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Zwei Fremdsprachen in der Primarschule

Die EDK will mit ihrem Modell die Mehrsprachigkeit in der Schweiz fördern.

(swissinfo C Helmle)

Deutsch in der Romandie und Englisch in der Deutschschweiz. Dies sind voraussichtlich die ersten Fremdsprachen, die Primarschüler künftig lernen werden.

Neben der Lokalsprache soll die erste Fremdsprache ab der 3. und die zweite Fremdsprache ab der 5. Klasse gelernt werden.

Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat sich darauf geeinigt, spätestens ab dem Schuljahr 2012/13 in der 3. Klasse mit der Vermittlung einer ersten, und in der 5. Klasse mit einer zweiten Fremdsprache zu beginnen. Die Umsetzung startet ab 2010.

"Die Schweiz befindet sich als mehrsprachiges Land im Einklang mit Europa. Auch dort wurde entschieden, dass zwei Fremdsprachen lehr- und lernbar seien", sagte Hans Ulrich Stöcklin, Erziehungsdirektor des Kantons St. Gallen und Präsident der EDK.

Erste Fremdsprache nicht gleich Nationalsprache

"Wir bedauern, dass die erste Fremdsprache keine Landessprache sein muss", sagte der Vertreter der französischsprachigen Kantone, der Berner Erziehungsdirektor Mario Annoni.

"Für uns Romands und die anderen Minderheiten ist Deutsch unumgänglich" fügte Annoni hinzu. "Die Deutschschweizer haben eine andere Einstellung gegenüber dem Englischen."

Die Reihenfolge bei den Fremdsprachen wird innerhalb der vier EDK-Regionalkonferenzen koordiniert. Ab 2006/2007 werden verbindliche Sprachenstandards sowie die sprachlichen und didaktischen Anforderungen an die Lehrkräfte festgelegt.

Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit

Zudem will die EDK zusammen mit dem Bund eine nationale Agentur zur Förderung von Austauschaktivitäten einrichten und ein nationales Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit aufbauen.

Geeinigt haben sich die EDK-Mitlgieder weiter, dass im Schuljahr 2006/2007 mindestens eine Landessprache für alle Schultypen spätestens ab dem 5. Schuljahr und das Englische spätestens ab dem siebten Schuljahr unterrichtet wird.

Die ersten Umsetzungen beginnen im Kanton Zürich im Schuljahr 2004/2005 mit der Einführung von Frühenglisch ab dem 2. oder 3. Schuljahr. Die Zentralschweiz folgt im Schuljahr 2005/2006 nach. Diese Umsetzungen werden untersucht und für die Planung in den anderen Kantonen verwendet.

Skeptischer Lehrer-Dachverband

Über die Umsetzung des Fremdsprachenplans zeigt sich der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) eher skeptisch. Der LCH begrüsse zwar den Unterricht von zwei Fremdsprachen an der obligatiorischen Volksschule, schreibt der Verband in einer Stellungnahme.

Der LCH zweifle aber daran, dass die Kantone angesichts der laufenden Sparrunden die dazu notwendigen Investitionen auch tatsächlich tätigen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Bereits heute wird in der französischen Schweiz ab der 3. Klasse Deutsch unterrichtet.
In der Deutschschweiz unterrichten fast alle Kantone Französisch vom 5. Schuljahr an.
Ausnahmen: Aargau, Uri und Appenzell Innerrhoden mit anderen Fremdsprach-Modellen.
Im Tessin wird bereits jetzt Deutsch und Französisch unterrichtet.

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In Kürze

Gemäss der Strategie der EDK ist das Lernen einer ersten Fremdsprache ab dem 3. Schuljahr und einer zweiten ab dem 5. Schuljahr ab 2012 obligatorisch.

Unter den zwei Sprachen muss sich eine Landessprache befinden, die Wahl bleibt den Kantonen überlassen.

Der Kanton Zürich sowie die Ost- und Zentralschweizer Kantone haben bereits entschieden, Englisch als erste Fremdsprache zu lehren.

Die französische Schweiz hat ihrerseits Deutsch als erste Fremdsprache bestimmt.

Ab 2006 soll eine nationale Agentur zur Förderung von Austauschaktivitäten eingerichtet werden.

2008 soll ein nationales Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit folgen.

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