zu einem Medienskandal erster Güte entwickelt. Das Privat- und Intimleben des Schweizer Botschafters Thomas Borer in Berlin hält das Land mehr in Atem als manche Umsatz- und Erfolgsmeldung seither. Mit Boulevard-Blättern machte der Konzern denn auch schon 2001 bessere Resultate als mit Wirtschaftspublikationen.

"Borers waren dämlich"

An der Medienkonferenz vom Dienstag verteidigte der Verleger des Ringier-Konzerns, Michael Ringier, in Zürich die Borer-Geschichte in seinen Publikationen "SonntagsBlick" und "Blick".

Persönlich hätte er sich allerdings zuerst gegen die erste Veröffentlichung entschieden, räumte Ringier ein. "Mir fehlten da noch ein paar relevante Ansätze", räumte Ringier ein.

Aber im Nachhinein sei die Veröffentlichung der richtige Entscheid gewesen. Seiner Ansicht nach wäre die Geschichte zudem am Dienstag tot gewesen, "wenn das Ehepaar Borer nicht so dämlich reagiert hätte", sagte der Verleger weiter.

Noch Pfeile im Köcher

"Es gibt nämlich noch viel, was wir noch nicht geschrieben haben", meinte Michael Ringier im weiteren. Eine Klage sei im Hause Ringier bislang noch nicht eingetroffen. Der Verleger sagte zudem, dass an die Frau, die über ihre Erlebnisse mit Borer berichtet, ausser Spesen kein Geld gezahlt worden sei.

Umsatz von über einer Milliarde

Den Umsatz hat Ringier im Geschäftsjahr 2001 um 4,3 Prozent auf 1,062 Mrd. Franken gesteigert. Der Konzerngewinn dagegen ging von 50,4 auf 34,8 Mio. Fr. zurück. Der Konzern bewertet dies im Vergleich zur Konkurrenz als erfreuliches Ergebnis. Die Umsatzsteigerung sei zum grössten Teil auf die Übernahme der Druckerei Winterthur zurückzuführen. Der Umsatz im Kundendruck stieg um 35 auf 243,4 Mio. Franken.

Je etwa 6 Mio. Fr. Umsatzzuwachs erarbeiteten "Ringier Europa" (+ 3,8 Prozent) und das seit Jahrzehnten trendige Kochmagazin "Betty Bossi" (+ 8,3 Prozent auf 68 Mio. Franken). Betty Bossi erwarte dank der Partnerschaft mit Coop eine weitere positive Entwicklung. Coop hatte Ende 2001 von Ringier 50 Prozent des Betty Bossy-Kapitals erworben.

Zeitungen und Zeitschriften: Praktisch stabil

Die Umsätze der Bereiche Zeitungen (220 Mio. Franken) und Zeitschriften (229 Mio. Franken), die wichtigsten Standbeine vom Ringier Verlag Schweiz, seien praktisch stabil geblieben. Sehr erfreulich hätten "Blick" und "SonntagsBlick" abgeschnitten.

Einen Rückschlag habe hingegen die Wirtschaftszeitung "Cash" hinnehmen müssen (Wirtschaftsmedien: 34 Mio. Franken). Bei den Zeitschriften habe die "Schweizer Illustrierte" ihre führende Position weiter ausgebaut. Die Umsatzhöhe von "Ringier Europa" und "Ringier Asien" beträgt rund 185 Mio. Franken.

Markant sei die Zunahme bei den Beschäftigten ausgefallen: Für Ringier arbeiteten letztes Jahr weltweit 6063 Personen (+17 Prozent), davon 3913 (+428)in der Schweiz.

swissinfo und Agenturen

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