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G-8: Bunter Start zum Protestreigen

Anti-G-8-Demonstranten mit Masken an der Lausanner Kundgebung. Keystone

Am Genfersee hat am Donnerstag der Reigen der Proteste gegen den G-8-Gipfel begonnen. In Lausanne versammelten sich mehrere tausend Menschen zu einem lauten und bunten Demonstrationszug.

Dieser Inhalt wurde am 29. Mai 2003 - 21:12 publiziert

In Annemasse (F) spazierten 5000 G-8-Gegner friedlich durch die Stadt.

Der Demonstrationszug traf sich in Lausanne direkt neben der Sperrzone, in der hinter Schiffscontainern und Stacheldraht einige der eingeladenen Staats- und Regierungschefs logieren werden.

Bei Regen und Hagel machten sich die Globalisierungs-Gegner dann auf den Weg stadtaufwärts in Richtung Zentrum, um dem Gipfel den Rücken zu kehren, wie es hiess. Die Demonstranten trugen ein grosses Transparent mit der Aufschrift "Kein Gipfel für die Ungerechtigkeit". Auf anderen Plakaten stand "G-8 versenken" oder "Bush ist nicht nachhaltig".

Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrierenden unmittelbar nach Ende der Kundgebung auf rund 4000 Personen. Das Waadtländer Anti-G-8-Komitee dagegen sprach in ersten Schätzungen von mindestens 5000 Demonstrierenden, korrigierte im Anschluss an die Kundgebung diese Zahl aber nach oben und sprach von 12'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Generell friedlich

Mit der Ausnahme kleinerer Scharmützel verlief die vom Waadtländer Anti-G-8-Komitee organisierte Kundgebung friedlich. Einige vermummte Demonstranten hatten sich dem Zug angeschlossen und warfen Bierflaschen gegen die Polizei.

Auf der Anreise hatten einige Jugendliche im Zug von St. Gallen nach Lausanne Sachbeschädigungen in Form von Sprayereien
angerichtet.

Ein offizieller Demo-Beobachter, Yves Ferrari, sagte gegenüber swissinfo, lediglich 20 bis 30 maskierte und mit Skimützen vermummte Demonstranten seien "gewaltbereit" gewesen.

Verhaltenstest

Die Kundgebung gilt als Test für das Verhalten der G-8-Gegner wie auch für das Sicherheits-Dispositiv der Ordnungskräfte. Die Polizei bot dafür rund 1000 Beamte auf.

Begleitet wurde der Demonstrationszug auch von einer Delegation der Menschenrechts-Organisation Amnesty International (AI). Ihre speziell ausgebildeten neutralen Beobachter sollen prüfen, ob das Vorgehen der Ordnungskräfte verhältnismässig ist.

Aufmarsch in Genf

Auch in Genf, wo am Sonntag eine Grosskundgebung stattfinden soll, begann am Donnerstag der Aufmarsch der G-8-Gegner.

Mit einem Sonderzug kamen am Mittag rund 1000 Demonstranten aus Deutschland an. Sie wurden mit Bussen in ein Camp nach Annemasse gebracht. In einem zweiten Zeltdorf in Vessy ausserhalb des Genfer Stadtzentrums hatten sich bis zum Nachmittag rund 100 Demonstranten eingefunden.

Die Stadt Genf hiess die Gipfel-Gegner mit 70'000 Flugblättern willkommen. Genf sei eine Stadt des Friedens und der Toleranz, in der jeder seine demokratischen Rechte ausüben könne, stand darauf geschrieben.

Aus Bern machte sich am Donnerstagmorgen eine rund 200-köpfige Velokarawane auf den Weg nach Lausanne.

Kundgebung auch in Annemasse

Im französischen Annemasse hatten sich am Nachmittag bis zu 5000 G-8-Gegner zu einem friedlichen Spaziergang durch die Stadt aufgemacht. Als Motto hielten sie den Slogan "Kein Genua in Evian" in die Höhe.

In der französischen Grenzstadt war zuvor ein Gegen-Gipfel zum G-8-Treffen eröffnet worden. Zahlreiche Nichtregierungs-Organisationen wollen damit der als illegitim empfunden G-8 eine alternative Stimme entgegensetzen.

Bis zum Samstag werden an der Veranstaltung Themen wie die soziale Verantwortung der Unternehmen oder die Folgen der Globalisierung diskutiert.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Mehrere tausend Globalisierungs-Gegner an der ersten Anti-G-8-Demo in Lausanne

In Genf trafen rund 1000 Globalisierungs-Gegner aus Deutschland ein

In Annemasse (F) machten 5000 Anti-G-8-Gegner einen friedlichen Spaziergang durch die Stadt

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In Kürze

In Lausanne nahmen mehrere tausend Globalisierungs-Gegner an der ersten Anti-G-8-Demonstration teil. Die Kundgebung verlief weitgehend friedlich.

An einigen Orten kam es zu kleineren Scharmützeln, die sich jedoch nicht ausweiteten. Die Aggressionen gingen von schwarz gekleideten und vermummten Autonomen aus.

Auf der Place de la Riponne im Lausanner Stadtzentrum klang die Kundgebung an Essens- und Getränkeständen und zu den Klängen eines Konzerts aus.

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