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Ein kommunaler Hilfsdienst für ältere Menschen wegen Covid-19

Inmitten der Coronavirus-Pandemie wird selbst das Einkaufen bei älteren und gefährdeten Menschen zu einer gesundheitlichen Herausforderung: Die Stadt Bellinzona stellt sich ihr mit Professionalität. swissinfo.ch

Für ältere und andere gefährdete Menschen einkaufen, damit sie zu Hause bleiben und sich vor dem Coronavirus schützen, ohne in Einsamkeit zu versinken: Die Stadt Bellinzona bietet diesen Service an.

Dieser Inhalt wurde am 23. März 2020 - 11:42 publiziert
Sonia Fenazzi, Bellinzona

Es mag banal erscheinen, aber in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist das keineswegs: Wer Einkäufe zum Haus einer Risikoperson bringt, muss die Hygienevorkehrungen strikte einhalten, um eine Ansteckung zu verhindern. Und nicht jeder Mensch in einer prekären Situation hat jemanden, der für diese Aufgabe zur Verfügung steht.

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Bellinzona können diese Dienstleistung nun auf einfache Weise kostenlos in Anspruch nehmen: Sie können sich über eine spezielle Telefon-Hotline an die Gemeinde wenden.
Gezielte Unterstützung

"Der ganze Stadtrat von Bellinzona steht hinter der Initiative, mit der Idee, den älteren Menschen und Menschen in Schwierigkeiten nahe zu sein. Es erschien uns wichtig, dass die Gemeinde diese Unterstützung anbietet", erklärt der Leiter der Abteilung für Sozialdienste, Giorgio Soldini, gegenüber swissinfo.ch.

Die Hotline, die seit dem 16. März in Betrieb ist, dient nicht nur der Versorgung mit Lebensmitteln und Grundbedarfsgütern, sondern auch der Information älterer Menschen und anderer Personen, die aus gesundheitlichen Gründen zu Hause bleiben müssen und keine ihnen nahestehenden Familienmitglieder haben. Der Telefondienst soll auch Trost bieten und Personen beruhigen, die sich angesichts der Epidemie desorientiert fühlen.

Letzteres Bedürfnis zeigte sich deutlich, als die Hotline aktiviert wurde. "Am ersten Tag erhielten wir 60 Anrufe, aber nur drei Anrufer baten um Einkäufe. Bei allen anderen ging es um Ängste und Fragen im Zusammenhang mit dem Coronavirus oder um praktische Fragen des täglichen Lebens", sagt Soldini. Alle Sozialdienste der Gemeinde beteiligen sich am Betrieb der Hotline, so dass Anrufende die Leitung nicht besetzt vorfinden, sondern sofort Antworten auf ihre drängendsten Fragen bekommen.

Professionalität ist garantiert

Eine Bedingung ist für Einkäufe unerlässlich: "Die Einhaltung aller von Kanton und Bund festgelegten Gesundheits- und Hygienevorschriften sicherstellen, um eine Ansteckung zu vermeiden", betont Soldini. Tatsächlich wäre es paradox, gefährdeten Menschen zu empfehlen, das Haus nicht zu verlassen, und ihnen dann den gefährlichen Virus aufgrund von falschem Verhalten nach Hause zu bringen.

Um einen solchen Fall zu vermeiden, setzt der Stadtrat von Bellinzona auf Fachleute. Diese sind bereits in diesem Bereich tätig und daher gewohnt, strenge Regeln der Hygiene und des Gesundheitsverhaltens einzuhalten und mit älteren und gefährdeten Menschen zu interagieren, betont Soldini.

Die Einkäufe werden in einem Supermarkt abgeholt, der bei diesem Projekt mitarbeitet. Städtische Mitarbeiter bringen sie zu zwei Sortierzentren. Auszubildende der Spitex, die für diese Aufgabe entsprechend geschult wurden, holen die Einkäufe ab und bringen sie zu den Empfängern. Dies ist die heikelste Phase: Die genaue Einhaltung der Gesundheitsrichtlinien – wozu auch die Einhaltung von Abständen gehört – ist unerlässlich.

Die Mitarbeiter der Spitex Bellinzona sind in Zeiten der Coronavirus-Krise noch stärker gestresst als sonst. Direktor Roberto Mora (erster rechts) und seine Mitarbeiter achten sehr darauf, dass die hygienischen Richtlinien auch während der Sitzungen eingehalten werden: "Auf Distanz, aber nah!" swissinfo.ch

Kein Geld

Man sollte keinesfalls bar zahlen: "Bargeld kann eine Quelle der Ansteckung sein, deshalb haben wir das absolut ausgeschlossen. Wir stellen Rechnungen aus, so dass die Betroffenen später zahlen können", betont Soldini.

Das Vorbeibringen der Einkäufe ist auch eine wichtige Gelegenheit, um sich über die Lebenssituation der Risikopatienten zu informieren. Wie haben sie sich beispielsweise für die Abholung von Medikamenten organisiert? Oder haben sie besondere Bedürfnisse und Anliegen?
Es ist auch eine Gelegenheit, sie an die wichtigsten Empfehlungen des Kantonsarztes zum Schutz vor Coronaviren zu erinnern und ihnen das entsprechende Informationsblatt zu geben. Die Risikopatienten werden auch gefragt, ob sie möchten, dass jemand von der Spitex alle zwei oder drei Tage anruft, um zu prüfen, wie es ihnen geht.

Wir hatten am Dienstagnachmittag die Gelegenheit, zwei Lehrlinge zu begleiten (natürlich mit gehörigem Abstand): Aline, "Fachfrau Gesundheit" im zweiten Lehrjahr, und Alessandro, Pflegeassistent im ersten Lehrjahr.


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