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Umstrittenes Heli-Skiing

Helikopter oder unberührte Berglandschaft, das ist die Frage.

(Keystone)

Helikopter-Landungen im Gebirge zu rein touristischen Zwecken sollen verboten werden. Das fordern Schweizer Umwelt-Organisationen.

Über den Sinn und Zweck der Helikopterflüge ins Gebirge für Touristen streiten sich die Umweltschutz-Verbände schon seit Jahren mit den Flugunternehmen.

Die Alpenschutzbewegung Mountain Wilderness hat für das Wochenende Protest-Kundgebungen auf den Gebirgs-Landeplätzen im UNESCO-Weltnaturerbe Aletsch-Jungfrau-Bietschhorn angekündigt. Sie wollen gegen das Heliskiing demonstrieren. Vom Bundesrat verlangen sie, die drei Landeplätze im Weltnaturerbe aufzuheben.

Im Sommer bietet sich das vielfältige Alpenpanorama in der Schweiz für Rundflüge an, und im Winter wird Heliskiing betrieben. Seit Jahren kämpfen die Umweltschutz-Organisation gegen solche Flüge an: Sie sieht darin einen der schlimmsten touristischen Auswüchse gegenüber der stillen Bergwelt.

290 Franken für einen Ausflug

Beim Heliskiing werden Bergtouristinnen und -touristen mit einem Helikopter ins Berggebiet geflogen, von wo aus sie dann zusammen mit einem Bergführer zu einer Tour starten oder wieder ins Tal hinunter fahren können. In der Schweiz bieten verschiedene Helikopter-Unternehmen, aber auch Private Flüge dieser Art an.

Bei der Air Zermatt beispielsweise kostet ein Heliskiing-Flug zusammen mit einem Bergführer rund 290 Franken, wie Gerold Biner, Flugbetriebsleiter gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. "Die Gegner des Heliskiings wissen nicht, wie wichtig diese Flüge für den Tourismus in den Randregionen sind", so Briner.

Zudem biete das Heliskiing den REGA-Piloten, die ausschliesslich Rettungseinsätze flögen und deshalb wenig Flugstunden hätten, eine gute Trainingsmöglichkeit im Gebirge.

Doch dieses Argument lässt man bei Mountain Wilderness nicht gelten: Heliskiing habe wenig gemeinsam mit schwierigen Bergrettungen, sagt Geschäftsleiterin Elsbeth Flüeler.

Störender Lärm

"Bergdörfer verlieren durch zusätzlichen Lärm an Lebensqualität, das Wild wird verängstigt und Bergtouristen werden durch den Fluglärm massiv gestört", begründet Flüeler ihren Kampf gegen den Helitourismus.

Während die Umweltschützer gegen den zunehmenden Lärm ankämpfen, wehren sich die Helikopterunternehmen gegen die "ungerechtfertigten Übertreibungen."

"Touristische Flüge machen einen verschwindend kleinen Teil des Umsatzvolumens eines Helikopterunternehmens aus", sagt Hans Schumacher, Geschäftsführer des Vereins schweizerischer Helikopter-Unternehmungen (SHA).

42 Gebirgslandeplätze für den Tourismus

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat im Gebiet oberhalb von 1100 m. ü. M. Gebirgslandeplätze bestimmt, die zu touristischen Zwecken angeflogen werden dürfen.

Gemäss Daniel Göring, Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) gibt es im schweizerischen Alpenraum 42 solcher Landeplätze. Diese sind im Sachplan "Infrastruktur der Luftfahrt" registriert.

22 Landeplätze im Naturschutzgebiet

Die Stiftung für Landschaftsschutz untersuchte die Standorte der bestehenden Gebirgslandeplätze. Dabei kam sie zum Schluss, dass 22 der im Sachplan registierten Plätze innerhalb oder an der unmittelbaren Grenze eines Naturschutzgebietes liegen.

Im Jahr 2000 hat der Bundesrat den Sachplan genehmigt und in diesem Rahmen den Auftrag erteilt, das Netz der Gebirgslandeplätze zu überprüfen. "Im Moment wird geprüft, wie ein solcher Landeplatz betrieben werden kann, ohne dass die Umwelt übermässig gestört wird", sagte Göring.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen betroffenen Organisationen von Bund, Helikopter-Unternehmen und Umweltschutz-Organisationen läuft zur Zeit eine Bestandesaufnahme. Mountain Wilderness kritisiert jedoch das Bazl und wirft ihm vor, anstatt die Gebirgslandeplätze zu reduzieren, zusätzliche Ausweichstellen schaffen zu wollen.

swissinfo und Luzia Schmid (sda)

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