WM 2006: Schweizer Déjà vu mit Frankreich

Die Katze ist aus dem Sack, die Gegner der Schweiz bekannt. RTS

An der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland spielt die Schweiz in ihrer Gruppe gegen Frankreich, Südkorea und Togo.

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2005 - 22:20 publiziert

Die Qualifikation für die Achtelsfinals wird für die Kicker von Coach Köbi Kuhn nicht einfach, scheint aber nach der Auslosung vom Freitag in Leipzig möglich.

Mit der Auslosung der Gruppen hat am Freitag der Countdown für die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland begonnen. Es war niemand Geringeres als Pelé, dreimaliger Weltmeister mit Brasilien und der grösste Fussballer aller Zeiten, der am Freitag in Leipzig für die Schweiz Schicksalsgott spielte. Der grösste Sportanlass der Welt dauert vom 9. Juni bis am 9. Juli 2006.

Schwerster Gegner in der "Schweizer Gruppe" G ist Frankreich, gegen das die Spieler von Köbi Kuhn eben erst die WM-Qualifikation bestritten hatten. Zur Erinnerung: Im zweiten Match dominierte die Schweiz den Weltmeister von 1998 über beide Hälften klar, doch gab es nach 90 Minuten "nur" ein 1:1-Unentschieden.

Bei besserer Chancenauswertung wäre ein Sieg möglich gewesen, und die Schweiz hätte sich statt der Franzosen direkt für Deutschland qualifiziert. Der Punkt gegen Frankreich, immerhin die Nummer 5 in der aktuellen FIFA-Rangliste, zeigt aber die enormen Fortschritte, welche die Schweizer Nationalmannschaft unter Köbi Kuhn in den letzten paar Jahren erzielt hat. Im FIFA-Ranking haben die Rot-Weissen einen Sprung auf Rang 36 gemacht.

Kuhn: "Gruppengegner okay"

Nationalmannschafts-Trainer Köbi Kuhn zeigte sich mit der Auslosung zufrieden. "Frankreich ist okay, wir kennen einander sehr gut", sagte der Zürcher zum Déjà vu. "Wir trauen uns in dieser Gruppe zu, eine Runde weiter zu kommen, das ist unser Ziel."

Gar sehr optimistisch sieht Urs Meier das Los der Schweiz. "Viele Gruppen haben stärkere Gegner als Südkorea oder Togo", sagte der ehemalige Schweizer Spitzenschiedsrichter gegenüber swissinfo. "Die Schweiz hat ausgezeichnete Chancen, um die nächste Runde zu erreichen."

Auch Meier taxiert Frankreich als stärksten Gruppen-Gegner. Die "Blauen" seien aber nicht unschlagbar: Die Chancen für ein Unentschieden oder gar einen Sieg sind für ihn durchaus vorhanden.

Auch bei Südkorea sieht der ehemalige Referee Luft für einen Punktgewinn, denn er schätzt die Asiaten nicht mehr so stark ein wie vor drei oder vier Jahren. "Sie gehören aber immer noch zu den stärksten Teams des Kontinents," so Meier.

Kein leichtes Spiel

Wie auch immer: Die Südkoreaner bleiben schwer einzuschätzen. In der FIFA-Rangliste liegen die Asiaten auf Platz 29. Vor drei Jahren haben sie als WM-Gastgeber das Land mit schnellem und technisch hochstehendem Fussball überrascht.

Dabei haben sie im Halbfinal keinen geringeren Gegner als das stolze Italien aus dem WM-Rennen geworfen. Schlussendlich resultierte für das Gastgeber-Team ein überraschender vierter Platz, trotz der enttäuschenden Niederlage gegen die Türkei im kleinen Final.

Ähnlich unbequem ist Togo einzuschätzen, das sich völlig überraschend vor dem höher dotierten Senegal durchgesetzte. Gegen Togo, das erstmals an einer WM dabei ist, hat die Schweiz noch nie gespielt. Im FIFA-Ranking belegen die Afrikaner Rang 56.

Spielplan

Erster WM-Gegner der Schweiz ist am 13. Juni in Stuttgart Frankreich. Weiter geht es am 19. Juni in Dortmund gegen Togo. Letztes Gruppenspiel wird am 23. Juni in Hannover der möglicherweise entscheidende Match gegen Südkorea sein.

swissinfo, Renat Künzi

Fakten

Die Schweiz qualifizierte sich für die WM 2006 und gehört in Deutschland zu den besten 32 Teams der Welt.
Entscheidend waren zwei Barrage-Spiele gegen die Türkei im November.
In Bern schlug die Schweiz die Türken 2:0, verlor dagegen in Istanbul 2:4.
Die beiden Auswärtstore gaben den Ausschlag zugunsten der Schweiz.
Nach dem Match griffen türkische Spieler und Offizielle in den Katakomben Schweizer Fussballer tätlich an.
Der Weltfussball-Verband (FIFA) hat darauf eine Untersuchung angeordnet, in deren Folge die Türkei schwer bestraft werden könnte.

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