Neues zum Basler Beben von 1356

Die Bruchzone verläuft über gut 8 km von Reinach/BL nach Basel. Keystone

Es brachte Tod und Zerstörung über Basel. Erst jetzt ist bekannt, wo vor fast 650 Jahren die Erdkruste aufgebrochen ist, woher das Beben kam, das die Katastrophe verursachte. Nach neusten Erkenntnissen ist eine Bruchzone im Birstal daran schuld.

Dieser Inhalt wurde am 15. September 2001 - 06:30 publiziert

Das Erdbeben aus dem Jahr 1356 war wohl das gravierendste in Mitteleuropa in den vergangenen 1'000 Jahren, wie Domenico Giardini, Professor für Geophysik an einer Medienkonferenz in Basel bekannt gab. Die Bruchzone, die das Erdbeben verursachte, verlaufe über mindestens 8 km von Reinach/BL nach Basel Der Bruch könnte noch weiter in nördliche Richtung durch die Stadt und nach Süden in das Juragebirge hineinlaufen.

Zwei weitere Erdbeben

Die Bruchstelle konnte offenbar nicht zuletzt auch durch Studium der zeitgenössischen Quellen entdeckt werden. Laut Forschungs-Erkenntnissen der Universität Strassburg hatte ein Priester aus Avignon damals von Rissen in der Erde in der Umgebung von Basel berichtet. Die Bruchstelle soll in den letzten 8'500 Jahren drei grosse Erdbeben verursacht haben.

Vor dem Erdbeben von 1356 dürfte ein weiteres zwischen 890 n.Chr. und 850 v.Chr. stattgefunden haben. Archeologische Funde deuten darauf hin, dass die Römerstadt Augusta Raurica um 250 n.Chr. von einem Erdbeben zerstört wurde. Ein drittes Beben datieren die Wissenschafter auf den Zeitraum zwischen 850 und 6'480 v.Chr.

Mögliche Milliarden-Schäden ... aber heute wenig Schutz

Würde sich das Erdbeben von 1356 heute wiederholen, rechnen Experten mit Schäden in der Höhe von 50 bis 80 Mrd. Franken. Die Schlussfolgerungen der neusten Studie zur Lage in Basel sind deshalb eindeutig: Die Vorsorge, der Schutz vor möglichen Beben in Basel muss verbessert werden.

Obwohl keine unmittelbare Bedrohung bevorstehe, Zeitpunkt und Stärke eines künftigen Bebens also nach wie vor nicht vorausgesagt werden können, sollten diesbezügliche Anstrengungen verstärkt werden.

"Wir zeigen die Risiken, an der Gesellschaft liegt es, darüber zu befinden, welche Risiken sie eingehen will", sagte der Geophyiker Giardini. Nicht ganz ins Bild der "erdbebensicheren" Stadt passt allerdings das neue, seit Januar 2001 gültige Baugesetz: Das Bau-Inspektorat muss Bau-Vorhaben (Neubauten) nicht mehr automatisch auf die Bebensicherheit prüfen.

swissinfo und Agenturen

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