Vom Parteipräsidentenzum Auslandschweizer

Eine neue Perspektive in Frankreich hat Ruedi Baumann unter anderem bewogen als Parteipräsident zurückzutreten. Keystone

Ruedi Baumann, Partei-Präsident der Grünen Schweiz, tritt zurück. Er gab seinen Entscheid am Samstag (25.08.) bekannt. Vier Jahre als Präsident der Grünen seien genug, zudem sei der Zeitpunkt zwei Jahre vor den nächsten Parlamentswahlen ideal.

Dieser Inhalt wurde am 25. August 2001 - 18:17 publiziert

Er wolle den Wechsel, bevor die Tätigkeit zur Routine werde. "Ich will nicht als Sesselkleber in die Geschichte eingehen", sagt Baumann.

Ein weiterer Grund für den Rücktritt ist der Wegzug des Ehepaars Baumann nach Frankreich. Zusammen mit seiner Frau, der sozialdemokratischen Nationalrätin Stefanie Baumann, hat Ruedi Baumann in Südfrankreich einen 70 Hektar grossen Bio-Betrieb gekauft. Seit dem 1. August hat Baumann seine Papiere in Frankreich.

Trotzdem wird Ruedi Baumann sein Nationalrats-Mandat weiterhin ausüben. Er werde nun als Vertreter der Auslandschweizer, die bekanntlich den "viertgrössten Kanton" bildeten, im Parlament sitzen.

Der Biobauer war 1997 als Nachfolger von Hanspeter Thür gewählt worden. Seit 1991 sitzt er im Nationalrat. Er gilt als Befürworter einer Öffnung gegenüber Europa, wogegen sich immer wieder Widerstand aus der eigenen Partei regte. Weitere Prioritäten in seiner Amtszeit legte er auf die ökologische Steuerreform, die Förderung erneuerbarer Energien mit der Initiative "für eine gesicherte AHV - Energie statt Arbeit besteuern", die Bekämpfung der Gentechnologie mit der Genschutz-Initiative und die Landwirtschaftsreform mit der Kleinbauern-Initiative.

Co-Präsidium möglich

Wie die Grüne Partei im Communiqué schreibt, habe es genügend fähige Leute für das Präsidium. Eine vierköpfige Arbeitsgruppe wurde vom Vorstand beauftragt, die Nachfolgefrage an die Hand zu nehmen.

Man wolle sich zwar nicht jetzt schon festlegen, aber für den Vorstand der Grünen sei klar, dass jemand aus der Fraktion der Grünen im Parlament das Präsidium übernehmen sollte, sagt Generalsekretär Huber Zurkinden auf Anfrage. Die Fraktionsmitglieder seien dem politischen Puls am nächsten. "Jemand von aussen hätte einen enormen Nachteil", meint Zurkinden.

Dieser Meinung ist auch Ruedi Baumann. Für die Grünen sitzen neben Baumann im Nationalrat Cecile Bühlmann (LU), Fernand Cuche (NE), Ruth Genner (ZH), Maya Graf (BL), Pia Hollenstein (SG), Anne-Catherine Menétrey-Savary (VD), Patrice Mugny (GE) und Franziska Teuscher (Grünes Bündnis/BE). Wer allerdings überhaupt zur Verfügung stehe, sei aber noch nicht bekannt.

Laut Zurkinden hätten erste Vorgespräche über die Nachfolge Baumanns stattgefunden, es habe aber noch keine definitiven Zu-oder Absagen gegeben. Denkbar sei ein Co-Präsidium, entweder mit der Kombination Deutsch-Welsch oder aber Mann-Frau.

An der Vorstandssitzung vom 29.September wird der Vorstand Vorschläge zuhanden der Delegierten-Versammlung machen. Die Delegierten selbst werden am 27.Oktober in Frauenfeld den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Ruedi Baumann wählen.

swissinfo und Agenturen

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