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Biosphären-Reservat bringt Geld

Im UNESCO-Bioshären-Reservat Entlebuch. Keystone

Die Region Entlebuch spielt das Gütesiegel Biosphären-Reservat aus. Das hat sie kürzlich von der UNESCO als erste Schweizer Landschaft erhalten.

Dieser Inhalt wurde am 03. Februar 2002 - 18:54 publiziert

Als 1997 die Idee auftauchte, sich als Biosphären-Reservat zu bewerben, war im Entlebuch die Skepsis gross. Zu stark tönte das fremde Wort nach Nationalpark und Indianer-Reservat.

Doch bald setzte sich bei vielen die Erkenntnis durch, dass das Konzept wie für das Entlebuch gemacht ist. In Biosphären-Reservaten ist der Naturschutz nur in den Kernzonen oberstes Gebot. In den Pflege- und Entwicklungszonen kann der Mensch auch wirtschaften.

Auf eigene Qualität besinnen

Das Entlebuch witterte die Chance, seine vermeintliche Schwäche als Stärke ausspielen zu können. Topografie, Boden und Klima, welche die wirtschaftliche Entwicklung bremsten, wurden plötzlich als Kapital für Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus wahrgenommen.

Das 395 km² grosse Entlebuch verfügt mit seinen Mooren, Wäldern und Karstregionen tatsächlich über eine einmalige Landschaft. Ein Drittel der Fläche ist durch den Bund geschützt. Seit September 2001 kann sich die Region UNESCO-Biosphären-Reservat nennen.

Qualitäts-Region

Treibende Kraft der pragmatischen Verknüpfung von Umweltschutz und Kommerz ist Theo Schnider, Kurdirektor von Sörenberg und Direktor des Biospähren-Reservats. Sein Ziel ist es, das Entlebuch als "Qualitäts-Region" bekannt zu machen.

Das Mittel dazu ist ein geschütztes Label. Vier Monate nach der UNESCO-Anerkennung präsentiert Schnider 53 Erzeugnisse der Marke "echt entlebuch biosphärenreservat".

Es gibt "Schrattenkäse", "Rothornsalami" und "Erdbeerwein", aber auch "Biosphären-Täfer".

Trotz schnellem Start bleibt Schnider Realist. Viele regionale Labels seien gescheitert, sagt er. Eine Etikette, die die Herkunft bezeichne, genüge längst nicht mehr. Was es brauche, sei Qualität.

Produkte mit Heimatgefühl

Sich mit dem Label schmücken darf deshalb nur, wer gewisse Kriterien einhält, etwa zur Herkunft der verwendenten Stoffe, zur Verarbeitung, zur Nachhaltigkeit und zu den Arbeits-Bedingungen. Auch muss der Kunde die Herkunft bis zum Ursprung des Produktes zurückverfolgen können.

Die lizenzierten Esswaren sind teils bewährte, teils neue Produkte. Dass das Label kein Zaubermittel ist, sind sich die Produzenten bewusst. Nur wer sich nach dem Markt ausrichte, könne bestehen, sagt Label-Käser Fredy Studer aus Schüpfheim.

Ein Teil der Entlebucher Bauern und Gewerbler ist aber zum Risiko bereit. Die Öffnung der Märkte lässt ihnen kaum eine andere Chance, als auf das Label zu setzen, das der Kundschaft gefragte Eigenschaften wie "echt", "urchig" und "gesund" vermittelt.

Auch der Escholzmatter Schreiner Franz Stadelmann nutzt dies, wenn er Entlebucher Fichtenholz verarbeitet und zertifizieren lässt. Seine Trümpfe gegen Importware sind kurze Transportwege und die Rückverfolgbarkeit. Dank dieser könne er von jedem Stück Holz sagen, wo und bei welchem Mondstand es geschlagen worden sei, sagt er.

swissinfo und Reto Legena, sda

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