Trotz weniger Ärzten gute Versorgung

Die Ärztedichte hat kaum Einfluss auf die Qualität und die Versorgung der Bevölkerung mit medizinischen Leistungen. Dies zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie.

Dieser Inhalt wurde am 11. Februar 2002 - 19:20 publiziert

Das Interesse der Krankenkassen ist klar: Sie wollen die Kosten senken. Ein Mittel dabei ist die Aufhebung des Vertragszwanges; die Versicherer wollen nicht mehr zwingend mit allen Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeiten.

Dieser Vorschlag wird in diesem Jahr im Parlament diskutiert. In der Kleinen Kammer gingen die Meinungen auseinander, schliesslich entschied sich die Mehrheit gegen den Vertragszwang. In der Grossen Kammer wird das Thema ebenfalls viel zu reden geben, haben sich doch Patienten-Organisationen vehement für die freie Arztwahl - und damit für den Vertragszwang der Kassen mit allen Ärzten - ausgesprochen.

Nun, mitten in der Entscheidungsfindung, präsentiert der Dachverband der Krankenversicherer santésuisse eine neue Studie: Die unterschiedliche Ärztedichte in den verschiedenen Regionen beeinflusst Qualität und Sicherheit der Versorgung kaum, so der Befund.

Anzahl der Ärzte regional sehr unterschiedlich

Durchschnittlich kamen Ende 2000 in der Schweiz 19 frei praktizierende Ärztinnen und Ärzte auf 10'000 Einwohner. Allerdings ist die Ärztedichte je nach Region sehr unterschiedlich: Im Kanton Basel-Stadt kamen 36 Ärzte auf 10'000 Einwohner, im Kanton Genf waren es 32, in verschiedenen Regionen der Ost- und Innerschweiz dagegen weniger als 13.

Welchen Einfluss die Zahl der Fachkräfte auf die Versorgung hat, haben die beiden Tessiner Gesundheitsökonomen Gianfranco Domenighetti und Luca Crivelli unter Einbezug verschiedener Indikatoren wie Leistungen, Kosten und Konsultationen untersucht.

Nicht nur die Versorgung unterscheide sich kaum, so die Autoren, auch sei die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den Leistungen praktisch identisch.

Weiter zeigt die Studie auf, dass in der untersuchten Ostschweizer Region über 70 Prozent der Ärzte mit Praxis in der Grundversorgung tätig sind, in Basel-Stadt und Genf nur gut die Hälfte. Eine gute Versorgung sei also auch mit weniger Spezialisten möglich, so die Folgerung der Autoren.

swissinfo und Agenturen

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