Swiss Made

Kleine Unternehmen, grosse Innovationen: Schweizer Startups

Drohnen zur Inspektion von Kernreaktoren, revolutionäre Systeme zur Krebsdiagnose, energieautarke Häuser, Armbänder zur Bestimmung von fruchtbaren Tagen: Die Kreativität der Schweizer Startups kennt keine Grenzen, und ihre Innovationen haben weltweit grossen Erfolg.

Dieser Inhalt wurde am 11. März 2020 - 14:06 publiziert
Skizzomat (Illustration)

Die Schweiz belegt seit neun Jahren in Folge den ersten Platz im Global Innovation Index der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO).

Bisher waren die Ressourcen für Forschung und Entwicklung bei grossen transnationalen Unternehmen konzentriert – wie Nestlé, Novartis, Roche, ABB, Givaudan oder Swatch – oder bei mittelständischen Unternehmen, die es geschafft haben, weltweit wichtige Marktnischen zu besetzen.

Seit einigen Jahren blüht die Innovation aber auch im Startup-Bereich, also in kleinen Unternehmen mit starkem Innovationsgeist und grossem Wachstumspotenzial. Immer mehr junge Menschen folgen diesem Weg, um die Früchte ihrer wissenschaftlichen Forschung oder ihres technologischen Erfindungsreichtums zu entwickeln und zu vermarkten.

Zu den Förderern von Startups gehört Jordi Montserrat, Gründer und Co-Direktor von Venture Lab, einem Beratungsprogramm für Startups.

Heute werden jedes Jahr etwa 300 Startups gegründet, während es im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends noch einige Dutzend waren. Das in Startups investierte Kapital hat sich innerhalb weniger Jahre verdreifacht. 2018 überschritt es erstmals die Schwelle von einer Milliarde Franken, und 2019 machte es erneut einen gewaltigen Sprung nach vorn.

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Letztes Jahr lag die Schweiz auf Platz fünf der europäischen Länder, in denen am meisten in Startups investiert wird, hinter Grossbritannien, Frankreich, Deutschland und Schweden. 

Dieses Wachstum dürfte im Jahr 2020 aber zum Stillstand kommen: Die Coronavirus-Krise löste bei vielen Investoren grosse Verunsicherung aus und schränkte die Möglichkeiten für junge Unternehmer zumindest vorübergehend ein, ihre Innovationen auf Konferenzen und anderen Werbeveranstaltungen zu präsentieren.

Die meisten Startups generieren in den ersten Jahren ihres Bestehens kein Einkommen und finanzieren ihre Aktivitäten aus den aufgenommenen Mitteln und Darlehen. Im Mai beschloss der Bundesrat, vielversprechende Startups, die aufgrund der Pandemiekrise Liquiditätsprobleme haben, mit von Bund und Kantonen garantierten Krediten in der Höhe von insgesamt 154 Millionen Franken zu unterstützen. Dieser Betrag reicht jedoch möglicherweise nicht aus.

Zwischen Tradition und Innovation

Mehr als die Hälfte dieser innovativen Unternehmen sind in den Regionen Zürich und Genferseebogen entstanden, wo die Präsenz der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) eine Schlüsselrolle in der Forschung und der Entwicklung zukunftsweisender wissenschaftlicher und technologischer Anwendungen spielt. 

Viele junge Unternehmen profitieren vom Wissen, das in den grossen Schweizer Innovationsbranchen wie der Pharmaindustrie, der Mikrotechnologie oder den Finanzdienstleistungen erworben wurde. So ist es kein Wunder, dass in der Nähe von traditionellen Banken über Fintech nachgedacht wird oder in der Umgebung der traditionellen Uhrenindustrie neue Mikrotechnik-Lösungen entstehen. 

Gleichzeitig tragen Startups zu einer Regeneration dieser traditionellen Sektoren bei und bieten ihnen Absatzmöglichkeiten für neue Märkte, zum Beispiel in der Biotechnologie, der Medizinaltechnik oder im Bereich Cleantech. 

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Wie sieht die Welt der Schweizer Startups aus? Wir haben einige junge Unternehmen porträtiert, die sich in den letzten Jahren mit vielversprechenden Produkten etabliert haben.

Medtech: Das Zürcher Unternehmen Ava hat ein Armband entwickelt, das die fruchtbaren Tage von Frauen anzeigt. Eine Innovation, die weltweit Erfolg hat.

Medizin: Cutiss hat eine revolutionäre Methode entwickelt, um menschliche Haut im Labor aus Patientenzellen nachzubilden. Diese Innovation ist eine Hoffnung für Millionen von Menschen, die aufgrund von Verbrennungen, Krebs oder anderen Krankheiten unter schweren Hautproblemen leiden.

Drohnen: Innerhalb weniger Jahre ist in der Schweiz ein echtes "Drone Valley" mit rund 80 Unternehmen entstanden. Dazu gehört das Unternehmen Flyability, das Flugroboter produziert, die an unzugängliche Stellen gelangen können und so das Unfallrisiko für das Personal von Kernkraftwerken, Industrieanlagen und Feuerwehren verringern.

Landwirtschaft: Ebenfalls im Bereich der Drohnen taucht das junge Unternehmen Gamaya auf dem Weltmarkt auf. Es entwickelt intelligente Systeme, um landwirtschaftliche Nutzpflanzen mit Kameras vom Himmel aus zu überwachen. Sie ermöglichen es, "chirurgische" Korrekturen an den Kulturen vorzunehmen und den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.

Lebensmittel: AgroSustain hat wirksame, wirtschaftliche und biologische Alternativen zu den bisher verwendeten chemischen Lösungen zur Bekämpfung von Schimmelpilzen entwickelt, die für ein Drittel aller Verluste nach der Ernte verantwortlich sind.

Satelliten: Astrocast will als erster Schweizer Betreiber ein eigenes Netz von Nanosatelliten für die Telekommunikation in den Orbit bringen und betreiben.

Cleantech: Eine revolutionäre Methode zur Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen wurde vom Tessiner Startup Energy Vault entwickelt.

Überwachungstechnologie: Innerhalb weniger Jahre hat sich Geosatis zu einem der weltweit führenden Anbieter von elektronischen Fussfesseln entwickelt. Dank dieser Fussfesseln können Zehntausende von Menschen, die wegen leichter Vergehen zu Haftstrafen verurteilt wurden, die Strafe zu Hause "absitzen".

Luxus-Branche: Schweizer Startups versuchen auch, traditionelle Märkte wie die Luxus-Branche zu erobern, die wenig offen für Veränderungen sind.

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