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Wer soll die EM-Sicherheit bezahlen?

In und rund um die Stadien kostet die Sicherheit während der EM08 viel Geld. Keystone

Die Sicherheitskosten in der Schweiz bei der Fussball-EM 2008 werden zum Reizthema.

Dieser Inhalt wurde am 04. Oktober 2004 - 17:00 publiziert

Der Schweizerische Fussball-Verband (SFV) und die Behörden sind sich alles andere als einig darüber, wer die nötigen Kosten in Millionenhöhe berappen soll.

"Fakt ist: Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren hat zugesichert, während der EM die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten", sagte Christian Mutschler, Turnierdirektor Schweiz beim SFV, zu einem Bericht der "SonntagsZeitung" (SoZ).

Die SoZ hatte ein Schreiben von SFV-Präsident Ralph Zloczower an den europäischen Fussballverband UEFA zitiert. Darin garantiert er der UEFA, dass diese von sämtlichen Sicherheitskosten im Zusammenhang mit der Euro 2008 befreit sei. Zloczower selber war am Montag laut SFV nicht erreichbar.

Der Fussballverband selber reisst sich ebenfalls nicht darum, einen Beitrag an die Sicherheitskosten zu leisten: Der SFV habe in keiner Art und Weise gesagt, er werde sich an diesen Ausgaben beteiligen, sagte Mutschler. Die öffentliche Sicherheit falle nicht in die Verantwortung des SFV oder der UEFA.

Keller will über Aufteilung reden

Ganz anders sieht dies Heinz Keller, der Direktor des Bundesamtes für Sport (BASPO): Er will mit allen Beteiligten -Bund, Kantone, Gemeinden, SFV und UEFA - über die Aufteilung der Sicherheitskosten reden.

Bis im Dezember werde das BASPO eine Botschaft ausarbeiten, die Sportminister Samuel Schmid danach dem Bundesrat unterbreite, sagte Keller auf Anfrage.

Die Botschaft soll ein detailliertes Sicherheitskonzept und eventuell auch einen Antrag auf zusätzliche Kredite enthalten.

Keller geht davon aus, dass die bisher bewilligten 10,5 Mio. Franken - 3,5 Mio. Franken vom Bund und 7 Millionen von einzelnen betroffenen Kantonen - nicht ausreichen werden.

Weitere Kantonsbeiträge sind zwar noch ausstehend. Bei der EM in Portugal aber beliefen sich die Sicherheitskosten auf rund 20 Mio. Franken.

Mit SFV und UEFA verhandeln

"Der Bund wird ganz sicher mit dem SFV Gespräche über eine Beteiligung führen", sagte Keller. Auch mit der UEFA will er verhandeln. Diese wird zusammen mit dem SFV und dem Österreichischen Fussball-Bund eine AG zur Durchführung der EM- Spiele gründen.

Mit dieser Aktiengesellschaft will Keller über die Verwendung der aus der EM resultierenden Gewinne sprechen. "Es darf nicht sein, dass der Staat alle Kosten übernimmt und die Gewinne ausschliesslich an Private fliessen", sagte Keller. Der SFV und der Staat müssten diese Probleme gemeinsam lösen.

KKJPD widerspricht

Ein zähes Ringen um die Verteilung der Sicherheitskosten zeichnet sich deshalb schon jetzt ab. Denn auch Beat Hegg, Generalsekretär der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), widerspricht dem SFV.

Im Bewerbungsdossier habe die KKJPD ihre Unterstützung für die Euro 2008 zugesichert, sagte er. Von den Kosten sei damals aber nicht die Rede gewesen.

Uneins über den Usus

Mutschler plädiert derweil für Sachlichkeit und verweist auf das zu erarbeitende Sicherheitskonzept. Liege dies einmal vor, ergäben sich auch die möglichen Endkosten, sagte er. Danach könne es sein, dass man auch über die Aufteilung der Kosten rede.

Er verweist zudem auf das Beispiel der EM in Portugal. Dort habe der Staat die Sicherheitskosten übernommen. Auch in Österreich garantiere der Staat für die EM 2008 die öffentliche Sicherheit. Es sei "in der Regel Usus", dass die öffentliche Hand Sicherheitsausgaben bei sportlichen Grossanlässen übernehme.

Doch auch da widerspricht Heinz Keller: In Athen habe der Staat zwar die Sicherheitskosten übernommen; gleichzeitig habe das IOC aber eine Terrorversicherung abgeschlossen. "Von Grossanlass zu Grossanlass gibt es ganz verschiedene Varianten", erklärte Keller.

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