Wenn die Berghütte ruft

Ob klassisch oder modern: Berghütten sind beliebt. SAC

Fast 300'000 mal wurde 2002 in den Schweizer Berg-Hütten übernachtet; 8% mehr als im Vorjahr. Derweil kränkelt die Hotellerie, und die Jugendherbergen legten nur dank der Expo zu.

Dieser Inhalt wurde am 24. Februar 2003 - 10:31 publiziert

Der Alpenclub will weiter ein neues Image vermarkten und mehr Komfort bieten.

"Die Berge und das Wandern haben in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt", freut sich Bruno Lüthi, Bereichsleiter Hütten beim Schweizerischen Alpenclub (SAC).

Der SAC betreibt 153 Berghütten in der ganzen Schweiz und kann auf ein gutes Jahr zurück blicken: 298'000 Übernachtungen zählten die Hüttenwarte und -wartinnen. Das sind 8,2% mehr als im Vorjahr.

Hotels haben Mühe, Jugendherbergen stagnieren

Dieses Ergebnis darf sich im Vergleich zur kränkelnden Hotellerie sehen lassen. Diese beklagte für die ersten drei Quartale des letzten Jahres einen Rückgang von 125'000 Logiernächten oder 6%. Insgesamt waren zwischen Januar und September 2002 die Hotelbetten etwas über 26 Mio. Mal belegt.

Die Jugendherbergen - wie der SAC kein gewinnorientiertes Unternehmen - konnten im letzten Jahr gerade noch knapp zulegen: Sie verbuchten 875'000 Logiernächte; 0,8% mehr als im Vorjahr. Den knapp positiven Abschluss haben die Jugendherbergen vor allem der Expo zu verdanken.

Schweizer und Niederländer gehen gerne in die Berge

Die Übernachtungen mit Berg-Sicht in SAC-Hütten genossen mit 178'100 Übernachtungen zu 60% Schweizerinnen und Schweizer. Über 155'000 Nächte gingen aufs Konto der rund 100'000 SAC-Mitglieder.

Fast 50'000 Nächte verbrachten Deutsche in den Hütten, gefolgt von Franzosen mit 21'000 belegten Betten. Angetan habens die Alpen auch den Niederländern: Mit über 8000 Nächten rangieren sie noch vor Italien mit 6800.

Marketing und Komfort

Der SAC sieht darin die ersten Früchte seines regelrechten Berge-Marketings. "Wir haben ein Familien-Programm lanciert und im letzten Jahr war auch die Medienpräsenz sehr gut", weiss Lüthi. Das UNO-Jahr der Berge habe auch auf die Schweizer Berghütten sensibilisiert.

Nicht nur das Marketing zielt auf ein neues Publikum, auch die Infrastruktur soll zeitgemässer werden. "Wir achten bei Umbauten darauf, keine 20er oder 30er-Schläge mehr zu bauen", sagt Lüthi. "Wir wollen mehr Zimmer, die wir auch an eine Familie geben können." Sanitäre Anlagen würden ebenfalls nach Möglichkeit verbessert.

Wolldecken werden überdauern

In den letzten fünf Jahren wurden über 20 Mio. Franken in die Hütten investiert. Ob damit aber auch kratzige Wolldecken durch luftige Duvets ersetzt werden, kann Lüthi nicht beantworten: "Das müssen die einzelnen Sektionen entscheiden."

swissinfo, Philippe Kropf

SAC-Hütten

Der Schweizerischer Alpenclub (SAC) betreibt in der Schweiz 153 Hütten zwischen 1500 und 4000 Metern.

Eine Übernachtung kostet zwischen 50 und 65 Franken. Der Gewinn wird in die Hütten reinvestiert.

Im letzten Jahr wurde in den Hütten fast 300'000 Mal übernachtet. Die traditionelle Hotellerie musste Einbussen in Kauf nehmen, Jugendherbergen konnten nur dank der Expo knapp zulegen.

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