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Weltkunststadt Basel

Picasso zu verkaufen: An der Art 33 in Basel.

(Picasso)

Am Mittwoch ist in Basel der Welt grösste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst eröffnet worden. An der Art 33 hat es viel Kunst, aber auch Kommerz.

Mit mehr als einer Milliarde "Kunstumsatz" pro Jahr gilt die Schweiz als fünftgrösster Kunsthandelsplatz der Welt. Basel wiederum gilt als Kunstzentrum der Schweiz. Deshalb bekennt, bereits zum 33. Mal, die "Art Basel", die wichtigste und internationalste Kunstmesse der Welt, am Rheinknie Farbe und Form. Sie zeigt Trends und Altbewährtes, ist Plattform und Begegnungsort in einem, und wird von der "New York Times" gar als "Olympics of Art World" geschmückt.

Sechs Museen machen kräftig mit

Kunst, Kunst und nochmals Kunst. Nicht nur die Ausstellungshallen bieten Kunstliebhaberinnen und Kunstgeniessern, was ihr Sammlerherz begehrt. Auch die nahegelegenen Museen haben ihr Sommer-Programm der Moderne angepasst. Sie locken mit hochkarätigen Ausstellungen, nutzen die Gunst der Stunde.

So präsentieren das Kunstmuseum Basel, das Museum für Gegenwartskunst und die Kunsthalle Basel zusammen mit "Painting in the move 1-3" einen Überblick über die Malerei des 20. und 21. Jahrhunderts. Als viertes Museum stellt die Fondation Beyeler Altmeister Claude Monet im Zusammenhang mit der Abstraktion aus. Das Museum Jean Tinguely präsentiert den eigenwilligen Marcel Duchamp. Und grenznah in Deutschland zeigt das Vitra Design Museum "Living in Motion - Design und Architektur für flexibles Wohnen".

Mehr Kunst oder mehr Kommerz?

Kunst zieht Kunst an. Auch dieses Jahr werden in Basel zur Art 33 über 50'000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Das freut nebst Galeristen die Wirtschaft und den (Kunst-)Tourismus. Ob sich allerdings die Kauffreude, nach dem 11. September vielleicht etwas abgeschwächt, auf dem letztjährigen Hoch bewegt, wird sich weisen. Genauso wie sich weisen wird, ob sich die Art 33 mehr der Kunst oder mehr dem Kommerz zuneigt.

268 Galerien aus den vier Kontinenten Europa, Amerika, Asien und Australien zeigen Werke von über tausend Künstlern: Für zahlreiche "No names" die grosse Chance, vor einem internationalen Publikum ausgestellt zu werden. Für arrivierte Namen aber eine weitere Gelegenheit, Neues und Älteres an den Mann, die Frau, oder noch besser ins Museum zu bringen. Denn für die Qualität bürgt ja der Name "Art 33 Basel".

Bewährtes und Neuland

Die Art wäre nicht die Art, würde sie nicht jedes Jahr mit einigen Neuerungen aufwarten. Die "Art Statements", die seit 1996 junger Kunst zu stark ermässigten Konditionen Raum bietet, hat sich etabliert. Ebenfalls positiv aufgenommen worden ist die Plattform "Art Unlimited", die 2000 als Experiment startete und sich bereits nicht mehr wegdenken lässt.

In den Nebenhallen des eigentlichen Ausstellungsgebäudes haben Galerien die Möglichkeit, Werke auszustellen, die in ihrer Grösse jeden herkömmlichen Ausstellungsraum sprengen. Diese offene Ausstellungsarchitektur ermöglicht, 66 spannende Objekte zu sehen und zu kaufen. Gewichtige Namen auch hier: Richard Serra, Mario Merz, Paul McCarthy, Pipilotti Rist und weitere.

Von Skulpturen über Installationen, Fotoserien, Wandmalereien, Video bis Performance sind alle Kunstarten vertreten. Sicherlich keine Objekte für die Drei-Zimmer-Wohnung. Dafür können sich Kunstgärten, Versicherungen oder Museen mit etwas "Schmuckem" eindecken.

Ombudsmann

Neu und einmalig richtet die Art Basel eine Ombudsstelle ein. Als Ombudsmann amtet der ehemalige Museumsdirektor Toni Stooss (Kunsthalle Wien, Kunstmuseum Bern). Er soll bei Abklärungen helfen, bei Reklamationen vermitteln sowie Fragen nach Echtheit und konservatorischem Zustand beantworten.

In diesen kunstgedrängten Tagen bietet Basel auch als Stadt ein dichtes Rahmenprogramm. Wer sich tagsüber vom Stehen in den Hallen Blasen an den Füssen geholt hat, kann sich nach Sonnenuntergang sitzend im Open-Air Kino vergnügen. Was wird gezeigt? Natürlich Filme von und über Künstler. Wer es weiterhin kunstvoll möchte, tummelt sich in der "Art Lobby", einer Lounge zum Austausch mit Künstlern, Kunstvermittlern und Publikum. Wer noch keine müden Füsse hat, tanzt zu Klängen bekannter DJs. Sehen und gesehen werden, Kaufen oder Nichtkaufen, die Art 33 bietet für grössere Budgets und (fast) jeden Geschmack Kunst und Kunstvolles.

Brigitta Javurek


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