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VIVA SWIZZM(m)acht Jugendkultur

Die Video-Jockeys von "Viva-Swizz"

(Keystone)

Seit September 1999 sendet der TV-Sender "swizz Music Television", heute "Viva-Swizz", in der deutschsprachigen Schweiz Musik-Videos für junge Leute. Ist er damit schnöder Werbeträger für die Musikindustrie oder ist der Sender Abbild einer Jugendkultur? Wohl beides!

"Viva-Swizz" ist Musik-TV pur - ein audiovisueller Spiegel des Musik-Geschmacks der jungen Deuschschweiz!" Das sagt der Sender, über sich selbst. Besser - er sagt es seinen Werbern. Diese kriegen von Sender zusätzlich wertvolle Hinweise über die Schweizer Jugend. So in zwei Statistiken, wo steht, dass junge Leute mit 16 Jahren 136 Franken zur freien Verfügung haben. Sind sie dann 21 Jahre alt steigt der Schnitt auf rund 1'100 Franken, über die frei verfügt wird.

Eine Grafik zeigt uns, dass die Kids und Jugendlichen von diesem Geld mehr als die Hälfte für Ausgang, Barbesuch, Discos, Musik und da vor allem für CDs ausgeben. Eine potentielle Käufergruppe also.

Herzstück Clip Angebot

Rund um die Uhr sendet "Viva-Swizz" Videoclips mit Popmusik für die Zielgruppe zwischen 15 und 29 Jahren. Der Videoclip sei eine der aufwendigst produzierten Arten von TV überhaupt, sagt man beim Musiksender. Eine konsequente Weiter-Entwicklung eines Mediums, das Popmusik endgültig zum audiovisuellen Kunstwerk mache.

Dass die Musikindustrie die aufwendig produzierten und teuren Filmchen herstellt und diese den Musik-TV-Sendern zur Verfügung stellt, muss sich lohnen. Sonst würde sie das nicht tun. So ist auch "Viva-Swizz" ein 24-Stunden-Werbeträger für die Musikindustrie. Ihre Produkte sind das Programm.

Das war immer so - war und ist auch bei den Radiostationen so - ist es auch bei den TV-Anstalten. Aber hat sich nicht mit dem Musik-Videoclip auch eine eigenständige Szene entwickelt? Eine neue Kulturform? Musikchef Christian Kramer bei "Viva Swizz" meint, man habe sehr viel Kontakt mit den Zuschauerinnen und Zuschauern, so würde schon ein Gefühl dafür entwickelt, was ankomme und was nicht. Und man wolle ja ankommen.

Bild oder Abbild

Kriegt man in der Art der Moderation und der Machart der Clips und überhaupt denn ein Abbild der Schweizer Jugend und ihrer Lebensart? Klar, sagt man bei "Viva-Swizz"! Via Musik werden auch andere Botschaften übermittelt, es werden Auseinandersetzungen geführt, die weit über die Popmusik hinausgehen. Per SMS, Brief, Fax, Internet und Telefon würden sich die Zuschauerinnen und Zuschauer sofort ins Geschehen einmischen. Bilder, die vermittelt würden, werden sofort zurechtgerückt und zurück kommt vom Sender das Ab-Bild.

"Popkultur ist Populärkultur und als solche ein untrüglicher Seismograph der Gesellschaft. Dieser Faszination einer globalen, alle demografischen Gruppen durchdringenden Popularität kann sich kein Vater, keine Mutter, kein Erzieher und kein Politiker, kein Philosoph und kein Psychologe entziehen", meint man bei "Viva-Swizz". Dem wäre für einmal nichts mehr beizufügen.

Urs Maurer


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