Begehrtes Naturpark-Label

Um das neue Park-Label des Bundes bewerben sich bereits zehn Regionen. Keystone

Nicht weniger als zehn Projekte bemühen sich um die Anerkennung des Bundes als Naturpärke von nationaler Bedeutung. Das Bundesamt für Umwelt will nun die Gesuche prüfen und im Sommer entscheiden.

Dieser Inhalt wurde am 08. Februar 2008 - 14:30 publiziert

Seit letzten Dezember gelten neue gesetzliche Grundlagen, die neue Naturpärke in der Schweiz möglich machen. Die bislang eingereichten Projekte machen 7 Prozent des Schweizer Territoriums aus.

Acht Kantone haben beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) insgesamt zehn Projekte für Naturpärke von nationaler Bedeutung eingereicht. Sie wollen mit Bundesgeld unterstützt und mit dem markengeschützten grünen Parklabel ausgezeichnet werden.

BAFU-Vizedirektor Willy Geiger zeigte sich angesichts der hohen Qualitätsanforderungen beeindruckt von der Zahl der Projekte. Er erwartet Gesuche für etwa zehn weitere Pärke.

Seit dem vergangenen 1. Dezember sind das revidierte Natur- und Heimatschutzgesetz und die Pärkeverordnung in Kraft. Sie ermöglichen die Schaffung neuer Pärke von nationaler Bedeutung in drei Kategorien.

7% der Landesfläche

In neun Fällen seien Regionale Naturpärke, in einem Fall ein Naturerlebnispark geplant, wie Geiger am Freitag von den Medien in Bern mitteilte. Die Projekte befänden sich indes in unterschiedlichen Stadien der Realisierung. Bereits in Betrieb stehen die UNESCO-Biosphäre Entlebuch (Luzern) und die Biosfera Val Müstair in Graubünden.

Noch in der Errichtungsphase befinden sich der Landschaftspark Binntal im Wallis, und die Regionalen Naturpärke Thal in Solothurn, Ela (Oberhalbstein und Albulatal in Graubünden), Chasseral im Berner und Neuenburger Jura, Diemtigtal und Thunersee-Hohgant in Bern sowie Gantrisch in Bern/Freiburg. Ebenfalls erst geplant ist der Naturerlebnispark Sihlwald bei Zürich.

Die Projekte machen 7% des Territoriums der Schweiz aus. Nach einer Vorprüfung wird das BAFU die Dossiers detailliert untersuchen. Im Spätsommer entscheidet es, ob die Anforderungen an einen Park von nationaler Bedeutung erfüllt sind, wie hoch die Finanzhilfe des Bundes ist und ob das Parklabel verliehen wird.

Regionale Verankerung und Anforderungen

Für die Bundesanerkennung müssen die Kategorien Nationalpark (hier liegt kein Gesuch vor), Regionaler Naturpark, Naturerlebnispark und Unesco-Biosphärenreservat strengen Anforderungen genügen. Zentral sei, dass sie demokratisch legitimiert und regional verankert seien, sagte Geiger.

Die Qualitätsanforderungen für solche Pärke sind sowohl formaler als auch parkspezifischer Art. Letztere können allgemein sein, wie zum Beispiel die Forderung eines geringen Grades an Beeinträchtigung der Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten.

Oder die Anforderungen betreffen das Parkspezifische: So ist die Fläche entscheidend, ebenso die Einteilung in Kern- und Umgebungszonen.

In Kernzonen dürfen beispielsweise keine Fahrzeuge verkehren, keine Bauten erstellt werden oder keine Agrarnutzung erfolgen.

Ein Regionaler Naturpark muss mindestens 100 Quadratkilometer gross sein.

Jene Parks, die das Label erhalten, werden vom BAFU mitfinanziert. Spätestens ab 2012 stellt der Bund dafür jährlich 10 Mio. Franken zur Verfügung. 2008 kann das BAFU insgesamt 3,5 Millionen beisteuern. Dieser Betrag steigt in den Jahren danach sukzessive an.

"Schweizer Pärke/Parchi/Parcs"

Eine breit abgestützte Jury hat das Parklabel ausgewählt. Es ist grün changierend, quadratisch wie die Schweizerfahne, und der Schriftzug "Schweizer Pärke/Parchi/Parcs" ist überkreuz gestellt.

Die Trägerschaft darf das Label verwenden, um den Park bekannt zu machen, nicht aber um für Produkte zu werben.

Für regionale Spezialitäten und Dienstleistungen aus einem Park wurde ein Produktelabel entwickelt, das sich optisch an das Parklabel anlehnt und von der jeweiligen Trägerschaft verliehen wird.

In der Errichtungsphase erhalten Parkprojekte ein provisorisches Label mit der Aufschrift "Kandidatur".

swissinfo und Agenturen

Naturpark-Projekte

Bislang haben 8 Kantone insgesamt 10 Projekte eingereicht.

Zwei sind bereits in der Betriebsphase:
UNESCO Biosphäre Entlebuch (LU) und Biosfera Val Müstair (GR).

7 Anträge betreffen das Label als regionaler Naturpark:
Landschaftspark Binntal (VS)
Regionaler Naturpark Thal (SO)
Parc Ela (GR)
Parc régional Chasseral (BE/NE)
Regionaler Naturpark Diemtigtal (BE)
Regionaler Naturpark Gantrisch (BE/FR)
Naturpark Thunersee-Hohgant (BE)

Antrag um Anerkennung als Naturerlebnispark: Projekt Sihlwald (ZH).

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DREI PARKKATEGORIEN

Das revidierte Natur- und Heimatschutzgesetz definiert drei Parkkategorien von nationaler Bedeutung.

In "Nationalpärken" steht die freie Entwicklung der Natur im Zentrum.

"Regionale Naturpärke" sollen in ländlichen Regionen entstehen, wo die nachhaltig betriebene Wirtschaft gestärkt und die natürlichen, landschaftlichen und kulturellen Qualitäten aufgewertet werden.

In Agglomerationsgebieten sollen "Naturerlebnispärke" die Besuchenden auf kleinem Raum und vor ihrer Haustüre für die Natur sensibilisieren.

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