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Ushaka - Ein Oratorium für Südafrika

Ushaka - ein Heldenepos aus Südafrika. (Foto: David Randel, www.fpg.co.za)

(swissinfo.ch)

Südafrika feiert seine junge Demokratie. Ushaka, ein afrikanisches Epos in Musik und Dichtung, erzählt die Geschichte des berühmten Zulu-Königs Shaka.

Ein Chor aus Südafrika und das Kammerorchester Basel haben in Zürich bewiesen, dass sich Südafrikas musikalisches Erbe mit europäischer Musik verbinden lässt.

Der Schlussapplaus im Schiffbau in Zürich war lange und von grosser Sympathie getragen. Nicht nur weil der Komponist Mzilikazi Khumalo von einer "after Vienna one of the best performances" (nach Wien eine der besten Vorstellungen) sprach und damit dem Zürcher Publikum charmant schmeichelte, sondern auch weil der stimmgewaltige Chor, die Solisten, das Orchester eine eindrückliche Vorstellung geboten hatten.

Die Vorstellung dauerte über zwei Stunden, ohne Pause – die Temperaturen erinnerten an Afrika. Auf die Nacht hin verwandelte sich der Schiffbau in einen heissen Kulturtempel. Doch das Stück trug über alle Temperaturen hinweg.

Europäische Stationen

Fünf europäische Länder waren ausgesucht worden, um den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit der Regenbogen-Nation, die in diesem Jahr zehn Jahre Demokratie feiert, weiter zu vertiefen und auszubauen. In Italien, Österreich, Ungarn und der Schweiz ist Ushaka nun bereits Vergangenheit. Belgien steht noch auf dem Programm.

Rahmenprogramm

Südafrika, das Land am Kap der guten Hoffnung, das Land, das lange unter der Apartheid, der Rassentrennung, gelitten hat und nun feiert - nach zehn Jahren hart erprobter Demokratie. Ausgelassen, aber auch nachdenklich und in Erinnerung an alle Schrecken der düsteren Vergangenheit. Nebst Ushaka finden aus Anlass des Südafrika-Jubiläums zur Zeit in der ganzen Schweiz verschiedene Anlässe statt.

Zum Beispiel im Berner Käfigturm: Da wird der Weg Südafrikas aus der Apartheid zur Demokratie und den ersten freien Wahlen am 27. April 1994 informativ und ohne Beschönigung aufgezeigt.

Eine originalgetreue Nachbildung von Nelson Mandelas Gefängniszelle auf Robben Island lässt erahnen, wieviel Kraft der erste Präsident des freien Südafrikas besessen hat und immer noch besitzt.

Musik verboten – Singen verboten

Doch zurück zu Ushaka und der Geschichte, die erzählt wird. Während der langen Jahre der Apartheid war es Schwarzen verboten, laut zu singen, Lieder aufzunehmen oder Musikaufnahmen zu besitzen. Menschen wurden unter dem Apartheid-Regime umgebracht, nur weil sie gesungen haben.

Es war, als ob sich Shakas Fluch für immer bewahrheiten würde. Der Fluch, dass sich die Weissen als ewige Herrscher installieren würden. Doch die Geschichte vom Schicksal des legendären Zulu-Königs Shaka, der als Junge gedemütigt und verfolgt wurde und später als Staatsgründer und Führer der Zulu-Nation in die Geschichte Südafrikas einging, zeigt, dass sich der Fluch nicht erfüllt hat.

Ahnenbeschwörung und Geistervertreibung

Das Oratorium überzeugte in Zürich mit seiner Fusion. Das Kammerorchester Basel spielte präzise, überliess dem Chor und den Solisten den nötigen Raum. So füllten die repetitiven Lobpreisungen, Ahnenbeschwörungen, der Fluch und die Beschwichtigungen die Halle.

Eine Erzählstimme führte durch die einzelnen Teile, die in Zulu gesungen wurden. Rhythmisches Klatschen wurde sparsam eingesetzt, einzelne Laute trugen die Erinnerung an dörfliches Leben in sich.

Die Zugabe galt der afrikanischen Nationalhymne, die von etlichen (weissen) Zuschauern mitgesungen wurde. Zum Schluss gabs noch den Fussball-Song zur WM 2010 in Südafrika. Wie sagte die südafrikanische Botschafterin in der Schweiz, Nazipho January-Bardill: "We are one big, big family.“

swissinfo, Brigitta Javurek

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