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Öko-Erdrutsch Schweizer Wahlen: Umweltparteien erobern 26 Sitze dazu

Siegerin der eidgenössischen Wahlen 2019: Grünen-Chefin Regula Rytz.

(Keystone / Anthony Anex)


Das Land hat gewählt: grün, weiblich, progressiver. Was bedeutet dieses Resultat? Unsere Analyse.

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Die SVP bleibt mit 25,8 Prozent die Partei mit dem höchsten Wähleranteil. Sie wird gefolgt von der SP mit 16,6 Prozent. Die beiden Parteien haben im Vergleich zu 2015 3,6 beziehungsweise 2,2 Prozentpunkte verloren.

Die CVP - von den Grünen überholt - kommt nach dem Verlust von 2 Mandaten noch auf 26 Mandate. Die BDP verliert 4 Sitze - und hat mit den 3 verbleibenden Sitzen keine Fraktionsstärke mehr.

Auch im Ständerat sind überraschend zwei Grüne neu gewählt.

Wahl der  Rekorde 

SWI swissinfo.ch-Kolumist Claude Longchamp schreibt am Montag: 

  • Nie hat eine Partei bei einer Wahl 17 zusätzliche Mandate errungen wie die Grünen. 15 waren bisher der Rekord, aufgestellt von der SVP 1999.
  • Nie hat eine Partei bei einer Wahl 12 Sitze auf einmal verloren, wie die SVP 2019. Das ist die heftigste Niederlage in der Schweizer Wahlgeschichte.
  • Nie haben 58 Sitze aufs Mal die Partei gewechselt. 2015 beispielsweise waren es bloss 30 gewesen. Nach Klimademos und Frauenstreik ist die Parteienlandschaft so volatil wie nie zuvor.
  • Zudem wurden gestern 84 Frauen in den Nationalrat gewählt, auch das ist ein historische, erstmalige Zahl. Denn der Frauen-Anteil lag noch nie bei 42%. Die Schweiz hat damit den 12. höchsten Frauenanteil in der Volkskammer. In Europa liegt sie hinter Schweden mit Finnland auf Platz 2.
  • Das Profil der so entstandenen Parteienlandschaft ist neuartig: SP und CVP sind so schwach, wie man es bisher nicht gekannt hat. (Und die FDP liegt nur 1 Promille über dem bisherigen Negativrekord von 2011.)
  • Umgekehrt sind die Grünen und die Grünliberalen mit ihren 28 resp. 15 Mandaten auf dem Allzeithoch. Zusammen gewannen sie 21% der Wählenden. Die deutschen Grünen lagen bei der Europawahl 2019 bei 20.5%.

Trotz des Erdrutschsiegs der Umweltparteien bleibt der Nationalrat bürgerlich dominiert. In einigen Kantonen gehen die Gewinne der Grünen nämlich auf Kosten der SP. Diese muss den Verlust von 5 Sitzen hinnehmen und kommt noch auf 38 Sitze. Ein prominenter Verlust hat die SVP Zürich zu verzeichnen. Dort wurde Claudio Zanetti abgewählt: Zanetti ist Vorstandsmitglied der Auslandschweizerorganisation ASO.

Ebenso abgewählt wurde das langjährige ASO-Vorstandsmitglied Laurent Wehrli (FDP Waadt). Wehrli hatte in den letzten Jahren in Bern wie kaum ein anderer für die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer Politik gemacht.


Auslandschweiz

Am 11. Dezember wird das neue Parlament, das aus der heutigen Abstimmung hervorgegangen ist, die sieben Regierungsmitglieder für die neue Legislaturperiode wählen. Nach dem historischen Sieg der Grünen bei den Parlamentswahlen fordert die Partei mittelfristig einen Sitz im Bundesrat. Bei der nächsten Vakanz müsse der Einzug der Grünen in den Bundesrat ein Thema sein, sagte Parteipräsidentin Regula Rytz.

"Die Bevölkerung will eine grünere Politik", sagte Rytz in der Elefantenrunde von Schweizer Fernsehen SRF. Die Ambitionen der Grünen richteten sich in erster Linie gegen einen freisinnigen Bundesrat. Die Landesregierung müsse einen Kurswechsel vornehmen.

Die Zauberformel - je zwei Sitze für die SVP, die FDP, die SP und ein Sitz für die CVP - gelte unverändert, konterte FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi diesen Vorstoss der Grünen. Die Grünen müssten das Ergebnis erst einmal in kommenden Wahlen bestätigen.

Kontinuität und Stabilität seien für die Schweiz wichtig. SVP-Präsident Albert Rösti rief in Erinnerung, dass seine Partei zum sechsten Mal in Folge wählerstärkste Partei sei. Jede vierte Bürgerin und jeder vierte Bürger habe die SVP gewählt. Die zwei Sitze im Bundesrat seien unbestritten. Ueli Maurer und Guy Parmelin stellten sich der Wiederwahl.


Parlaments-Wahlen

Eine Grafik mit der Sitzverteilung des Nationalrates

Ergebnisse Nationalrat in den Kantonen

Im Kanton Bern erobern die Grünen zwei Nationalratssitze, die Grünliberalen und die EDU je einen Sitz. Haare lassen müssen die SP und SVP mit je zwei Sitzverlusten. Die BDP verliert einen Sitz.

Die Zürcher Grünen sind neu mit 5 Sitzen im Nationalrat vertreten, also mit 3 mehr als 2015. Gut lief es auch für die Grünliberalen, die künftig 6 Parlamentarierinnen und Parlamentarier stellen (2015: 3). Federn lassen muss hingegen die SVP, die bewusst nicht auf den Klima-Zug aufspringen wollte. Sie verliert 2 ihrer 12 Sitze, bleibt aber nach wie vor stärkste Zürcher Partei.

Ein überraschend schlechter Tag wurde es für die SP, die wohl viele Wähler an die Öko-Parteien verlor. Sie muss 2 Sitze hergeben und ist nur noch mit 7 Vertretern in Bern. Auch die CVP muss Verluste hinnehmen.

Die Grünen erringen im Wallis erstmals einen Sitz im Nationalrat. Die CVP verliert im Gegenzug einen ihrer vier Sitze. Die SVP konnte ihre zwei Sitze verteidigen. 

Überraschung am Rheinknie: Die baselstädtische GLP nimmt der SVP ihren Nationalratssitz ab. Daneben behält die SP ihre beiden Sitze und die LDP sowie das Grüne Bündnis je einen. Die Basler Rechte kommt unter die grünen Räder.

Überraschung in Zug: Manuela Weichelt-Picard hat für die Alternative - die Grünen (ALG) den Nationalratssitz zurückerobert, den die Partei vor acht Jahren der FDP abtreten musste. Die beiden Bisherigen, Gerhard Pfister (CVP) und Thomas Aeschi (SVP), schafften die Wiederwahl.

Schweizer Wahlen 2019 – Analyse "Dieser Aufstieg der Grünen ist unglaublich"

"Das Ausmass der Verschiebungen ist massiv": Wenn Politikanalyst Lukas Golder so spricht, ist etwas passiert bei den Schweizer Parlamentswahlen.

Die Neuenburger SVP verliert nach 16 Jahren ihren einzigen Sitz im Nationalrat. Links-Grün erobert insgesamt drei Sitze, die FDP hält ihren einzigen Sitz. Die Grünen-Politikerin Céline Vara übernimmt den Ständeratssitz der SP. "Eine grosse Überraschung", sagt die frisch Gewählte. "Ich hatte keine Reaktion, keine Rede vorbereitet. Das ist ein historischer Sieg für die Neuenburger Grünen." 

Die Wahlen haben an der jurassischen Vertretung im Nationalrat nichts geändert. Die beiden Bisherigen, der Sozialdemokrat Pierre-Alain Fridez und der CVP-Vertreter Jean-Paul Gschwind, sind am Sonntag für eine dritte Amtszeit gewählt worden.

Bei den Schaffhauser Nationalratssitzen bleibt alles beim Alten: Thomas Hurter (SVP) und Martina Munz (SP) haben, wie erwartet, ihre Wiederwahl geschafft. 

Im Kanton Luzern holt die GLP den vor vier Jahren verlorenen Nationalratssitz zurück. SVP und FDP müssen je ein Mandat abgeben. CVP, SP und Grüne konnten ihren Besitzstand wahren.

Die Baselbieter Nationalratsdelegation bleibt gleich. Alle sieben Bisherigen wurden wiedergewählt: Eric Nussbaumer (SP), Maya Graf (Grüne), Sandra Sollberger, Thomas de Courten (beide SVP), Samira Marti (SP), Daniela Schneeberger (FDP) und Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP).

Frau und Mann freuen sich

Mit Greta Gysin (links) erobert die Grüne Partei des Tessins erstmals in der Geschichte einen Sitz im Nationalrat. Die Lega verliert einen ihrer beiden Sitze.

(Keystone / Samuel Golay)

Die SVP und die CVP sind im Kanton St. Gallen die grossen Verlierer der Nationalratswahlen. Die beiden bürgerlichen Parteien verlieren je einen Sitz. Abgewählt wurden Barbara Keller-Inhelder (SVP), Thomas Müller (SVP) und Thomas Ammann (CVP). Gewinner sind Grüne und GLP, die je ihren Sitz zurückerobern konnten.

Im Kanton Graubünden haben die Nationalratswahlen mit grösseren Verschiebungen geendet. Das links-grüne Lage holte einen zweiten Sitz. Die Nationalräte Heinz Brand (SVP) und Duri Campell (BDP) wurden abgewählt. Die FDP ist nach acht Jahren zurück in der Grossen Kammer. Die Züricherin Magdalena Martullo-Blocher schaffte die Wiederwahl als SVP-Nationalrätin problemlos.

Bei den Nationalratswahlen im Kanton Aargau haben SP und CVP je einen zusätzlichen Sitz gewonnen. Die FDP und SVP verloren je einen Sitz. Die BDP musste ihren einzigen Sitz an die EVP abgeben. Grüne und GLP stagnieren bei je einem Sitz.

Die vier Schwyzer Nationalräte haben die Wiederwahl ohne Probleme geschafft. Am meisten Stimmen holte der bisherige SVP-Nationalrat Marcel Dettling (21'716), gefolgt FDP-Nationalrätin und Parteipräsidentin Petra Gössi (20'980). SVP-Nationalrat Pirmin Schwander landete mit 20'829 Stimmen auf dem dritten Platz. Deutlich zurück lag der vierte Wiedergewählte, CVP-Nationalrat Alois Gmür, mit 14'194 Stimmen.

Eidgenössische Wahlen 2019 Die Wahlergebnisse in sechs Grafiken

Die Schweiz hat ihr neues Parlament gewählt. Grosse Verschiebungen, grüne Welle: Wir zeigen die wichtigsten Ergebnisse in sechs Grafiken.

Die Thurgauer Grünen erobern den einzigen FDP-Sitz im Nationalrat. Die SVP verliert zwar Wähleranteil, kann ihre drei Sitze aber halten. Auch CVP und SP behalten je einen Sitz.

Im Kanton Obwalden hat die SVP den einzigen Nationalratssitz ergattert. Parteipräsidentin Monika Rüegger schaffte die Wahl knapp vor CVP-Mitglied Peter Krummenacher, der von einem überparteilichen Komitee nominiert worden war.

Der einzige Nidwaldner Sitz im Nationalrat bleibt bei Peter Keller. Die Wahlberechtigten haben den SVP-Politiker, Historiker und Autor für eine dritte Amtszeit bestätigt. Keine Änderung gibt es auch beim einzigen Nidwaldner Ständeratssitz: Hans Wicki (FDP) war bereits Anfang September in stiller Wahl wiedergewählt worden.

Im Kanton Solothurn muss die SP einen ihrer beiden Sitze an die Grünen abgeben. Zudem wurde der Bisherige Philipp Hadorn (SP) nicht wieder gewählt. Wahlsiegerin ist die SVP, die ihre beiden bisherigen Sitze mit den Bestresultaten aller Kandidierenden ins Trockene brachte und nun als einzige Solothurner Partei zwei Vertreter nach Bern schicken kann. Je einen Sitz verteidigten FDP und CVP.

grüne

Appenzell Innerrhoden hat mit Thomas Rechsteiner (CVP) einen neuen Nationalrat. Die CVP verteidigt ihren Sitz damit aber nicht mit ihrer offiziellen Kandidatin Antonia Fässler. Die Gesundheitschefin erreichte hinter dem SVP-Kandidaten nur das drittbeste Ergebnis.

Die SVP hat in Appenzell Ausserrhoden den einzigen Sitz im Nationalrat verteidigt: David Zuberbühler wurde mit 7720 Stimmen knapp wiedergewählt. Die FDP-Kandidatin Jennifer Abderhalden musste sich mit 7561 Stimmen hauchdünn geschlagen geben.

Ergebnisse Ständerat

Die volle Besetzung des Ständerats wird erst Ende November bekannt sein. Erst 24 der 46 Sitze sind nach den ersten Wahlgängen vergeben. Zehn Bisherige müssen noch einmal antreten. Die Bürgerlichen behalten im Ständerat die Mehrheit, aber die Grünen legen zu.
Die beiden Berner Ständeratssitze werden erst in einer Stichwahl am 17. November vergeben. Im ersten Wahlgang schaffte niemand das absolute Mehr. 

Im Kanton Genf hat am Sonntag kein Kandidat das absolute Mehr erreicht. Die Grüne Lisa Mazzone hatte mit 41'757 Stimmen die Nase vorne, vor dem Sozialdemokraten Carlo Sommaruga mit 38'344 Stimmen.

Ein Mann und eine Frau mit Blumensträussen

Carlo Sommaruga (SP) und Lisa Mazzone (Die Grünen) freuen sich in Genf.

(Keystone / Martial Trezzini)

Im Kanton Waadt kommt es voraussichtlich am 10. November zu einem zweiten Wahlgang für die beiden Ständeratssitze. Von den 15 Kandidierenden erreichte niemand das absolute Mehr. Das beste Resultat erzielte die Grüne Adèle Thorens vor Ada Marra von der SP.

Der baselstädtische Ständeratssitz bleibt weiter in SP-Hand: Finanzdirektorin Eva Herzog wurde erwartungsgemäss als Anita Fetz' Nachfolgerin gewählt. Die beiden bürgerlichen Herausforderinnen hatten schon im ersten Wahlgang keine Chance.

Im Jura behalten die CVP und die SP ihre Sitze im Ständerat. Die grossen Favoriten, der christlichdemokratische jurassische Finanzdirektor Charles Juillard und die Sozialdemokratin Elisabeth Baume-Schneider, schafften die Wahl am Sonntag wie erwartet mit Leichtigkeit.

Im Glarnerland ist es bei den Ständeratswahlen zu einer dicken Überraschung gekommen. Der bisherige SVP-Ständerat Werner Hösli verpasste die Wiederwahl. Er wurde verdrängt durch den 35-jährigen Grünen Mathias Zopfi. Wieder gewählt wurde FDP-Ständerat Thomas Hefti.

Parlaments-Wahlen

Eine Grafik mit der Sitzverteilung des Ständerates

In Zug hat am Sonntag nur ein Kandidat auf Anhieb die Wahl in den Ständerat geschafft: Der bisherige Peter Hegglin von der CVP. Die anderen sechs Kandidaten scheiterten am absoluten Mehr und müssen am 17. November in den zweiten Wahlgang.

Kein Kandidat hat es im Kanton Tessin im ersten Anlauf in den Ständerat geschafft. Die beiden Ständeräte müssen folglich in einem zweiten Wahlgang am 17. November erkoren werden. Der Bisherige Filippo Lombardi von der CVP erreichte am meisten Stimmen, der zweitplatzierte SVP-Kandidat und Nationalrat Marco Chiesa ist Lombardi dicht auf den Fersen.

Die Nachfolge des Baselbieter SP-Ständerats wird wie erwartet erst in der Stichwahl bestimmt: Im ersten Wahlgang erreichte niemand das absolute Mehr. Das beste Resultat erzielte FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger.

Bei den Ständeratswahlen im Wallis kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Keiner der acht Kandidaten erhielt die absolute Mehrheit der Stimmen. 

Der amtierende SVP-Ständerat Alex Kuprecht (SVP) im Kanton Schwyz wurde wiedergewählt. Die übrigen fünf Kandidierenden müssen in einen zweiten Wahlgang.

Die Solothurner Ständeratswahlen laufen gleich ab wie vor vier Jahren. Pirmin Bischof (CVP) schafft die Wiederwahl im ersten Wahlgang. Roberto Zanetti (SP) als zweiter Bisheriger muss einen Umweg über den zweiten Wahlgang in Kauf nehmen. Sein grösster Herausforderer Christian Imark (SVP) liegt deutlich zurück.

Im Kanton St. Gallen kommt es bei den Ständeratswahlen zu einem zweiten Wahlgang. Am meisten Stimmen erreichten die beiden bisherigen Ständeräte Benedikt Würth (CVP) und Paul Rechsteiner (SP).

Jakob Stark (SVP) wird neuer Thurgauer Ständerat und folgt auf seinen zurücktretenden Parteikollegen Roland Eberle. Brigitte Häberli-Koller (CVP) schafft die Wiederwahl problemlos.

Bei den Ständeratswahlen im Kanton Luzern ist Damian Müller (FDP) im ersten Wahlgang bestätigt worden. Der zweite Sitz, jener des zurücktretenden Konrad Grabers (CVP), konnte noch nicht besetzt werden.

Im Kanton Freiburg wird die Ständevertretung erst im zweiten Wahlgang am 10. November bestimmt. Favoriten sind die beiden Bisherigen, Christian Levrat (SP) und Beat Vonlanthen (CVP). Sie belegten am Sonntag die beiden Spitzenplätze.

Kanton Uri: Heidi Z'graggen hat im dritten Anlauf den Sprung nach Bern geschafft. Das Urner Stimmvolk wählte die CVP-Regierungsrätin zur Nachfolgerin des abtretenden CVP-Ständerats Isidor Baumann. Wie erwartet schaffte Josef Dittli (FDP) die Wiederwahl.

Bei den Aargauer Ständeratswahlen hat kein Kandidierender das absolute Mehr geschafft. Das Feld führen Thierry Burkart (FDP) und Hansjörg Knecht (SVP) an. Cédric Wermuth (SP) liegt mit deutlichem Abstand auf Platz drei.

Im Kanton Graubünden sind die beiden Ständeräte Stefan Engler (CVP) und Martin Schmid (FDP) klar wiedergewählt worden. 

Die Schaffhauser Vertreter im Ständerat bleiben dieselben. Hannes Germann (SVP) wurde mit 17'333 Stimmen klar wiedergewählt. Und auch der parteilose Thomas Minder hat es mit 14'813 Stimmen im ersten Wahlgang geschafft.

Grund zur Freude hat nach den Zürcher Ständeratswahlen erst der bisherige Ständerat Daniel Jositsch (SP): Er ist als einziger der Kandidierenden wiedergewählt worden. Die anderen müssen sich am 17. November einem zweiten Wahlgang stellen. SVP-Ständeratskandidat Roger Köppel ist allenfalls bereit, nicht in den zweiten Wahlgang für den Zürcher Ständerat zu steigen. "Für mich gilt: Thema vor Posten", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Partei werde die Ausgangslage analysieren und dann - voraussichtlich am Donnerstag - über die weitere Strategie entscheiden. 

Auslandschweizer als Kandidaten

Im Vergleich zu den Wahlen 2015 hatte sich die Zahl der Nationalratskandidierenden mit Wohnsitz im Ausland erhöht: 2019 waren es 73 Auslandschweizer, die einen Sitz anstrebten, verglichen mit 57 Vertretern der Fünften Schweiz 2015. Im Jahr 2011 waren es 77.

Die besten Wahlchancen unter den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern hätte die Diplomatin Christina Bürgi Dellspergerexterner Link aus Paris gehabt. Sie war Spitzenkandidatin auf der SP-Hauptliste im Kanton Zug. Doch sie wurde nicht gewählt. 

Unter den Kandidierenden aus dem Ausland hatte auch Franz Muheimexterner Link eine gewisse Chance. Er war auf der Hauptliste der Grünliberalen im Kanton Zürich und hat im Wahlkampf die Unterstützung der Operation Libero erhalten. Auch er schaffte die Wahl nicht, ihm fehlten 9000 Stimmen.

Ohne E-Voting

Im Gegensatz zu vor vier Jahren war es in keinem Kanton mehr möglich, elektronisch abzustimmen. Der Bund hat die laufenden Verfahren aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Swi swissinfo.ch hat Kenntnis von vielen Schweizerinnen und Schweizern im Ausland, die deswegen von der Wahl ausgeschlossen blieben. Leser Peter Stalder schrieb uns: "Bis heute keine Unterlagen erhalten. Mit mir noch viele Auslandschweizer, habe die Namen und Adressen. Wir werden am 21.10.19 eine Klage einreichen,  um diese Wahlen anullieren zu lassen." Für Nachfragen war Stalder nicht erreichbar.

dossiers

Politik Wahlen 2019

Am 20. Oktober haben die Schweizerinnen und Schweiz ihr neues, 246 köpfiges Parlament gewählt.

Theoretisch hätten 175'000 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland, die sich zur Wahl registriert hatten, an den Wahlen zum Nationalrat und in einigen Kantonen auch an den Wahlen zum Ständerat teilnehmen können.

Frauen im Parlament

Der Klimastreikexterner Link hat sich auf die Wahlen ausgewirkt. Der Klimawandel prägte das ganze Jahr über die Debatte. Zahlreiche Strassenproteste im ganzen Land haben die jüngere Generation in den Städten politisiert.

Eine weitere Massendemonstration war der nationale Frauenstreik am 14. Juni. Eine der Forderungen der Demonstranten war es, die Vertretung von Frauen in den politischen Institutionen des Landes zu erhöhen. Diese Nachfrage hatte deutliche Auswirkungen auf die Kandidaten.

Wahlbeteiligung

Weniger Personen als vor vier Jahren dürften sich an der Wahl beteiligt haben. Die SRG-Hochrechnung geht von 46 Prozent Wahlbeteiligung aus. 2015 gingen 48,5 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne.

Wahlbeteiligung

Grafik

Rund 5,3 Millionen Schweizer Bürgerinnen und Bürger hatten das Recht, an den Parlamentswahlen vom 20. Oktober teilzunehmen.

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